Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #56

Klassiker der Woche: Detektiv Conan

Spoilerfrei
Maik
18.09.16

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Zeichentrick ist Kinderkram. Dass diese Aussage absoluter Blödsinn ist, habe ich damals bei „Detektiv Conan“ gemerkt. Der ist zwar in etwa das genaue Gegenteil zum muskelbepackten Barbaren, aber alles andere als kindgerecht. Klar, der Anime-Stil und die eingebauten Slapstick-Elemente führen dazu, dass auch Kinder lachen können und Mütter mit den Augen rollen, wenn die eigentlich viel zu alten Teenager-Kinder sich so etwas anschauen. Aber irgendwie passt das ja auch zum Format – Jung-Erwachsene, die plötzlich wie ein Kind erscheinen. Habt ihr „Detektiv Conan“ auch geschaut?

Seriensteckbrief

Name: Detektiv Conan
Originalname: 名探偵コナン (Meitantei Konan)
Genre: Anime
Laufzeit: 22 Min.
Folgen: 829+ (in 43 Staffeln)
Erstausstrahlung: 08.01.1996 (Nippon TV), 10.04.2002 (RTL II)

Darum ging es

Der 17-jährige Hobby-Detektiv Shin’ichi Kudō bekommt ein Gift verabreicht und ist plötzlich in der Haut eines Grundschülers (etwa zehn Jahre jünger). Im Kopf ist er aber noch immer auf Zack und löst so – unter dem Decknamen Conan Edogawa – weiterhin Fälle und versucht, seine große Liebe, Ran Mōri, zu schützen. Das ist natürlich alles etwas banal, weil man mit 17 nun auch nicht wirklich den ausgeprägtesten Geist haben dürfte, aber er ist den meisten Erwachsenen gedanklich deutlich voraus.

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Ich weiß nicht, ob es an der damaligen Zeit und meinem noch nicht ganz ausgereiftem Geist lag, aber ich fand bei einigen der Folgen die Auflösungen der Fälle verdammt smart. Da waren zwar einige Krimi-Klassiker dabei, aber eben auch frische (oder zumindest mir unbekannte) Ansätze und durchaus komplexe Abläufe, die gerne mal in Doppel- oder Dreifach-Episoden erzählt wurden. Und auch wenn es immer wieder diese typisch langgezogenen und wenig animierten Anime-Sequenzen und Wiederholungen gab, war das Pacing doch erfreulich hoch und die Story meist stringent erzählt. Ich habe mich jedenfalls sehr gut unterhalten gefühlt (und frage mich, ob das heute auch noch so ist, mal testen…).

Und ja, ursprünglich basiert die TV-Serie tatsächlich auf einem haptischen Shōnen-Manga. Die Reihe, die im englischen auch „Case Closed“ genannt wurde, hat lediglich 90 Ausgaben, die aber im TV zu über 800 ausgebaut worden sind. Ich hatte gar nicht auf dem Schirm, dass so viele Episoden über selbigen liefen. Habe ich wohl noch einiges aufzuholen…

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Eigentlich sollte die Serie damals übrigens bei „FOX Kids“ laufen, war aber zu „mordlastig“, so dass der Plan verworfen wurde. Hierzulande könnt ihr nur auf Reruns auf Viva oder so hoffen, über die gängigen Streaming-Plattformen werdet ihr nicht fündig. Aber auf YouTube und Co. gibt es etliche der Folgen in kompletter Länge – oder ihr schaut mal bei Detektiv-Conan.ch vorbei, die wohl recht gut sortiert sein sollen.

Detektiv Conan Pilotfolge 001

Nach deutscher Zählweise ist die folgende Episode die erste der Reihe. Danach folgt die scheinbar originale Pilotfolge mit englischen Untertiteln – auch mal interessant, um die echte Vertonung zu hören.

3 Kommentare

  • Definitiv einer meiner Lieblingsserien.
    Hör ich jeden Abend zum einschlafen :D

  • Meine Mutter ist interessanterweise ein großer Fan der Serie. Sie kann zwar mit Animes nix anfangen, ist aber Krimifan durch und durch und dass, trotz der schlechten Animation, des absurden Plots und der unpassenden Slapstickeinlagen, die Fälle 100% ernsthaft konstruiert sind, hat sie (nach einem gewissen Druck von seiten meiner Schwester) dann doch zum einschalten bewegt.



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