Vom Kinderstar zum Grumpy Opa

sAWEntskalender 2017 – Tür 12: Neil Patrick Harris

Spoilerfrei
Maik
12.12.17

Im Rahmen unseres sAWEntskalenders gibt es jeden Tag eine Hommage auf einen erwähnenswerten Seriendarsteller – und immer wieder versteckte Buchstaben. Wer als erstes das gesuchte Serien-Zitat aus ihnen bildet, kann sich einen Preis aussuchen. Alle vier Tage gibt es einen Tipp von uns. Viel Spaß beim Durchschauen und Rätseln!

„How I Met Your Mother“ war die erste Serie, die ich von Anfang bis Ende im Originalton und fast ausschließlich analog zur US-Ausstrahlung gesehen hatte. Dabei hat mir eine Figur vor allem in den ersten Jahren besonders imponiert, deren Fan ich wurde (ihr könnt euch denken, welche das ist). Aufgrund der tollen Charakterdarstellung habe ich mich auch stets gefreut, diesen gewissen Neil Patrick Harris in diversen Gastrollen und -Auftritten zu sehen bekommen. Und plötzlich war er auch auf der ganz großen Bühne zu sehen. Und da sag nochmal einer, aus Kinderstars könne nichts werden. This is gonna be legen – wait for it…

Aber zunächst der heutige Tipp für euch: Das Zitat stammt aus einer dritten Staffel.

Der kleine Arzt

Wie lange Neil Patrick Harris bereits im Geschäft ist, merkt man an der Jahreszahl seines ersten großen TV-Meilensteins: 1989. Da war ich gerade mal drei Jahre alt und NPH (als High School-Mitschüler von Freddie Prinze Jr.) selbst aber auch erst 16 (obwohl ich ihn in seiner Rolle als Dr. Doogie Howser sogar jünger eingeschätzt hätte). Von der kultigen Kinderstar-Rolle als superkluger Jungjung-Arzt habe ich ergo damals nichts mitbekommen, aber alleine, dass Jahrzehnte später in seiner zweiten richtig großen Serie (HIMYM) ein mehr als deutlicher Rückbezug an das Computertagebuchschreiben folgt, zeugt vom hohen popkulturellen Stellenwert der Kinderfigur. Er war also irgendwie schon immer ein Blogger-Kollege von uns, nicht zuletzt mit dem großartigen (und erneut medizinisch angehauchten) „Dr. Horrible’s Sing-Along Blog„.

AWESOME!

Es folgten Gastauftritte („Mord ist ihr Hobby“ 1993, „Will & Grace“ 2000), Synchronsprechrollen („Mäuse an der Macht“ 1992-1995, „Spider-Man“ 2003) oder auch Spielfilmrollen („Starship Troopers“ 1997, „Harold & Kumar“ 2004) und auch eine größere Rolle in dem mir vollkommen unbekannten „Männer ohne Nerven“ als Henry McNeeley (1999-2000), ehe DIE (Erwachsenenfigur) seines Lebens aufkam. In „How I Met Your Mother“ spielte NPH Barney Stinson, den mysteriösen und selbstbewussten Womanizer mit Catchphrases, Anzügen und einem Bro-Code. Die Figur wurde Kult, hat mich ungemein begeistert und den Großteil des Erfolges der Show ausgemacht. Aber, was erzähle ich hier überhaupt – seht am besten selbst den Lebenslauf der Figur an:

Ja, natürlich war die Figur nicht vollends tief gestaltet und hat jetzt auch nicht DIE Entwicklung hingelegt, die Serie lief zu lang und hat sich irgendwann sehr auf seine Running Rags und Wirkung gestützt. Aber er hat dieses Selbstverständnis einfach ungemein treffend und unterhaltsam verkörpert – und das, obwohl NPH privat ja dem männlichen Geschlecht ergeben ist.

H

Mit dieser Rolle konnte Harris jedenfalls eine gewaltige Stufe im Darsteller-Ranking erklimmen. Zuletzt war er unter anderem kurz in „American Horror Story“ zu sehen und als Count Olaf in der Netflix-Produktion „Eine Reihe betrüblicher Ereignisse“, wobei er Jim Carreys Spiel in nichts nachstand, auch wenn er die Figur durchaus anders interpretiert hat. Fortan wurden die Gagen höher, die Gastauftritte prominenter und auch abseits der Mattscheiben und Leinwänden hat es ihn wieder auf die Bühne geführt, auf der er zuvor auch bereits am Broadway gespielt hatte. Nur mit anderem Standing und größerem Publikum.

Die große Bühne

NPH hat nicht nur mehrfach Emmys gewonnen, sondern die Verleihung auch zweifach moderiert. Auf Galas, Shows und den großen Bühnen war und ist NPH ein willkommener Gast. 2014 wurde ihm gar die Nachfolge von David Letterman als Host der „Late Show“ auf CBS angeboten, was er aufgrund der Furcht vor schneller Repititions-Müdigkeit abgelehnt hatte. Vielleicht gar nicht so schlecht, denn so bleibt Harris bei seinen zeitlich limitierten Auftritten stets frisch und vor allem wandelbar. Das passt auch irgendwie zu seiner Vorliebe für die Magie (den „Tannen’s Magic Louis Award“ hat er 2006 gewonnen, 2008 die „World Magic Awards“ moderiert).

Der gute Mensch

Denn ja, auch abseits der Kameras scheint NPH ein verdammt dufter Typ zu sein (wir haben uns schon länger nicht mehr persönlich getroffen…). In Interviews gibt er sich stets locker, freundlich und scheint auch nicht auf den Kopf gefallen zu sein. 2006 outete er seine Homosexualität mit folgenden Worten in den Medien:

„I am happy to dispel any rumors or misconceptions and am quite proud to say that I am a very content gay man living my life to the fullest and feel most fortunate to be working with wonderful people in the business I love.“

Mit seinem Damals-Freund David Burtka ist er seit 2004 zusammen, seit 2006 heimlich und seit 2011 (und der Öffnung der Ehe für alle in New York) öffentlich verlobt und seit 2014 verheiratet. Die beiden haben zwei Kinder und werden als Bilderbuch-Paar geschildert. Aber das nur nebenbei.

Mir imponiert bei Neil Patrick Harris einfach, wie er es noch immer schafft, dass ich bei jedem seiner vor allem unerwarteten Gastauftritte in Film und Fernsehen direkt ein Lächeln im Gesicht habe. Er zeigt sich wandelbar und hat doch stets diesen gewissen Lausbuben-Charme (sei es als 16- oder Ü60-Jähriger in seinen Rollen), ohne dabei klamaukig oder wiederholend zu werden. Sein Spiel besticht durch ein richtig gutes Timing, sei es im Drama- aber natürlich vor allem im Comedy-Bereich. Danke an die letzten rund 30 Jahre Fernsehunterhaltung, und ich bin mir sicher, dass da noch 30 weitere folgen werden. Denn so schnell dürften wir NPH jetzt nicht mehr loswerden. Und das ist gut so.

Ach und: …dary!

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