Kaley Cuoco mal in einer anderen Rolle

Review: The Flight Attendant (Staffel 1)

Mini-Spoiler
Michael
11.05.21

Böse Zungen behaupten ja, das Innovative an der Serie „The Flight Attendant“, die aktuell bei Amazon Prime Video läuft und sonst ein HBO Max Original ist, sei, dass man Darstellerin Kaley Cuoco mal in einer anderen Rolle sieht, und nicht als Penny in der Sitcom „The Big Bang Theory“. In der Tat muss man sich kurz schütteln, wenn die ersten Minuten der Serie laufen, um das Bild aus der ewig gleichen Kulisse von TBBT aus dem Kopf zu bekommen. Dann bekommt man aber schnell Lust auf diese bunte Mischung aus Crime, Comedy und Drama. Aber hält das auch die acht Folgen der Staffel an?

Es beginnt mit einer absolut vielversprechenden Pilotfolge. Penny Cassie Bowden ist als Stewardess unterwegs und hat vor allem zwei Dinge im Sinn: Alkohol und gut aussehende Männer. Bei einer Landung in Bangkok kann sie passenderweise beides verbinden – und schlittert so aber direkt in große Schwierigkeiten. Der Mann vom Vorabend liegt tot in ihrem Bett, sie selbst hat einen Filmriss – schlechte Kombination. Die restliche Folge über versucht sie, irgendwie aus dieser verzwickten Lage herauszukommen. Man leidet richtig mit, wenn Cassie versucht, einen klaren Kopf zu bekommen; man will mithelfen, wenn sie den Tatort reinigt; man will sie verstecken, wenn sie aus Bangkok flüchtet. Das alles macht richtig Spaß – ist von Regisseurin Susanna Fogel auch toll in Szene gesetzt – und von Kaley Cuoco überraschend glaubhaft und überzeugend in Szene gesetzt. Schnell ist klar, dass es bei der ersten Folge nicht bleiben wird und man bei dem Fall um Cassie dabeibleiben wird.

Leider ist man da aber auf eine dieser typischen Appetitmacher reingefallen, die einen in solche Serien zu locken versuchen. Cassie versinkt in den nächsten Folgen immer mehr im Alkohol, so dass es schnell einfach nervt, wenn sie bei jeder Situation wieder am Pülleken hängt. Denn die Crime-Story an sich gibt genug Stoff her, um eine richtig unterhaltsame Staffel draus zu gestalten. So überlagert das Alkohol-Thema schnell die eigentliche Story, dazu kommt das Familiendrama als weitere Storyline, die es auch nicht unbedingt gebraucht hätte. Dazu wird mit Cassies Kollegin Megan noch ein weiterer Schauplatz aufgemacht – der irgendwie am Ende sogar noch nicht einmal aufgelöst wird. Fragt man sich ja, was da der Mehrwert sein soll.

Der Rest wird dann auch immer durchschaubarer, und die Charaktere verlieren stark an Profil. Was soll dieser Disput der FBI-Agenten? Was soll das Zaudern der Anwältin rund um ihr Privatleben und ihren Job? Braucht man alles irgendwie nicht. Und am Ende hat man nur noch dauernd die großen, tränengetränkten Augen von Kaley Cuoco vor sich, unterbrochen von dem nächsten kleinen Wodka-Fläschchen. Schade da eigentlich, ich hätte mir gewünscht, dass man die Romanvorlage von Chris Bohjalian für die Serie deutlich glättet und auf den eigentlichen Kriminalfall fokussiert – das hätte jede Menge Potenzial geboten. Mal sehen, was Staffel 2 bieten wird, wenn Cassie Bowden tatsächlich als verdeckte Ermittlerin in die Luft gehen wird…

Bilder: HBO

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