Irankrieg, Mondlandung, gestrandete Wahl, Benzinpreis, Dauerbrennpunkt Ukraine, das drohende Auseinanderbrechen der NATO, Regierungskrise in Deutschland – das sind nur einige der Themen der letzten Wochen.
Die Frequenz der Themen, die eine extreme Dringlichkeit haben und die Berichterstattung dominieren, ist so dermaßen gestiegen, dass man gar nicht mehr weiß, worauf man sich eigentlich konzentrieren soll – oder worüber man sich gerade sorgen bzw. echauffieren sollte.
Und während ich diese Zeilen schreibe, bahnt sich wahrscheinlich schon das nächste weltbewegende Ereignis an.
Ganz neu ist dieser Zustand nicht – aber die Intensität schon.
Was macht das mit uns?
Typischerweise konsumieren wir mehr Nachrichten, sobald eine Krise herrscht. Man möchte informiert sein, um sich ein Gefühl von Kontrolle und Sicherheit zu verschaffen und nicht überrascht zu werden.
Da Krise aber inzwischen fast ein Dauerzustand ist, gibt es auch eine gegenläufige Tendenz: Überforderung. Niemand kann dauerhaft im Alarmzustand bleiben.
Was macht man also? Man vermeidet Nachrichten. Nicht komplett, aber dosiert – etwa im Sinne von: Ich muss mir nicht auch noch die Sondersendung oder die Talkshow nach den Nachrichten anschauen.
Studien zeigen, dass dieser Trend real ist.
Der Digital News Report 2024 des Reuters Institute for the Study of Journalism, eine der weltweit größten Untersuchungen zum Nachrichtenkonsum mit Daten aus 47 Ländern, kommt zu dem Ergebnis, dass ein wachsender Anteil der Bevölkerung Nachrichten bewusst meidet. Ein zentraler Grund: Viele empfinden die Berichterstattung als zu negativ, zu überwältigend oder emotional belastend. Rund vier von zehn Befragten geben an, sich durch Nachrichten erschöpft zu fühlen.
Gleichzeitig zeigt die Studie, dass die Menschen sich nicht vollständig abwenden, sondern selektiver konsumieren: kürzer, gezielter und oft mit dem Versuch, belastende Inhalte zu reduzieren.
Ich für meinen Teil kann das absolut unterschreiben. Mir ist es zu viel geworden. Eigentlich war ich immer ein sehr nachrichteninteressierter Mensch – aber das eigene Seelenheil braucht eben auch Priorität.
Wie sieht es bei euch aus? Reduziert ihr euren Nachrichtenkonsum inzwischen auch bewusst?

































Schritt 1: Entgifte dich konsequent von allen Social-Media-Quellen und du wirst erkennen, woher der (gefühlt andauernde) Ausnahmezustand kommt.
Schritt 2: Verabschiede dich von allen journalistischen Quellen, die nicht mit Fakten, sondern mit Emotionen und Vermutungen arbeiten (Lies z.B. keine Artikel, deren Überschriften spekulative Fragen sind, wie z.B. „Weltlage auf Drogen – wie hält man das eigentlich aus?“ ;)) , weil das bereits eine subjektive Hypothese ist, die in den seltensten Fällen zu einer objektiv Schlussfolgerung führt.)
Schritt 3: Übe dich darin zu zweifeln. Prüfe ob fremde und eigene Urteile beweisbar sind und misstraue vor allem den Urteilen deines „gesunden Menschenverstandes“, da jeder, der nicht wissenschaftlich-methodisch nachdenkt, regelmäßig falsche und leider oft auch ungerechte Schlüsse zieht.
Selbst die „seriösesten“ Nachrichten sind, von mehr oder weniger talentierten Redaktionen aufbereitete Informationen. Je mehr unterschiedliche und nach anerkannten journalistischen Normen arbeitende Nachrichtenquellen man gegeneinander abwägt, um so näher kommt man dem, was man für die Realität halten kann (…die heute übrigens nicht apokalyptischer ist, als etwa vor 30 Jahren. nur wird heute das Drama der Sachlichkeit vorgezogen, weil sich das Drama besser verkauft und viele eher ihren ängstlichen Instinkten nachgeben, als ihre nüchterne Vernunft zu kultivieren.)
Glauben Sie, dass die ständige Konfrontation mit globalen Krisen durch die Medien die Menschen mit der Zeit widerstandsfähiger macht, oder führt sie stattdessen nach und nach zu einer emotionalen Abstumpfung?
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