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Intergalaktisch

Review: „Invincible“ – Staffel 4

23. April 2026, 10:46 Uhr

In der vierten Staffel begibt sich Invincible ins All, um gegen seinen bislang mächtigsten Gegner anzutreten. Und auch dieses Mal überzeugt die Zeichentrickserie mit brachialer Action und starken emotionalen Augenblicken.

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Auch die neue Staffel beweist: Die Serie ist immer dann am stärksten, wenn sie nah an ihren zentralen Charakteren bleibt. Genau dort entfaltet die vierte Staffel ihre größte emotionale Wucht, während sie in Momenten, in denen der Fokus zu stark auf Nebenfiguren oder Schauplätzen außerhalb der Hauptgeschichte verschoben wird, spürbar etwas an Zugkraft verliert. Die Ereignisse aus den vorherigen Episoden haben tiefe Spuren hinterlassen. Mark Grayson befindet sich in einem emotionalen Konflikt, der sich wie ein roter Faden durch die Handlung zieht. Seine Angst, seinem Vater immer ähnlicher zu werden, verleiht der Serie eine bemerkenswerte Tiefe. Diese innere Zerrissenheit ist es, die Mark Grayson so nahbar macht. Die Serie nimmt sich Zeit, um diese Entwicklung entsprechend aufzuzeigen. Marks erster bewusster Kill legt besonders eindrucksvoll dar, dass sich die Serie nicht für die Gewalt per se interessiert, sondern für die Konsequenzen. Auch Omni-Mans Versuch, Wiedergutmachung zu leisten, ist nicht so einfach. Stattdessen zeigt die Comic-Adaption, wie kompliziert und widersprüchlich echte Reue sein kann. Omni-Man ist kein klassischer geläuterter Bösewicht, sondern eine Figur, die zwischen alten Ideologien und neuen Einsichten schwankt. Seine Interaktionen mit Mark, aber auch mit seiner Ex-Frau Debbie und seinem zweiten Sohn Oliver gehören zu den emotionalen Höhepunkten der Staffel. Gerade die Gespräche zwischen Vater und Sohn sind oft intensiver als jede Actionszene.

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Ein weiteres zentrales Thema der Staffel ist der Krieg im All. Mit der Eskalation des Konflikts zwischen den Viltrumiten und der Koalition der Planeten rückt die Serie die Konsequenzen von Gewalt zunehmend in den Mittelpunkt. Dabei gelingt es ihr, beide Seiten differenziert darzustellen. Zwar sind die Viltrumiten eindeutig als Aggressoren positioniert, doch auch die Gegenseite bleibt nicht frei von moralischen Grauzonen. Figuren wie Thaedus verkörpern diese Ambivalenz besonders deutlich. Dies wird in einigen Episoden eindrucksvoll umgesetzt, etwa wenn gezeigt wird, dass Kriege nicht nur von Helden, sondern vor allem von namenlosen Soldaten und Zivilisten getragen werden. Kriegsmontagen, in denen sich Kampfhandlungen mit ruhigen Momenten abwechseln, verdeutlichen auch die wahren Konsequenzen eines Krieges. Damit geht die Trickserie wieder einmal weit über klassische Superhelden-Erzählungen hinaus.

Invincible-S04-Omni-Man-Conquest

Allerdings zeigt sich auch, dass „Invincible“ nicht in jeder Episode das gleiche Niveau erreicht. Insbesondere dann, wenn der Fokus stärker auf Nebenfiguren oder neue Handlungsstränge gelegt wird, verliert die Serie etwas an Intensität. Episode vier ist ein gutes Beispiel dafür: Die Idee, einen offenen Handlungsstrang um die Verbannung des Ermittlers Damien Darkblood zu schließen, klingt grundsätzlich spannend. Doch im Vergleich zu den auf Mark und seine Familie fokussierten Episoden wirkt sie weniger packend, dabei stammt die eigens für die Serie geschriebene Folge von „Invincible“-Schöpfer Robert Kirkman persönlich. Auch visuell bleibt die Staffel auf gewohnt gutem Niveau. Die Actionsequenzen sind wieder brutal, dynamisch und teilweise erschreckend explizit inszeniert. Gerade die Kämpfe gegen die Viltrumiten gehören zu den intensivsten Momenten der Serie. Gleichzeitig nutzt die Animation gezielt ruhigere Szenen, um emotionale Augenblicke wirken zu lassen. Dieser Kontrast zwischen Gewalt und Intimität funktioniert auch in der vierten Staffel wieder gut. Ein weiterer Pluspunkt ist der Umgang mit wiederkehrenden Motiven und Running Gags wie beispielsweise der Auftritt der Mumie Ka-Hor. Dabei verliert sich die Serie nie in bloßem Fanservice, sondern integriert diese Elemente beiläufig in die Handlung. Gegen Ende der Staffel spitzt sich die Handlung zunehmend zu und mündet in einem Finale, das die Zuschauer:innen mit voller Wucht trifft. Die letzte Folge punktet dabei nicht mit einer großen Weltraumschlacht, sondern mit zwischenmenschlichen Situationen, die zu Tränen rühren. Ein Beispiel ist Eves bewegendes Geständnis. Die Entwicklungen rund um Mark, Omni-Man und die Viltrumiten deuten darauf hin, dass die Serie noch lange nicht am Ende ihrer Möglichkeiten angekommen ist.

Fazit

Auch die vierte Staffel ist eine überzeugende Fortsetzung, die vor allem durch ihre starken Charaktere und ihre emotionale Tiefe überzeugt. Einige kleinere Schwächen in einzelnen Episoden ändern nichts daran, dass die Serie weiterhin zu den spannendsten Vertretern des Superhelden-Genres gehört.

Bilder: Prime Video

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Donnerstag, 23. April 2026, 10:46 Uhr
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