Review zum Staffelfinale samt Ausblick auf Staffel 4

Rectify S03E06 – The Source

09.01.16 19:00
RectifyReview
SPOILER !!
Michael
09.01.16

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Zum Abschluss der dritten Staffel von Rectify erleben wir endlich einmal einen gelösten Daniel Holden. Der Abschied aus Paulie und die Perspektive, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen, hebt ganz offensichtlich seine Stimmung. Auch in der übrigen Familie Holden-Talbot wird einiges wieder gerade gerückt.

Die Folge, geschrieben und inszeniert von Showrunner Ray McKinnon selbst, spielt sich im Prinzip auf drei Ebenen ab: Da ist Daniels Ausflug mit seiner Mutter, die ihn in sein neues Leben führt, dann Sheriff Daggetts Ermittlungen gegen Trey, und die versöhnlichen Strömungen im Hause Talbot.

Letztere führen dazu, dass sich das Verhältnis zwischen Teddy Jr. und seiner Stiefschwester Amantha wieder bessert. Dieses war nie besonders gut und hat unter Daniels Präsenz noch mehr gelitten. Jetzt kehrt Amantha ins alte Haus zurück und entdeckt Teddy – in seinem alten Jugendzimmer, das er zwischenzeitlich Daniel überlassen hatte. Er hat Tawney das gemeinsame Haus überlassen und ist nach Hause zurückgekehrt. Nach ein paar Frotzeleien zwischen den beiden bessert sich die Stimmung zusehends, bis sich beide etwas zu essen bestellen und ein altes Kartenspiel spielen. Es kehrt Normalität ein, wie früher.

Sheriff Daggett glaubt derweil, in Trey den Mörder von George Melton ausgemacht zu haben und lässt ihn verhaften. Wir als Zuschauer wissen ja, dass es nicht stimmt, sehen aber auch, dass ähnlich wie bei Daniels Fall Indizien und Vermutungen oft ausreichen, um jemanden wenigstens erst einmal verdächtig zu machen. Dass möglicherweise sogar Senator Foulkes etwas mit Hannas Tod zu tun haben könnte, wird nur in einem Nebenstrang der Handlung angedeutet, als Daniels Anwalt Jon den Senator im Pflegeheim besucht und entsprechende Andeutungen ausspricht.

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Im Mittelpunkt steht aber natürlich Daniels Abschied aus Paulie. Die bedrückende Stimmung ist einer fast schon beschwingten Gefühlslage gewichen. Daniel scherzt mit Amantha, Jon und seiner Mutter beim Abschied, rät Amantha, auf die Donuts aufzupassen und ihre Mutter nicht in die Nähe des Kartons zu lassen. Dann fahren Mutter und Sohn los, halten noch einmal am Gefängnis, wo sich Daniel auf einer großen Wiese vor den Mauern noch einmal eine Auszeit gönnt. Manchmal würde er gerne wieder dorthin zurückkehren, gibt er zu, doch dann geht’s weiter Richtung Strand. Wir erleben noch ein etwas verunglücktes Abendessen in einem Strandrestaurant – Daniel und seine Mutter wollen tanzen, doch nach 2 Schritten geht der DJ in die Pause. Das ursprüngliche Lokal, das sie gesucht haben, gibt es zwar nicht mehr, aber eben den Strand:

Gut, dass sie den Strand behalten haben. Die Stelle ist perfekt, Mama.

Am Strand selbst blüht Daniel auf: Er trifft auf eine Familie und spielt mit deren Kind Ball. nach einem gelungenen Wurf des Kindes lobt Daniel geradezu überschwänglich:

Fantastikalisch schnabbeldibastisch.

Dann sagt Daniel zu seiner Mutter, dass er jetzt Richtung Quelle müsse und läuft ins Meer. Derweil er sich von den Wellen treffen lässt, spielt er in Gedanken ein Gespräch mit Tawney durch. Er ist weiterhin im Gefängnis, sie besucht ihn – das hat es in der Realität nie gegeben. Obwohl Daniel der Gefangene ist, spricht er Tawney laufend Mut zu, ermuntert sie, weiter zu machen und ihren Glauben nicht zu verlieren. Der Moment ist großartig angelegt, mit der eher bedrückenden Besuchssituation im Gefängnis, der Scheibe zwischen den beiden, die immer wieder im Laufe des Gesprächs zu verschwinden scheint. Am Ende des Dialogs sind wir wieder bei Daniel am Strand.

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Dann fährt er zu seiner neuen Wohnung und steht kurz davor, seinen neuen Mitbewohner zu treffen. Eine Bitte hat er noch an seine Mutter:

Könntest du versuchen, Dir selbst zu vergeben?

Dann geht er ins Haus und die Staffel ist zu Ende.

Mit nochmal einer gut gemachten Folge verabschiedet sich Rectify in die mittlerweile dritte Pause. Vor allem das Gedankengespräch zwischen Tawney und Daniel hat mir gut gefallen. Was ich auch mag, ist, dass Ray McKinnon einige, vor allem familiäre Wogen geglättet hat, gleichzeitig aber auch neue Handlungsstränge angedeutet hat, die dann die vierte Staffel ausmachen können.

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