Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #67

Klassiker der Woche: ALF

SPOILER !!
Michael
04.12.16

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Null Problemo – wer mit der Serie ALF aufgewachsen ist, wird sich an das inbrünstige Lachen der außerirdischen Hauptfigur und an dessen Ausspruch „Null Problemo“ erinnern. Und an seine zahlreichen coolen Sprüche. Und an seinen Hang, alles und jeden ins Chaos zu stürzen. 102 Folgen lang gab’s immer Witziges und Chaotisches, aber auch Tiefgründiges und Gefühlvolles. Schade nur, dass die Serie mitten im wichtigsten Handlungsstrang stecken blieb – irgendwie aber auch typisch für ALF.

Seriensteckbrief

Name: ALF
Genre: Comedy
Laufzeit: 25 Min.
Staffeln (Folgen): 4 (102)
Ausstrahlung: 22. September 1986 (NBC), 5. Januar 1988 (ZDF)
Darsteller: Paul Fusco, Michu Meszaros, Max Wright, Anne Schedeen

Als die Serie um den pelzigen Außerirdischen, der mit seinem Raumschiff vom Planeten Melmac im der Garage der amerikanischen Familie Tanner landete, 1986 startete wurde sie für NBC gleich zum Erfolg. Der anarchische, freche Außerirdische, der nicht nur gerne Grenzen auslotete, sondern diese auch immer wieder überschritt, machte einfach Laune. Er verkörperte all jene Charaktereigenschaften, denen man sich selbst als Zuschauer gerne einmal hingeben wollte. Mal bestellte er Artikel im Teleshopping munter drauf los, mal organisierte er Parties oder schnappte sich einen Sportwagen, um durch die Nacht zu rasen.

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Zum außerirdischen Phänomen, das eigentlich Gordon Shumway hieß, gesellte sich eine typische, kleinbürgerliche US-Familie der 80er Jahre, mit dem rechtschaffenden Willie, der korrekten Kate, mit der ALF nie warm wurde, sowie den beiden Teenagern Lynn und Brian. Über die vier Staffeln war Serienerfinder Paul Fusco so klug, den Kreis der Akteure immer zu erweitern. Mit den Nachbarn, den Ochmoneks, für die sich ALF besonders interessierte, die ihn aber natürlich nicht entdecken durften. Aber auch mit Verwandten und Freunden der Tanners, die nach und nach von ALF erfuhren und dessen Geheimnis bewahrten. Da war zum Beispiel Kates Mutter Dorothy, die ALF nicht ausstehen konnte und die sich mit ALF einen munteren verbalen Schlagabtausch leistete. Oder Willies Freund Dr. Larry Dykstra, der das ein oder andere Mal als Psychologe zu Rate gezogen wurde – vor allem in jener Folge, als ALF sein böses Ich auf eine Handpuppe projizierte – definitiv eine meiner Lieblingsfolgen.

Glücklicherweise war nicht nur ich Fan der Serie, sondern auch meine Frau, so dass wir noch heute gerne mal eine DVD einlegen und einige Folgen durchgucken. Und die Kinder sind jetzt auch in dem Alter, dass sie Spaß an ALF haben – mein ALF-Plakat aus meinem Kinderzimmer hängt heute bei meinem Sohn. Nochmal zum Ende der Serie: Zum Schluss will sich ALF von seinen Freunden abholen lassen, wird aber von der US Army geschnappt – daran sollte sich die 5. Staffel anschließen, die es dann aber nicht mehr gab. So schloss die Serie mit einem offenen Ende – was ich allerdings gar nicht so schlecht fand. So konnte man sich selbst überlegen, ob er denn nun wirklich geschnappt wurde, oder ob er doch noch entkommen konnte oder von den Tanners mal wieder gerettet wurde. Eine Fortsetzung gab es ja noch in dem Film ALF. Hier sind die ersten zehn Minuten ganz im Stil der Serie gehalten – absolut witzig und sehenswert. Der Rest des Films ist aber dann eher langweilig – den kann man sich schenken. Ach ja, die Tanners fehlen da auch; also definitiv kein würdiges Ende.

Ein Kommentar

  • Mann, war das damals ein Hype, aber einer, an den ich mich gerne erinnere. Als die Serie letztens mal wieder auf Nitro lief, fiel mir auf, wie viele Folgen ich fast 1:1 nachsprechen konnte (Den damaligen Hörspielkassetten sein Dank). Schade, dass die Dreharbeiten alle Schauspieler milde gesagt traumatisiert haben und es wohl nie eine Chance auf eine „Fuller House“-esque Fortsetzung geben wird.

    Tommi Piper wurde dadurch wohl zu Deutschlands ersten echten Starsynchronsprecher und hat ja unter anderem eine ganzes Album als ALF aufgenommen. (Hier mal die erste Hitsingle so als Beispiel https://youtu.be/EPZf5PzfSyE )

    Sehr interessant waren übrigens auch die Comics, die zur selben Zeit herauskamen und dessen Humor ich oft erst als Erwachsener richtig wertschätzen konnte und die, von den Beschränkungen einer Live Action Sitcom losgelöst, oft richtig bizarren Geschichten erzählten. (Etwa mit der wiederkehrenden „Was wäre Wenn Maschine“, durch die z.B. simuliert werden konnte was passiert wäre, wenn Willy als Astronaut auf Melmac gestrandet wäre. Ausserdem gab es noch eine „Horrorgeschichte“ um lebende Brote und eine um eine lebende Amarillispflanze.)


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