Zeitlupe, rote Badeanzüge und maximaler Ernst bei jeder noch so kleinen Welle: „Baywatch“ ist keine Serie, die man einfach nur schaut. Man erinnert sich an sie sofort. Es gibt Serien, die altern würdevoll. Und es gibt „Baywatch“.
Die Serie startete 1989, wurde nach der ersten Staffel zunächst abgesetzt und ab 1991 erfolgreich fortgeführt. Am Ende standen 11 Staffeln und 241 Episoden – später sogar unter dem Zusatz „Baywatch: Hawaii“. Mit David Hasselhoff als Mitch Buchannon wurde daraus eines der prägendsten TV-Phänomene der 90er.
Und genau das merkt man beim Rewatch sofort: „Baywatch“ ist weniger Serie als Zustand. Sonne, Pathos, Alarmstimmung und eine Fernsehlogik, nach der wirklich jeder Strandtag jederzeit in eine kleine nationale Notlage kippen kann.
Natürlich ist da all das, worüber man sich seit Jahrzehnten lustig macht: die Zeitlupe, der Hochglanz, die demonstrative Körperinszenierung. Aber beim Wiedersehen bleibt eben nicht nur das hängen. Sondern auch, wie kompromisslos diese Serie an ihr eigenes Konzept glaubt. „Baywatch“ will groß sein, dramatisch, emotional, manchmal moralisch aufgeladen – und zieht das ohne jedes Zögern durch.
Im Zentrum steht Mitch Buchannon, also David Hasselhoff in seiner wahrscheinlich endgültigsten Rolle: Rettungsschwimmer-Chef, Vaterfigur und wandelnde Autorität mit Föhnfrisur. Hasselhoff war dabei nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch als Produzent entscheidend daran beteiligt, dass die Serie nach ihrer Absetzung weiterleben konnte.
Dazu kommt ein Cast, der über Jahre hinweg zur popkulturellen Dauerpräsenz wurde: Pamela Anderson, Yasmine Bleeth, Alexandra Paul, Nicole Eggert, David Charvet, Carmen Electra – viele kamen, manche gingen, aber die Serie blieb immer sofort erkennbar. Ein paar Einstellungen Meer, etwas Alarm, Mitch schaut ernst – und schon ist man wieder komplett drin.
Was den Rewatch heute so unterhaltsam macht: „Baywatch“ ist oft herrlich drüber, aber fast nie langweilig. Die Serie behandelt selbst kleinere Vorfälle mit einer Ernsthaftigkeit, als hinge das Schicksal Kaliforniens davon ab. Genau daraus zieht sie ihren Charme. Nicht, weil man sie auslacht. Sondern weil sie ihre eigene Überhöhung so unbeirrt ernst nimmt.
Und dann ist da natürlich noch dieser unverwechselbare 90er-Jahre-Glanz. „Baywatch“ sah aus wie Sonne, Sicherheitsgefühl und Exportware für den globalen Massenmarkt. Die Serie wurde in über 140 Ländern ausgestrahlt und gilt bis heute als eines der international erfolgreichsten TV-Formate ihrer Zeit.
Kurz gesagt: „Baywatch“ ist beim Wiedersehen eine herrlich überhöhte TV-Zeitkapsel. Zu viel Pathos, zu viel Glanz, zu viel Zeitlupe – und genau deshalb Kult.
In Deutschland wird „Baywatch“ derzeit unter anderem bei Amazon Prime Video und Joyn gelistet; Kaufoptionen gibt es zusätzlich etwa über Apple TV und Amazon Video. Ach ja, falls jemanden interessiert wie ich auf „Baywatch“ kam? Ganz klassisch: Kürzlich lief im Radio der Titelsong „I’m Always Here“ – und der stammt bekanntlich von Jimi Jamison, der Stimme von Survivor. Danach war mein Weg „zurück nach Malibu“ praktisch vorgezeichnet.






































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