Vorbereitung ist das halbe Leben!

Mama liebt Serien: The Road So Far

Spoilerfrei
Susanne
31.10.17

Als ich noch jung war, damals vor dem Kartoffelkrieg, da gab es eine Zeit, in der ich Roadtrips liebte.

Die Zeit im Leben, als der Lappen im Portemonaie noch auf Hochglanz poliert war. Führerschein und Perso waren oft das Einzige, was meine beiden besten Freunde und ich einpackten. Früher brauchte man den noch. Grenzen und so. Wenn möglich noch ein paar Groschen und los ging die Reise. Heute, fast 20 Jahre und zwei Windelpuper später, sieht das wie folgt aus: Für alle eventuellen Witterungsbedingungen werden Klamotten eingepackt. Vom atomaren Winter bis hin zum Feuertornado.

Das allein sind schon zwei prallgefüllte 70l-Rucksäcke. Nur für die Kinder. Mein Mann und ich beschränken uns auf unsere Zahnbürsten und je eine Unterhose. Wir würden uns eine teilen, wenn wir dieselbe Größe tragen würden.

Windelpakete werden ins Auto gestopft. Das ächzt bereits unter der Last eines Kinderwagens, eines Reisebettes und -stuhls, einem Laufrad plus Helm und einem Puppenbuggy. Vorne steht die Tasche mit den Fressalien, Trinkflaschen und gut versteckten Schokoriegeln. Das Auto ist schon ohne uns vier Personen proppevoll. Nicht schlecht für einen zweitägigen Ausflug. Können wir nun los? Mitnichten. Früher: Pippi machen, Schuhe an, Jacke schnappen, los. Heute: K1 wickeln, K2 wickeln, mit K1 Puppi suchen (die mit den langen Haaren, nicht die harte), Mann sucht das Navi (obwohl wir die Strecke blind fahren könnten), K2 pupst und muss erneut gewickelt werden, Mann geht Pippi machen, zieht Schuhe an, schnappt die Jacke und will los. K1 schnappt Schuhe und zieht sie an. Einen grünen Sneaker und eine rosa Sandale. K2 besitzt auf einmal nur noch einen Schnürschuh. Ohne Schnürsenkel. In der Tupperdosenschublade finden wir immerhin den zweiten Schuh. K1 brüllt nach ihrer Sonnenbrille (die blaue, nicht die rote) und ich trinke erstmal einen Schluck Wasser. Dabei finde ich den vermißten Schnürsenkel im Altpapier als Lesezeichen.

Mann angezogen, K1 angezogen, K2 irgendwie angezogen und ich habe bestimmt irgendwo auch eine Jacke oder andere Schuhe als Badelatschen. Mal sehen. Endlich im Auto. Können wir jetzt los? Natürlich. Nicht. Jedem Kind eine Flasche in die Hand drücken und über die Bespaßung im Auto nachdenken. Entertainment früher: Metallica oder AC/DC? Laut oder richtig laut?

Heute: Conni oder Rolf Zuckowski? Endlosschleife oder einfach nur bis zu den Anfängen von suizidalen Gedanken seitens der Erwachsenen? Als das geklärt ist, fahren wir endlich los. Auf der Autobahn gehe ich nochmal alles durch. Herd aus, Fenster zu, Windelmüll dampft nicht vor sich hin, abgeschlossen ist auch. Ach Mist, ich war nicht auf Klo. Naja, egal, die zwei Stunden werde ich wohl aushalten. Auf dem Navi erscheint ein rotes Ausrufezeichen. Neu berechnete Fahrzeit 387 Stunden bis zur vorraussichtlichen Ankunft. Prima!

5 Kommentare

  • Haha ;) ich mag deine Beiträge sehr gern, denn jeder der Kinder hat findet sich da irgendwo wieder.

  • Meine toleranten Eltern mussten früher aushalten, dass ich unbedingt das Rödelheim Hartreim Projekt auf den langen Autofahrten hören wollte – mit sehr, sehr derben Texten. Wenn ich mich daran zurück erinnere, hätte ich mir das glaube ich nicht erlaubt ;-)

  • Wieso derbe Texte? Nur weil der rappt:

    Die nächste von euch F….. die das Mikrofon berührt, wird vom Kabel eingeschnürt und kriegt’s hinten ei…….

    Ach, jetzt verstehe ich’s… ;-)

    Trotzdem: Rödelheim Hartreim, für immer und ewig!

  • @Doreen: Danke! Über solche Kommentare freue ich mich besonders! 😍 Tatsächlich bin ich mit meinen Kindern ein wenig durch die Gegend gehüpft!
    @Jonas: Immerhin haben sie dich nicht an der Raststätte ausgesetzt. Deine guten Qualitäten müssen überwiegen. 😉
    @Schmaal: Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten. 😂



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