Beklemmend düsteres Krimi-Drama

Serien-Tipp: The Killing

Spoilerfrei
Nicky
23.10.14

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Das nass-kalte Regenwetter der letzten Tage hat mich mal wieder auf einen besonderen Serientipp gebracht. Wer The Killing noch nicht gesehen hat, sollte die insgesamt vier Staffeln schleunigst nachholen. Am besten in einer Decke eingekuschelt, denn die Atmosphäre der Serie überträgt sich ganz schnell in das eigene Wohnzimmer. Schauplatz ist die regenreiche Stadt Seattle. Es gibt kaum eine Folge, die keinen grauen Schleier trägt. Man spürt regelrecht den Wind, die Kälte, den Regen und die dadurch bedrückend düstere Stimmung der Serie. Ein Stilmittel, dass die Handlung perfekt einfängt. Geht es in The Killing immerhin um die Aufklärung diverser Mordfälle, die von Staffel zu Staffel das grausamste im Menschen widerspiegeln.

Die amerikanische Serie, von der alle 44 Folgen komplett auf Netflix verfügbar sind, basiert auf dem dänischen Original Forbrydelsen (dt. Das Verbrechen). Die Handlung beginnt damit, dass Detective Sarah Linden (Originalname Sarah Lund) eigentlich im Begriff war, das Morddezernat in Seattle zu verlassen. Doch der undurchsichtige Mord an der 17-jährigen Rosie Larsen lässt Linden gemeinsam mit ihrem Partner Stephen Holder weiter ermitteln. Von Folge zu Folge kommen immer mehr geheime Details aus dem Umfeld des ermordeten Teenagers ans Licht. Und ohne zu viel zu verraten, sei doch immerhin soviel gesagt, dass die verschiedensten aufgebauten Handlungsstränge innerhalb einer Staffel am Ende zusammengeführt werden. Allerdings bedeutet eine Staffel nicht unbedingt ein abgeschlossener Fall. Im Gegenteil, sämtliche Fallstricke um beispielsweise das Larsen Mädchen führen noch bis zum Ende der zweiten Staffel. Die letzten beiden Staffel spielen etwa ein Jahr nach dem Mord an Rosie Larsen. Diesmal haben es die Kommissare mit einem Serienmörder zu tun, dessen Handlungsfolgen noch weit in die vierte Staffel hineinreichen. Ich will wirklich nichts verraten, aber das Krimi-Drama hat nicht umsonst eine Bewertung von 8,2 auf imdb. Spannend, traurig, beängstigend – bis zur letzten Sekunde.

Der folgende Trailer enthält Szenen der Staffeln 1 bis 3 – deshalb zwar Spoileralarm, es hält sich aber in Grenzen, da die gezeigten Ausschnitte eigentlich nicht allzuviel verraten.

Sieht oder liest man, worum es in The Killing geht, klingt es vielleicht nicht unbedingt nach etwas Besonderem. Und doch hat die Serie durchweg eine ganz bestimmende wenn nicht sogar belastende Atmosphäre, unabhängig vom grandios inszenierten Spannungsaufbau. Ich habe selten eine Serie erlebt, welche die menschliche Gefühlstiefe so treffend einfängt und an den Zuschauer weitergibt. Allein die schauspielerischen Leistungen der Larsen-Familienmitglieder sind brillant. Man fiebert unweigerlich mit den Eltern mit – versetzt sich in die Lage, das eigene Kind zu verlieren. Soviel Schmerz, Trauer und Wut wie hier dargestellt wird, kommt in einer Serie selten so genau rüber. Dieses Feeling überträgt sich jedoch nicht nur auf uns als Zuschauer, sondern auch auf Detective Linden und Holder, die eine besondere Beziehung zueinander haben.

Stephen Holder und Sarah Linden

Stephen Holder und Sarah Linden

Sarah Linden, gespielt von Mireille Enos (World War Z), und Stephen Holder, verkörpert von Joel Kinnaman (RoboCop) verstehen sich auf einer speziellen Ebene. Sie erleben täglich gemeinsam grauenvolle Mordfälle, bei denen es ihnen nicht immer leicht fällt, sich zu distanzieren. Sie reden zwar nicht wirklich über das Erlebte, man merkt es ihnen aber an, wie belastend die ganzen Situationen sind. Durch das gemeinsame Lösen der Fälle entwickelt sich eine starke Bindung zwischen den beiden Ermittlern, welche zu einem (mehr oder weniger) überraschenden Serien-Finale führt. Abgesehen von der Polizeiarbeit hat Linden nebenher noch mit familiären Problemen zu kämpfen. Man hat den Eindruck, dass sie des Öfteren als Mutter überfordert ist. Sie vergisst ihren Sohn abzuholen oder hat nur einen leeren Kühlschrank zu bieten. Private Versagensängste stehen ihren Erfolgen während der Tätigkeit als einzige weibliche Kommissarin gegenüber.

Es ist unmöglich, die Vielschichtigkeit dieser großartigen Serie klar zu dokumentieren. Aus diesem Grund empfehle ich The Killing im besonderen Maße. Wie gesagt, nehmt euch eine Decke, kuschelt euch ins Bett oder auf’s Sofa und ab dafür mit diesem exzellenten Noir-Crime-Drama.

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