Und der Schlüssel der TARDIS geht an ...

Meet the Thirteenth Doctor

17.07.17 17:17
Doctor Who
SPOILER !!

Autor: - 17.07.17
Doctor Who

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Seit gestern Abend dürfte ein Name recht häufig in die Suchmaschinen dieser Welt eingetragen und ein bestimmter Eintrag in der Wikipedia aufgerufen worden sein. Und seit diesem Abend ist eine ganze Seriengemeinde nahezu in zwei Lager aufgeteilt. In die Pro und in die Contra Gruppe.

Schuld daran ist Jodie Whittaker. Und dieser Teaser der BBC, der direkt nach dem Wimbledon Finale ausgestrahlt wurde und seitdem hoch und runter diskutiert wird.

Die Gerüchte haben sich also nun bewahrheitet, die TARDIS wird in Zukunft von einer Frau gesteuert. Nicht das erste Mal denn Missy durfte sich in der abgelaufenen Staffel ja auch schon hinter den Steuerknüppel setzen. Wenn man sich allerdings die unterschiedlichen Reaktionen in der Serienwelt so anschaut, dann muss man wohl ab sofort in fast 50% der Fälle mit Blechschäden beim rückwärts einparken der TARDIS rechnen. Aber das gehört wohl zu den typischen Regenerationsnachwirkungen bei den Whovians. Erst hasst man den neuen Doctor. Dann gesteht man sich ein dass der neue Doctor gar keine so schlechte Leistung abgibt, dann ist es der beste Doctor seit Jahrzehnten und am Ende wüsste man nicht, wie jemals ein neuer Doctor die Serie übernehmen soll.

Nun also Jodie Whittaker. Jodie wer? Ich vermute mal in Deutschland wird man auch bei den eingefleischesten Serienfans kaum etwas mit diesem Namen anfangen können. Andere Namen, die mit im Gerüchterennen um die Rolle des neuen Doctors waren – wie Ben Whishaw oder Rupert Grint – dürften in Deutschland einen deutlich klangvolleren und bekannteren Namen haben.

Jodie Whittaker? Jodie Whittaker!

Attack the Block

Aber auch Jodie Whittaker hat die ein oder andere spannende Rolle vorzuweisen. Wie nahezu jeder britische Schauspieler begann ihre schauspielerische Karriere auf den britischen Theaterbühnen. Die ein oder andere Rolle aus diversen Shakespeare Dramen dürfte also in ihrem Lebenslauf zu finden sein. Aber auch für uns Kulturbanausen gibt es interessante Film- und Serienprojekte auf die man verweisen kann, ja verweisen muss, wenn es darum geht, Jodie Whittaker kennen zulernen.

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In „Attack the Block“ spielt Whittaker eine Krankenschwester die sich in dieser SciFi-Actionkomödie Angriffen von Außerirdischen (und von jugendlichen Gangs) erwehren muss. Der Film geht mit einem großen Knall zu Ende und überzeugte in 2011 das Publikum. Wenn auch nur ein eher kleines, fachkundiges Publikum, aber die Kritiken waren entsprechend positiv.

Black Mirror

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Wer die Serie „Black Mirror“ kennt und liebt, sollte Jodie Whittaker in Erinnerung haben. Im Staffelfinale der ersten Staffel – „The Entire History of You“ – spielt Whittaker nämlich eine der Hauptrollen. „The Entire History of You“ ist in meinen Augen eine der besten Folge der gesamte Serie. Schaue ich immer mal wieder gerne.

In „The Entire History of You“ geht es um das Ehepaar Liam und Ffion (Whittaker). Und um Vertrauen und Misstrauen. Verdacht und Eifersucht. Und um die technische Möglichkeit sich jede erlebte Szene immer und immer wieder anschauen und analysieren zu können. Kenner der Serie werden spätestens jetzt wissen, worum es in dieser Folge geht. Eine dramatische und schreckliche Vorstellung. Aber eine tolle Folge und eine überzeugende Jodie Whittaker.

The Assets

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Die ABC Miniserie „The Assets“ habe ich leider noch nicht gesehen, mir gefällt aber die Prämisse der Serie. Hier geht es nämlich um den Spionagefall des Aldrich Hazen Ames, einem Mitarbeiter der CIA der 1994 der Spionage für die Sowjetunion und Russland überführt wurde. Whittaker spielt hier die ebenfalls reale Sandra Grimes, die Leiterin einer kleinen Ermittlungseinheit, welche Ames ganz dicht auf der Spur ist.

Die Serie steht schon länger auf meiner Liste auch wenn die Serie das Publikum in 2014 nicht wirklich überzeugen konnte, die Quoten waren dementsprechend mies. Aber ich mag derartige Konzepte so dass ich mir die Miniserie bestimmt irgendwann doch mal anschauen werde.

Jodie Whittaker kommt in den Kritiken aber immer gut weg. Von daher sollte man auch diese Serie im Kopf haben wenn man an Whittaker denkt. Und vielleicht mal reinschauen wenn einem die reale Prämisse gefällt und man sich mit Jodie Whittaker beschäftigen möchte.

Sind wir doch mal einen kurzen Moment ehrlich, landet man nach diesen drei Filmen bzw. Serien nicht zwangsläufig bei „Doctor Who“? Sie kennt sich mit Außerirdischen aus, sie weiß mit fortschrittlicher Technik umzugehen und auch das logische Denken scheint ihr zu liegen. Perfekt!

Fehlt eigentlich nur noch eine Rolle, in der sie auch international aufgefallen ist. Haben wir das was? Ja, haben wir.

Broadchurch

Ihre wohl bekannteste Rolle in einer international erfolgreichen Serie dürfte die der Beth Latimer in „Broadchurch“ gewesen sein. Auch wenn die Serie wohl eher mit David Tennant oder Olivia Colman verbunden wird, dem Ermittlerduo, welches den Mordfall an Beths Sohn Danny aufzuklären versucht.

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Neben Tennant und Colman war es in meinen Augen aber Jodie Whittaker, die der Serie ihren Stempel aufdrücken konnte. Jodie gab ihrer Figur Aspekte von Trauer, Panik und natürlich auch Rache. Aber auch Vernunft spiegelt sich im Laufe der drei Staffeln durch ihr Spiel.

Und sie kennt den neuen Showrunner der Serie, Chris Chibnall, wahrscheinlich so gut wie kaum ein Anderer der gehandelten Namen. Denn Chibnall war der Showrunner von „Broadchurch“. Und wechselt nun, wenn man so will, zusammen mit Jodie Whittaker rüber zu „Doctor Who“.

Nun also eine Frau. Und ein neues Konzept.

Chibnall weiß also ganz genau was Whittaker als neuer Doctor zu leisten im Stande ist. Ich bin sehr gespannt, wie Whittaker die Figur des Timelords ansetzen wird. In meinen Augen ist sie schauspielerisch absolut in der Lage, die Figur in jegliche Richtung zu entwickeln. Durch ihre langjährige Theatererfahrung und die zahlreichen TV und Filmauftritte muss man sich als Fan der Serie keine Gedanken machen, dass die Figur des Timelords hinter der jeweiligen Story rücken wird. Der Doctor wird auch weiterhin im Mittelpunkt aller zukünftigen Abenteuer stehen und der Serie ihren ganz eigenen Charme verleihen.

Etwas überrascht bin ich aber schon, dass die Diskussionen rund um diese Meldung sich am Umstand, dass Jodie Whittaker nun mal eine Frau ist, aufhängen. Und hier gibt es neben den absolut indiskutablen Meinungen auch solche, die zwar gegen eine Frau als Doctor sind, dies aber durch die Historie der Serie erklären. Es war nun mal immer ein Mann. Warum sollte man dies ändern? Die Argumentation, dass der englische Begriff „Doctor“ nun mal weder männlich noch weiblich besetzt ist, lassen die Contra-Geber nicht gelten. Genauso wenig, dass der Master ja auch in eine Frau, Missy, regenerieren konnte.

Man führt an, dass man die Serie an dieser Stelle nur deswegen weiterentwickelt, da man dem öffentlichen Druck nachgeben möchte. Einem falsch verstandenem Genderwahn. Sozusagen der Frauenquote im TV Geschäft. Für mich ist diese Diskussion überhaupt keine echte Diskussion, denn ob der Timelord eine Frau oder ein Mann ist, dürfte und sollte für die Geschichte, die die Serie erzählen will, überhaupt keinen Unterschied machen. Wir reden hier ja nicht von einer neuen Jane Bond oder anderen Serien- oder Filmfiguren, die aufgrund ihres Namens geschlechterspezifisch klar definiert sind.

Auch die Aufgabe des Doctor, die dieser in der Serie zu übernehmen hat, ist geschlechterspezifisch neutral. Und Michelle Gomez hat als Missy eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass ein weiblicher Timelord auch so seine Qualitäten hat.

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Aber neben der Tatsache dass wir nun einen neuen Timelord begrüßen dürften, kommt ja noch hinzu dass die Serie auch einen neuen Showrunner bekommen wird.

Und Chris Chibnall hat bereits angedeutet vom bewährten Erzählkonzept abweichen zu wollen. Er will die Serie weiterentwickeln und größere, episodenübergreifende Geschichten erzählen um sich vom Konzept des Monster-of-the-week nach und nach zu verabschieden. Er will die Serie damit für die nähere und weitere Zukunft vorbereiten. Denn die gängigen Erzählkonzepte der neueren Serien weichen schon sehr vom altbewährten Fall-der-Woche Konzept (Procedural) ab. Man will heutzutage längere Geschichten, die in sich verschachtelt sind. Und auf diesen Trend der letzten Jahre setzt Chris Chibnall.
Wobei ich nicht glaube, dass aus „Doctor Who“ ein neues „Broadchurch“ wird. Das kann ich mir einfach nicht vorstellen, dafür ist allen Beteiligten klar, welches Serienurgestein, welche Geschichte sie nun in ihren Händen halten. Aber ich finde es legitim, dass man versucht durch eine Weiterentwicklung die Serie auch für zukünftige Generationen interessant zu gestalten.

Denn auch mein Serienkonsum hat sich in den letzten Jahren gewandelt. Ich war zwar nie der große CSI-Gedöns Fan – um einfach mal ein stereotypisches Beispiel zu nennen – aber in letzter Zeit schaue ich derartige Serien überhaupt nicht mehr. Ich denke zwar nicht, dass diese Art von Serien gar keine Daseinsberechtigung mehr haben, aber dieses grds. Serienkonzept wird sich weiterentwickeln müssen. Und weiterentwickelt werden.

Ich vermute daher, das Chibnall genau dies vor Augen hat. Wie seine Idee dann konkret aussehen wird, werden wir sehen. Womöglich revolutioniert er ein altbewährtes Serienkonzept und wir werden in Zukunft rückblickend von einem serienhistorischen Zeitpunkt sprechen. Und man meint damit nicht unbedingt, dass mit Jodie Whittaker zum allerersten Mal eine Frau in der TARDIS das Sagen haben wird, nein, dass Chris Chibnall sich getraut hat das altbewährte „Doctor Who“ Konzept aufzubrechen und weiterzuentwickeln.

Dies gilt es zu beobachten und ist in meinen Augen die eigentliche Meldung des Sommers. Dass mit Jodie Whittaker nun eine Frau die Rolle des Timelords übernehmen wird, finde ich aber dennoch gut. Sie wird neue Reize setzen und für eine weitere interessante Version des Timelords sorgen. Und viele Serienfans begeistern.

Reaction Videos

Und weil es so lustig ist, sich Reaction Videos anzuschauen, habe ich mal drei Videos von heftigen Fans der Serie ausgewählt, die ausnahmslos positiv überrascht sind. Jeder auf seine eigene Art. Und jene drei sind nicht einfach nur so Serienfans. Unter Whovians, die schon mal von YouTube gehört haben, dürften jene drei Kanäle durchaus bekannt sein.

Ach, immer wieder eine große Freude.

Apropos Freude. Ich freue mich auf die Christmas-Folge und ihren ersten Auftritt als Timelord. Natürlich wird die Diskussion dann noch einmal ähnlich geführt werden, wie in diesen Tagen. Aber da muss jeder Timelord durch.

Daher, good luck Jodie Whittaker und good luck Chris Chibnall. Es kommen interessante und spannende Zeiten auf euch zu. Und uns.

Bilder: BBC | ABC| Studio Canal | Channel 4 | ITV

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