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"Agent Kim Reactivated" auf Netflix

Fast übersehen – und das wäre wirklich schade gewesen

26. Juli 2026, 16:39 Uhr
hdtv

Es gibt diese Serien, auf die freut man sich monatelang. Und dann gibt es diejenigen, über die man eher zufällig stolpert. „Agent Kim Reactivated“ gehört für mich ganz klar zur zweiten Kategorie.

Um ehrlich zu sein: Hätte ich gelesen, dass die Serie auf einem Webtoon basiert, hättech vermutlich direkt weitergescrollt. Mit Webtoons, Mangas und den ganzen dazugehörigen Universen hatte ich bisher nie besonders viele Berührungspunkte. Oft fehlt mir da einfach der Zugang.

Zum Glück habe ich diesem Reflex diesmal nicht nachgegeben.

Denn was Netflix hier auf die Beine gestellt hat, funktioniert erstaunlich gut. Im Mittelpunkt steht ein unscheinbarer Familienvater und Bankangestellter, der seine rebellische Tochter allein großzieht. Als sie plötzlich verschwindet, muss er ein Geheimnis offenbaren, das jahrelang unter Verschluss blieb: Früher war er ein Elite-Agent für verdeckte Spezialoperationen. Was folgt, ist keine reine Dauer-Action, sondern eine Mischung aus Familiendrama, Thriller und handfesten Kämpfen – mit genau der richtigen Portion Humor.

Was mir besonders gefällt: Trotz der spektakulären Prämisse wirken die Figuren erstaunlich bodenständig. Der Alltag als überforderter Vater, die kleinen zwischenmenschlichen Momente und die Dynamik zwischen den Charakteren fühlen sich glaubwürdig an. Natürlich gibt es Szenen, in denen man die Logik zugunsten der Unterhaltung etwas großzügiger auslegen muss – aber genau das gehört zum Konzept. Die Serie nimmt sich selbst nicht ständig bierernst und profitiert gerade davon.

Richtig Spaß macht außerdem das schlagkräftige Trio, das sich im Laufe der Handlung wieder zusammenfindet. Die Chemie zwischen den Figuren stimmt, die Sprüche sitzen und auch action-choreographisch hat mich die Serie positiv überrascht. Die Kämpfe sind dynamisch inszeniert, gut lesbar und vermitteln genau das richtige Maß an Härte und Augenzwinkern. Statt übertriebener CGI-Schlachten gibt es handgemachte Action, die einfach Laune macht und den Unterhaltungswert der Serie noch einmal spürbar anhebt.

Vielleicht ist das sogar die größte Überraschung für mich. Ich hätte erwartet, dass man die Webtoon-Wurzeln in jeder Szene deutlich spürt. Stattdessen wirkt „Agent Kim Reactivated“ wie eine erstaunlich runde Realverfilmung, die ihre Comic-Herkunft nicht verstecken muss, sich aber auch nicht davon einschränken lässt. Sie erzählt ihre Geschichte so, dass auch Zuschauer wie ich, die mit Webtoons bislang wenig anfangen konnten, problemlos hineinkommen.

Manchmal lohnt es sich eben doch, die eigene Komfortzone ein kleines Stück zu verlassen.

Bilder: Netflix

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Sonntag, 26. Juli 2026, 16:39 Uhr
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