Review zum Midseason-Finale

The Walking Dead S05E08 – Coda

SPOILER !!
Maik
01.12.14

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Irgendwie hat die Staffel gerade erst begonnen, und schon ist sie wieder vorbei – zumindest für eine Weile. Wie gewohnt setzen uns die Walking Dead-Macher eine Halbzeit hin und lassen uns nun etwa zwei Monate schmoren und über mögliche Cliffhange philosophieren. Gut, dass es seriesly AWESOME gibt!

Es gibt einen nahtlosen Übergang vom Ende der letzten Folge. Ein dreifach rasender Rick (Temperament, Sprint, Auto) auf der Jagd nach dem verlorenen Officer. Wieso der jedoch trotz erwartendem „Ohoh“ keine Haken läuft ist so unklar wie die Tatsache, dass das Auto direkt zum Stehen kommt und es irgendwie physikalisch unkorrekt ausschaut – drauf geschissen.

„Shut up…“ (Rasender Rick)

Während Rick seine Schäfchen ordnet, ist der Reverend auf Verarbeitungstour der Vergangenheit und scheint die Walker durch seinen Untotengang anzuziehen. Wie man es als ungelehrter Apokalypsen-Neuling nun mal so macht, lockt er die kleine Horde auch gleich mal zum Unterschlupf – Respekt! Die billige Orgel-Verteidigung ist total unsinnig (als ob die sich an den stumpfen und viel zu hohen Enden verfangen könnten), das Aufbrechen der Verbarrikadierung noch mehr. Dafür funktioniert Michonne gewohnt gut als Abwehrsystem. Bleibt noch Team GREATM, das mit idealem Timing zurückkehrt und die frohe Kunde erteilt bekommen, dass Beth gefunden wurde. Hooray!

Derweil beginnt im Krankenhaus ein subversives Argumentationsspiel Dawns. Die ist ja eigentlich gar nicht übel, will nur das Beste und andere sind sowieso viel schlimmer. Klar doch. Die wiederum denken, sie dreht ab wie ihr Vorgänger Hanson. Tut sie auch irgendwie. Und Beth steckt mehr als mittendrin.

„I don’t cry anymore!“ – „I do. But I don’t let them see it.“ (Beth & Dawn)

In der Phase vor dem Finale der Folge ist es etwas schade, dass wir einige Momente nur kurz angerissen bekommen. Der Aufwachprozess von Carol wurde rabiat abgeschnitten, hier war sicherlich Potenzial für Emotion und Verwirrung vorhanden. Dazu bekommen wir ein emotionales Gespräch zwischen Sasha und Tyreese, das durchaus weitere philosphische Tiefe hätte bieten können. Aber okay, die Zeit ist knapp und es gibt ja noch so einen Austausch, der gemacht werden soll…

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Wieso der nun gerade im Krankenhaus stattfinden soll, ist mir etwas unklar. Da hätte sich Rick doch normal nie drauf eingelassen. Neutraler Boden und fertig. Egal, das bietet dem Kamerateam die Möglichkeit, ein intensives Bildnis einzufangen, das der Situation gerecht wird. Schiefe Perspektiven und Winkel werden stets im Krankenhausgang gezeigt. Eine eben nicht ganz normale und gradlinig verlaufende Aktion. Sehr intensiv, da beide Parteien den anderen nicht trauen. Und als man gerade denkt, jetzt beginnt die Gegenseite stumpf zu schießen oder was auch immer, genügt ein kleines bisschen Eitelkeit, Selbstverherrlichung und Machtausspielung, um alles aufs Spiel zu setzen. Als Dawn ihren Austausch-Zusatz äußert, droht die Situation aus den Fugen zu geraten, doch Noah handelt im Sinne der Gruppe. Nur Beth ist impulsiv und bringt mit ihrer Scheren-Attacke großes Unheil über sich. Zum Glück beweisen die restlichen Waffenträger ein überraschend rationalen Gemütszustand in so einer Situation.

Ob das nun realistisch ist oder nicht, komplett wurscht. Die Serie hat uns in der Szene am Sofarand hocken gehabt. Ein intensiver Moment, den es lange nicht gab, gepaart mit einer Schrecksekunde und eben jenem drastischen „Es kann jeden treffen“, das auch die Comics auszeichnet. Wirklich perfide wird das Spiel am Ende, wenn nicht mehr zu existieren geglaubte Vorfreude der jähen Wahrheit weichen muss. Arme Maggie…

Ja, das war gut. Alles, was sich in Atlanta abgespielt hat, war größtenteils stark inszeniert. Dazu gibt es den obligatorischen Knall am Ende. Das Nebenspiel an der Kirche hat mich jedoch gestört, ebenso das wundersame Timing der weiteren Überlebenden. Das wurde schon einmal kompakter gemacht und so lässt auch ein solcher Effekt-Knall am Ende keine superduperdeluxe-Bewertung zu. Aber diese pointierte Form der Action und vor allem intensiven Atmosphäre ist endlich mal wieder richtig gut ausgespielt worden, ähnlich wie bspw. zuletzt bei Herschell.

Am 8. Februar geht es dann endlich weiter. Im Preview-Teaser gab es bereits erste Hinweise zu sehen. Die Suche nach einem neuen Ort, ein metallernes Tor, vielleicht ein erster Hinweis auf Alexandria? Es bleibt abzuwarten, würde aber zeitlich passen, um dann hoffentlich in der nächsten Staffel Richtung Negan zu gehen. Bis dahin erfreuen wir uns über den Namen der Produktions-Designerin der Show.

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