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Jetzt wird der Spieß umgedreht. Wenn Stalker gestalked werden.

Review: You, du wirst mich lieben – Staffel 4 – Teil 1

Mini-Spoiler
28. Februar 2023, 06:40 Uhr
Mini-Spoiler
Chris
28.02.23

„You – Du wirst mich lieben“ sollte uns Serienfans durchaus ein Begriff sein. Joe (Penn Badgley) habe wohl nicht nur ich, trotz oder gerade wegen, seiner recht seltsamen Neigungen liebgewonnen und deshalb war meine Freude groß, als es endlich so weit war, dass Staffel vier bei uns ausgestrahlt wird. Komischerweise, wie neuerdings eben oft üblich, häppchenweise, zweigeteilt. Gut, mag man argumentieren, Joe hat sicherlich auch schon den/die eine oder andere Person „geteilt“, im wörtlichen Sinne, ganz einfach weil sich Leichenteile einfacher entsorgen lassen als es eben mit kompletten menschlichen Körpern machbar wäre.

Man möge mir dieses Wortspiel verzeihen. Ich gebe auch gerne zu, dass ich ein wenig Bammel hatte, die Serie könnte sich storytechnisch irgendwie schon totgelaufen haben. Eine weitere Staffel, in der Joe sich einfach nur ein neues Objekt seiner Begierde sucht, dieses stalkt und sich irgendwie eine verkorkst seltsame Beziehung daraus ergibt, hätte es nicht unbedingt geben müssen. Welch Glück: Es kam alles anders als gedacht. Meiner Meinung nach um einiges besser. Die Geschichte, die uns die vierte Staffel erzählt, unterscheidet sich doch merklich von ihren Vorgängern. Wie üblich möchte ich kurz die „Hauptdarsteller“ beschreiben. Allen voran hat auch Joe eine Erwähnung verdient, da er dieses mal als

Jonathan Moore

auftaucht. Im Verlauf der ersten Folgen erfahren wir nach und nach, wie unser guter alter Joe Goldberg zu dieser neuen Identität kam und warum er diese auch bitter nötig hat. Das Finale der dritten Staffel hat uns ein blutiges Ende von Joes (Ex-)Partnerin Love Quinn (Victoria Pedretti), seinen vorgetäuschten Tod und auch die Flucht seines neuen Opfers Marienne (Tati Gabrielle) vor Augen gebracht. Gerade dann, wenns am Schönsten ist, soll man bekanntlich Dinge beenden. Joe hat sich daran gehalten, Love beseitigt und sein alter Ego Joe Goldberg gleich mitbeerdigt. Nun treibt er als Literatur-Professor Jonathan Moore sein Unwesen in London. Wie schon so oft möchte er Schluss mit seiner obsessiven und (für andere) tödlichen Leidenschaft machen, sich ruhig verhalten und einfach nur ein neues Leben unter dieser neuen Identität führen. Doch, es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es seinem Kollegen nicht gefällt. In diesem Falle ist es Malcolm.

Malcolm

ist nur ein kurzer, aber wichtiger Auftritt in dieser vierten Staffel vergönnt. Er muss aber erwähnt werden, denn er ist schließlich „schuld“ daran, dass es Joe, pardon Jonathan, wieder in etwas hineingezogen wird, was er besser hätte bleiben lassen sollen. Durch Malcolm bekommt er Einlass in die Welt der Reichen und Schönen der „Swinging City“, der Hauptstadt Großbritanniens. Malcolm hat aufgrund seiner Abstammung Zutritt zu den besten Clubs der Stadt und den entsprechenden Kreisen. Irgendwie hat er Interesse an Joe/Jonathan, besorgt ihm eine noble Wohnung gleich gegenüber seiner eigenen Behausung und schleppt ihn auch mit auf eine feucht-fröhliche Party in einer Nobellocation. Allerdings endet diese Partynacht mit dem Tod von Malcolm. Dieser Spoiler muss sein, denn seine Leiche, die jemand ausgerechnet in Joes/Jonathans Appartement platziert, bildet den Einstieg in einen Strudel von Ereignissen, der Joe mit sich reißt. Doch nun zu den weiteren, wichtigen Protagnonisten. Da wäre auf alle Fälle einmal Kate.

Kate Galvin

Kate (Charlotte Ritchie) ist die Freundin/ Lebensgefährtin von Malcolm, die mit ihm in der Wohnung gegenüber von Joe/Jonathan lebt. Sie wirkt sehr unterkühlt bis arrogant und versnobt, womit sie perfekt die typisch-britische unnahbare Upperclass-Schönheit verkörpert. Gerade dieses unterkühlte Benehmen, die stoische Mimik, übt natürlich auf ihre Umgebung einen gewissen Reiz aus. Sicher ist somit bereits seit der ersten Folge: Kate wird für Jonathan noch zur Bewährungsprobe. Kann er ihr widerstehen? Wir werden sehen, wie lange seine guten Vorsätze anhalten. Kate hat auch eigene Geheimnisse, die sie aus guten Gründen für sich behält, nach und nach aber preisgibt. Ihre Rolle in der Welt der Reichen und Schönen Großbritanniens nimmt sie jedenfalls perfekt wahr, genauso wie auch ihre Freundin Lady Phoebe.

Lady Phoebe

Phoebe (Tilly Keeper) ist nicht nur aristokratischer Abstammung, sondern auch eine Onlineberühmtheit (sagt man das so?), deren Privatleben seit vielen Jahren nicht mehr existiert. Was sie erlebt, wird auch online gestellt. Wie es scheinbar zum guten Ton gehört, verfügt sie auch standesgemäß über über eine Sammlung in Wachs gegossener Geschlechtsteile ihrer Lover, in Lebensgröße, versteht sich.

„Mit den Angestellten zu kopulieren ist Tradition unter Leuten unseres Standes. Es geht mir auch nicht ums Geschlecht.“ (Phoebe über Adam)

Lässt man aber alles Oberflächliche, was das Leben in der Upper Class eben so mit sich bringt, hinter sich und blickt hinter die Fassade, so bemerkt man, dass die „wahre“ Phoebe abseits allen Trubels ein tiefsinniger und intelligenter Mensch ist. Phoebe hinterfragt in ihren ruhigen Momenten gerne kritisch, was denn ihr Leben so mit sich bringt und trifft auch recht folgenschwere Entscheidungen klaren Kopfes und ruhigen Blutes. Auch wenn es zum Beispiel um die gemeinsame Zukunft mit ihrem Lebensgefährten geht: Adam. Dieser ist der jüngste Sohn eines schwerreichen amerikanischen Industriellen und definitiv das schwarze Schaf in seiner Familie. Adam kann die in ihn gesetzten Erwartungen, die sein großer Name mit sich bringt, nicht wirklich erfüllen. So scheint die Heirat mit Phoebe sein einziger Ausweg aus der langen Serie von Geschäftspleiten und Misserfolgen zu sein. Doch auch Adam hat seine Phoebe unterschätzt, was Konsequenz und Geradlinigkeit angeht. Sie zieht ihr Ding durch und Adams Pläne rund um seine finanzielle Zukunft lösen sich schnell in Rauch auf.

Selbstverständlich gehören zu der Clique um Kate, Lady Phoebe und Adam noch so einige andere illustre Geschöpfe, die ich aber nicht einzeln aufzählen werde. Wichtiger als diese Charaktere ist die Einladung von Jonathan auf den Landsitz eines Mitglieds dieser erlauchten Gesellschaft. Dieser stellt eine Fluchtmöglichkeit vor dem Alltag dar, soll den Trauernden, allen voran Kate, ermöglichen, der lästigen Presse aus dem Weg zu gehen und allgemein die Beteiligten wieder auf andere Gedanken bringen. Natürlich handelt es sich nicht nur um ein bescheidenes Wochenendhäuschen im Grünen, sondern um ein waschechtes, ausgewachsenes Schloss. Jonathan erinnert es sogleich an ein „Vampirschloss a la Downton Abbey“. Welche Ereignisse dort stattfinden, sollt ihr schon selbst herausfinden, erwähnen darf ich, dass es mindestens einen Mord und die eine oder andere Überraschung zu sehen gibt. Ich vergebe

Wie ich schon erwähnt habe, finde ich den Weg den diese vierte Staffel einschlägt, sehr gut. Meine Befürchtungen, die Season würde aufgrund langweiliger Storyline in der Versenkung verschwinden und ihren unrühmlichen Abschluss finden waren unbegründet. Diese ersten fünf Folgen haben mich sehr gut unterhalten und machen Appetit auf das, was noch folgen möge. Ich bin gespannt auf die Auflösung und darauf, wie und ob Joe/Jonathan seinen Stalker entlarven bzw. vor ihm flüchten kann und auch welche Wendungen die Story noch nehmen wird. Handelt es sich bei seinem Stalker und dem „Eat-the-Rich-Killer“ um die selbe Person? Nicht nur Joe rätselt:

„Hyänen, enttäuscht, dass nichts passiert ist. Nicht, weil es sie kümmert, dass ihre Freunde tot sind, sondern weil sie nichts fühlen. Sie leben in einer Blase und langweilen sich schon wieder. Du dagegen hältst mich in Atem. Wer bist du, A..loch, und wie halte ich dich auf?“ (Joe/Jonathan)

Welche Rolle spielt der geheimnisvolle Bürgermeister-Kandidat Rhys wirklich? Was hat er vor, wieso ist er Jonathan so zugetan? Ist Jonathan(Joes) wahre Identität in Gefahr, wird er bloßgestellt werden? Einige Antworten auf diese Fragen hat der erste Teil dieser vierten Staffel bereits geliefert, weitere werden folgen. Sicher bringt diese Season auch einige Klischees mit sich wie zum Beispiel, dass sich Reiche auf ihren ausschweifenden Parties mit allerhand Partydrogen und unglaublich überteuerten Spirituosen in die Besinnungslosigkeit kicken oder dass der eine oder andere Fetisch ausgelebt wird. Auch dass in alkoholgeschwängerter Stimmung das Dienstpersonal missbraucht und abwertend behandelt wird (nicht vordergründig sexuell, eher als Bridge-Tor) mag wohl keinen so unbedingt verwundern. Andererseits bringen Ereignisse wie das Krimi-Dinner, bei dem Phoebe als angebliches Opfer des Killers agiert, wieder einiges an Humor mit sich und man denkt sich: Sind eben auch nur erwachsene Kinder, diese betrunkenen Aristokraten und „Oberschichtler“.

Warten wir also auf den 9. März, der uns die noch fehlenden fünf Folgen dieser vierten Staffel bescheren wird.

„Die größte Sorge der Oberschicht ist es, den goldenen Löffel abzugeben.“ (Alexander Eilers)

Bilder: Netflix

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