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Feel-Good-Justiz auf dem Spektrum

Serientipp: „Extraordinary Attorney Woo“ auf Netflix

Spoilerfrei
19. Dezember 2022, 18:07 Uhr
Spoilerfrei
Maik
19.12.22

Extraordinary-attorney-woo-netflix-serie

Aktuell schaue ich gemeinsam mit meinem Lieblingsmädchen „Extraordinary Attorney Woo“ auf Netflix. Da wir erst bei der Hälfte der insgesamt 16 jeweils über eine Stunde langen Episoden sind, will ich erstmal einen allgemeinen, spoilerfreien Serientipp abgeben – ein Staffelreview folgt dann gegebenenfalls, sobald wir komplett durch sind.

„Extraordinary Attorney Woo“ ist eine südkoreanische Serie, die bereits im Juni 2022 auf dem dortigen Sender ENA gestartet und seit Juli 2022 hierzulande über Netflix zu sehen ist. Allerdings gab es zum einen jeweils wöchentlich eine Folge, so dass die Staffel erst seit Ende August vollendet ist, vor allem aber besaß die Serie bis vor Kurzem lediglich die Original-Sprachausgabe mit Untertiteln. Mittlerweile gibt es immerhin eine englische Synchronisation, so dass man die Serie recht problemlos anschauen kann. Und das lohnt sich!

Die besondere Woo Young-woo

Woo Young-woo ist eine junge Frau, die für Jura brennt und ihre Studium als Beste abgeschlossen hat. Und doch hat sie Probleme, einen Job zu finden. Der Grund: Die Kanzleien sagen ihr ab, weil sie autistisch ist. Damit wäre das Grundsetting von „Extraordinary Attorney Woo“ auch bereits erklärt. In den Folgen begleiten wir Woo Young-woo im Abenteuer Arbeit, lernen sie und Autismus als solchen näher kennen und bekommen Einblicke in eine ganz besondere Sichtweise geschenkt. Das erinnert durchaus an Serien wie „The Good Doctor“ oder „Atypical“.

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Der Rest drumherum ist ein recht seichtes Justiz-Drama. Ein bisschen wie „Suits“, nur deutlich lockerer gehalten. In der Regel gibt es einen Fall der Woche, der behandelt wird, wobei drumherum auch die Geschichte von Woo Young-woo und ihren Weggefährt:innen beleuchtet wird, so dass auch ein übergeordneter Bogen gespannt wird. Die Justiz selbst ist dabei wohl der eine große Schwachpunkt der Serie. Vor allem in den ersten Folgen hat mich extrem gestört, wie fahrlässig da angeblich erfahrene Anwälte einer angeblich großen und renommierten Kanzlei sein sollen. Mal ganz davon abgesehen, dass immer die gleichen Leute aktiv werden, obwohl die Fälle kunterbunt durch die Rechts-Bereiche wandern. Schlimmer ist aber, dass viele Gamechanger-Elemente bereits weit im Voraus als solche erkennbar sind – das könnte man smarter lösen. Und noch bin ich mir unsicher, ob es wirklich jede Folge diesen obligatorischen Geistesblitz-Moment geben muss.

Charmantes Feel-Good-Fernsehen

Aber bei „Extraordinary Attorney Woo“ geht es halt nicht um knallhartes und authentisches Rechts-Drama – das ist nur die Umgebung. Es geht um Attorney Woo und ihre Selbstfindung. Sie möchte eigenständiger werden, ein richtiges Erwachsenenleben führen und all die kleinen und großen Hürden des Alltages meistern. Dabei weiß Park Eun-bin in der Hauptrolle zu überzeugen, die süßlich naiv und doch charakterstark gezeichnet ist. Auch im erweiterten Hauptcast sind viele liebenswerte Figuren parat, die gut gezeichnet sind, weil sie eben glaubhaft und nicht überzogen wirken. Auch hält das Drehbuch einige sehr schöne Dialoge bereit, die jetzt nicht mit ganz großem Wortwitz und erlesener Lyrik daher kommen (das kann aber auch daran liegen, dass ich Südkoreaner:innen in feinstem Oxford-Englisch reden höre…), aber sie sind sehr herzlich und glaubhaft geschrieben.

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Allgemein ist „Extraordinary Attorney Woo“ eine besondere Serie, weil sie mit dem Besonderen spielt. Statt besondere Superkräfte, Fälle oder Action-Szenen geht es hier um Menschen. Natürlich vorrangig die besondere Woo Young-woo, aber letztlich zeigt sich, dass diese auch „nur“ ein normaler Mensch und alle um sie herum auch auf ihre eigene Art und Weise besonders sind. Okay, vielleicht mag ich die Serie auch, weil da ständig Wale vorkommen… Aber neben netten Feel-Good-Geschichten zeigt uns „Extraordinary Attorney Woo“ auch noch vereinzelt ein paar nette Visuals sowie einige Momente zum Schmunzeln und Mitfühlen.

Bislang fühle ich mich jedenfalls allerbestens unterhalten von der Serie! Und auch wenn die einzelnen Folgen von „Extraordinary Attorney Woo“ in der Regel um die 66 Minuten lang sind, kommen sie einem nie wirklich überlang vor. Und das ist schon mal ein gutes Zeichen, würde ich sagen.

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Dass Netflix internationale Ausstrahlungsrechte besitzt und die Serie bereits parallel oder kurz nach der Erstveröffentlichung verbreiten möchte, ist ja löblich, allerdings hätte ich erwartet, dass viel früher bereits Synchronspuren parat sind. Vielleicht wurde man aber von dem Erfolg der Serie überrascht. Entsprechend optimistisch bin ich, dass eine deutsche Synchronisation nur eine Frage von Wochen sein wird. Dann kann ich meinen Eltern direkt den Link zu diesem Beitrag hier schicken!

Wer bereits jetzt reinschauen oder sich die Serie auf die Merkliste setzen möchte, kann die komplette erste Staffel von „Extraordinary Attorney Woo“ direkt hier auf Netflix finden.

Bilder: ENA / Netflix

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7 Kommentare

  • Oh, cool. Hatte die Serie auch entdeckt, war aber vom Original-Ton abgeschreckt. Aber mit englischer Synchro kann man das ja ganz gut machen – ist vorgemerkt! :-)

    • „…war aber vom Original-Ton abgeschreckt.“
      Hat was von rassistischen Unterton. btw. die engl. Synchro ist eher grottig und das Drama war auch in den USA schon VOR Existenz des ENG-Dub ein Hit. Die Amis können wohl lesen.

  • Moin!
    Ich kann nicht verstehen, warum hier auf Synchronisation bestanden wird… ich liebe es Koreanische Serien im Originalton mit Untertiteln zu schauen. Ist zwar etwas anstrengend, aber ich fand bisher alle Synchronisationen so grottenschlecht, dass ich bereits nach ein paar Minuten wieder auf Originalton schalte.

    • Persönlich finde ich Untertitel schrecklich, weil sie den visuellen Fokus von den Schauspieler:innen und den Geschehnissen ziehen (in dieser Serie ggf. noch vernachlässigbar) sowie vor allem häufig spoilern, da sie schlecht getimet sind. Auch ich höre lieber den O-Ton, aber wie geschrieben war das für mich in diesem Fall nicht zu vereinbaren. Wie du schon selbst schreibst: anstrengend.

      • „Persönlich finde ich Untertitel schrecklich, weil sie den visuellen Fokus von den Schauspieler:innen und den Geschehnissen ziehen “
        Komisch, in vielen anderen Ländern bekommen das die Menschen alle problemlos hin. Mangelt in DE wohl eindeutig an Lese-Kompetenz.

      • So sehen es halt alle anders und ist ja auch vollkommen in Ordnung, wenn du es anders magst. Habe das auch je nach Produktion gerne, selbst wenn ich die Sprache selbst nicht verstehe, und versuche es auch immer erstmal im Original, mag es aber auch sehr, Schauspielenden bei ihrer Arbeit in Mikromimik und Co. zu beobachten, da dort mehr Emotion mitschwingt als in Texten. Heißt ja nicht, dass das nicht auch geht, aber ohne ausgeprägten Silberblick wird es halt schwer, gleichzeitig an mehrere Punkte zu schauen. ;)

        Dass du hier aber beinahe beleidigend Leuten Rassismus oder latente Legasthenie süffisant unterjubeln willst, obwohl es dir selbst augenscheinlich an Lesekompetenz mangelt, ist beinahe ironisch zu betrachten. Aber vermutlich pickst du dir einfach gerne Aspekte heraus und verdrehst sie dir fokussiert so in einen selbstgebauten Kontext, wie es dir gerade zusagt… 🙄

      • Schtonk

        Glückwunsch zu deiner gelungenen Heuchelei, Taifei.
        Erst unterstellst du anderen Rassismus und diskriminierst danach alle Menschen mit einer Leseschwäche.
        Bevor du das nächste mal irgendwas im Internet kommentierst, solltest du vielleicht vorher deinen Kopf einschallten und an deinem Charakter arbeiten.


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