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Hexer gibt es doch!

Review: The Witcher – Staffel 2

Mini-Spoiler
5. Januar 2022, 08:13 Uhr
Mini-Spoiler
Chris
05.01.22

Seit dem 17. Dezember können wir Fans (und solche, die es werden wollen) die neuen Abenteuer des Witchers Geralt auf Netflix erleben. Netflix hatte dabei ein Herz für Binge-Watcher und alle Folgen auf einen Schlag veröffentlicht. Wer Lust hatte, konnte entsprechend innerhalb weniger Stunden die komplette zweite Staffel von „The Witcher“ durchbingen. Ich hatte zwar Lust, aber keine Zeit, deswegen hat es auch ein wenig gedauert, bis ich alle Folgen soweit gesichtet hatte, das es für ein entsprechendes Review gereicht hat. Vorher darf ich noch erwähnen, dass ich weder Spiel(e) noch die Bücher zur Serie kenne und entsprechend relativ unvoreingenommen über die Serie urteilen kann. So genug der Worte. Worum geht es in dieser 2. Staffel?

Die Handlung ist aufgeteilt auf mehrere Erzählstränge. Zu Anfang begleiten wir unseren Geralt, der mit Cirilla (Kurzform „Ciri“), der Prinzessin von Sintra, unterwegs ist. Er möchte sie letztlich ihrer Bestimmung zuführen, oder zumindest auf sie so gut aufpassen, wie es ihm in seiner neuen Rolle als braver Papa möglich ist. Letztlich landen beide in der Hexer-Heimstatt Kaer Morhen, wo Ciri dann auch unbedingt eine „richtige“ Witcher-Ausbildung absolvieren möchte. Sie hat schon ihren eigenen Kopf und weiß auch, wie sie diesen durchsetzen kann, entgegen aller Einschränkungen. Geht nicht, gibts nicht bei Ciri! Im Verlauf dieser zweiten Staffel trainiert sie sowohl ihren Körper als auch ihre innewohnende, magische Kraft, die Chaosmagie. Unterstützt wird sie dabei durch die auf Kaer Morhen residierenden Witcher, von der Hexe Triss und später von Yennefer.

Bereits in der ersten Folge wird klar, dass Yennefer überlebt hat, was uns Zuschauern einen großen Wissensvorsprung unserem guten Geralt gegenüber gibt, der seine Geliebte tot wähnt. Soviel darf gespoilert werden: In Folge 6 treffen beide erneut aufeinander! Der Nebenstrang befasst sich mit ebendieser Yennefer, die sich plötzlich in der Gefangenschaft von Elfen wiederfindet. Ihre Mitgefangene ist passenderweise die Zauberin Fringilla aus Nilfgaard, die die Attacke gegen Sodden Hill in Staffel eins mit angeführt hatte. Yennefer spielt nicht nur für Geralt eine wichtige Rolle, sondern auch für „die andere Seite“. Einer ihrer Hexensprüche befreit ein Monstrum, das sich „unsterbliche Mutter“ nennt und unsere Helden noch in große Gefahr bringen wird.

„Seht die Mutter der Wälder, die unsterbliche Mutter. Die in Träumen wohnte, mit dem Rücken auf dem Wald. Hütte Hütte. Und das Gesicht auf mich. Hütte Hütte.“

Über Fringilla und ihre Haltung zu Nilfgaard erfahren wir in dieser neuen Staffel auch so einiges, erwähnt soll sein, dass sie um ihre Ziele zu erreichen, auch zu extremer Brutalität greift! Aber nicht nur Fringilla fällt durch ihre bösen Taten auf. Ein neuer Charakter, der begabte Magier und Berufskiller Rience, wird eingeführt. Er erhält den Auftrag Ciri zu finden. Rience wird uns als ziemlich übler Typ vorgestellt, der, obwohl für Jahre eingekerkert im finstersten Loch ever, trotzdem seine beeindruckende körperliche Form inkl. Sixpack behalten hat. Dies dürfen wir kurz bewundern als er sich wieder stadtfein macht (wäscht, rasiert, einkleidet). Irgendwie kann man ihn vielleicht als bösen Gegenspieler von Geralt sehen. Er stellt u.a. Yennefer nach, kidnappt Barde Rittersporn und verfolgt Geralt und Ciri. Dabei ist er aber nicht immer wirklich erfolgreich, was die Zuschauer erfreut: Gottseidank! Viele Sympathien darf Rience nämlich nicht sammeln, im Gegenteil: Yennefer nennt ihn seit ihrer ersten Begegnung, die für ihn mit Narben endet, „Feuerwixer“. Dieser Spitzname beschreibt sein neues Erscheinungsbild gar passend.

Weiter erleben wir ein wenig, wie es zugeht auf Kaer Morhen und lernen hier Vesemir, den ältesten Hexer, kennen. Der ist nicht nur ein begabter Schwertkämpfer und weiß auch unglaublich viel über allerlei Ungeheuer und deren Schwächen, sondern ist auch Ausbilder der Witcher. Für Geralt bedeutet Vesemir noch mehr, er sieht in eher Ziehvater als nur als Lehrkörper. Vesemir verkörpert einmal mehr das Klischee von „harter Schale und weichem Kern“, was ihm aber ganz gut steht. Sympathisch wirkt er, der in die Jahre gekommene Recke.

Mit von der Partie ist natürlich wieder unser gleichermaßen geliebter wie verhasster Barde, Jaskier a.ka. Rittersporn, der mit seinem „Toss a coin for a witcher“-Song in Staffel 1 für einen nachhallenden Ohrwurm sorgte. Er stellt wohl die Humorkomponente in der Darstellerriege dar. Wenn Geralt für Action, Ciri für Prinzessin-die-lieber-Witcher-sein-mag-aber-Hexe-ist-Wechselbalg-Thematik und Yennefer für die gespaltene (zwischen Gut und Böse schwankende) Persönlichkeit steht, ist Rittersporn für Gesang und Spaß zuständig. Zitate wie

„Mein Kopf fühlt sich an als würde er zwischen den Arschbacken einer fetten und sexuell frustrierten Ziege stecken“

untermauern diese These. Wenn ihr meint, das würde schon reichen, habt ihr euch getäuscht, Rittersporn setzt locker einen drauf. Selbst eingesperrt bringt er die Wachen mit ganz speziellen Songtexten zur Weißglut:

„Drum schließ mich ein, Schlag auf mich ein und wirf den Schlüssel weg, los fick dich selbst du Hurensohn, denn ich bin für dich nur Dreck.“

Auch diese zweite Staffel glänzt nicht nur mit Gesang, sondern wurde auch optisch gut umgesetzt, mit viel Sinn für kleine Details. Ein Beweis dafür ist z.B. die Idee, dass es nur Gutes bedeutet, wenn Ratten Zimmergenossen im Hexer-Hauptquartier Kaer Morhen sind. Diese possierlichen Tierchen halten sich bevorzugt dort auf, wo es warm ist! Entsprechend konnte Geralt Ciri beruhigen, dass sie auf alle Fälle eines der guten Zimmer in der zusehends dem Verfall preisgegebenen Burg erhalten hat, auch wenn sie diese Ratten eher abstoßend findet. Die Lage und die Burg selbst hatten mich ein klein wenig an die Burgen der Nachtwache, die die Grenzbefestigung, die gigantische Eismauer in „GoT“ beschützten, erinnert. Geralt hat nicht nur schlaue Ratschläge parat, sondern schlägt sich, wie sonst auch, munter und wacker durch die Reihen der auftauchenden Monster. Gleich ob das Basilisken oder irgendwelche Tyrannosaurus-Rex-Mutationen sind.

Geralt darf aber auch Gefühle zeigen, nicht nur weil er irgendwie in seiner Vaterrolle aufgeht, nein, auch dann, wenn es um das Wiedersehen mit Yennefer geht. Allgemein bringt uns diese Staffel mehr Informationen über die monsterjagenden „Witcher“ als solche, wie sie leben, ausgebildet werden und räumt mit dem Vorurteil auf, dass sie total emotionslose Monsterschlächter sind. Die mysteriöse Oberhexe, die „unsterbliche Mutter“, die sich von Schmerz und Hass ernährt, findet von beiden Emotionen mehr als genug in den Reihen der Witcher.

Diverse, ich nenne es mal „Wachtraum-Episoden“ führen uns in Auszügen zurück an Ciris Hof, wir erleben durch ihre Augen einen prunkvollen Ball, feiern ein Wiedersehen mit ihren Eltern und einigen Freunden. Weiter werden wir Zeugen von, ich nenne es einmal überspitzt „Rassenunruhen“, hier in Gestalt des schwelenden Krieges zwischen Menschen und Elfen, der auch mit Opfern endet, die noch nicht dem Babyalter entwachsen sind. Ja, es steckt eine gewisse Portion Brutalität und unschöner Szenen in dieser zweiten Staffel von „The Witcher“. Diese halten sich aber in Grenzen und dienen, zumindest meiner Ansicht nach, nicht dem Selbstzweck möglichst viel Brutalität einzubauen um „wenigstens hier zu punkten“. Das hätte diese Serie auch gar nicht nötig.

Die zweite Staffel endet auch mit einem Cliffhanger, der vor allem für Ciri von entscheidender Bedeutung ist: Der Herrscher von Nilfgaard, Emhyr, zeigt sich der Öffentlichkeit und entpuppt sich als alter Bekannter. Zum Abschluss noch gute Nachrichten für uns Fans: Eine dritte Staffel ist bereits bestellt und bereits in diesem Jahr gibt es das Spin-Off „The Witcher: Blood Origin“ zu sehen. Ich bleibe gespannt und hoffe, dass sich die daran gesetzten Erwartungen erfüllt werden.

Bilder: Netflix

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