Watch Over This Boy

Review: Watchmen S01E01 – It’s Summer And We Are Running Out Of Ice

22.10.19 08:55
Review
Mini-Spoiler
Susanne
22.10.19

1921, Tulsa, Oklahoma – Ein kleiner afroamerikanischer Junge wird Zeuge eines Massakers durch eine weiße, rassistische Gruppierung, die auf gewalttätige Weise den ganzen Ort niederreißen. Dem Attentat fallen auch seine Eltern zum Opfer. Nahezu hundert Jahre später wird ein schwarzer Polizist von einem Rassisten mit einer Rorschach-Maske erschossen. Polizeichef Crawford (Don Johnson) nimmt umgehend die Ermittlung auf. So beginnt „Watchmen“, die neue HBO-Serie, die an den gleichnamigen Comic-Klassiker aus dem Jahr 1986 angelehnt ist.

In der alternativen Gegenwart tragen Polizisten neben ihren Uniformen auch Masken, um deren Identitäten zu wahren. Seit einem Angriff auf Polizeibeamte und deren Angehörige durch die rechtsextreme Truppe namens Seventh Kavalry sieht sich die Polizei dazu gezwungen Masken und Codenamen zu nutzen.

„Kavalry is back. Three years of peace and we convinced ourselves that they were gone, but they were just hibernating.“

Während die Streifenpolizisten gelbe Masken tragen, fallen die Kostüme bei den Ermittlern kreativer aus. Da ist einer mit einer simplen roten Sturmhaube, ein anderer mit Pandamaske oder einer reflektierenden Oberfläche. Die im Fokus stehende Polizistin Angela Abar (Regina King) ist in einem Ninja-ähnlichen Kostüm gekleidet und steht Chief Crawford bei der Jagd nach dem Schützen als Sister Night zur Seite.

Zusammen mit weiteren Einsatzkräften beginnt eine rasante Jagd auf die Mitglieder der Seventh Kavalry, die mit rhythmischen Electrosounds unterlegt ist. Die Mitglieder der Kavalry tragen allesamt eine Rorschach-Maske. Was es damit auf sich hat, bleibt zu diesem Zeitpunkt unklar.

Auch sonst wirft die erste Episode zahlreiche Dinge in den Raum, zu denen (noch) der Kontext fehlt. So feiert ein älterer, feiner Herr (Jeremy Irons) seinen Geburtstag auf seinem opulenten Landsitz.

Dann läuft im Fernsehen im Hintergrund eine Superhelden-Serie mit Figuren namens Nite Owl oder Dollar Bill. Ein paar dieser Hinweise erschließen sich einem oder lassen zumindest ein paar Vermutungen zu, wenn man die Comic-Vorlage von Autor Alan Moore und Zeichner Dave Gibbons kennt. „Watchmen“ zählt zu einer der besten Superhelden-Comics aller Zeiten. Was den Comic auszeichnet, ist die Art und Weise, wie er Superhelden porträtiert. Die Helden in „Watchmen“ sind größtenteils gewöhnliche Menschen, die in bunten Kostümen auf Verbrecherjagd gehen und unter ganz menschlichen Problemen leiden. Dass ein Superheld unter Psychosen oder Depressionen leidet, war damals ein absolutes Novum. Neben dem menschlichen Drama schafften es die Macher aber auch, die Ende der 1980er präsente Angst vor einem nuklearen Krieg in die Geschichte einzubinden. Showrunner Damon Lindelof (bekannt durch „Lost“) wagt meines Erachtens mit seiner Interpretation einen ähnlichen Ansatz. Er hat sich die größte gegenwärtige Bedrohung der Vereinigten Staaten ausgesucht und baut darauf seine Geschichte. Rechtsextremismus und der Gebrauch von Schussfeuerwaffen stellen jene Gefahr dar, die das amerikanische Volk entzweit. Damit überträgt er das von Alan Moore erdachte Konzept ins Heute. Auch hier handeln gewöhnliche Menschen (Polizisten) im Dienste des Staates für Gerechtigkeit. Im Comic befinden sich die Helden im Ruhestand oder unterstehen der Regierung. Die einzige Ausnahme, ist der außerhalb des Gesetzes agierende Rorschach. Die Seventh Kavalry scheint also von genau dieser Figur inspiriert zu sein.

Es bleibt abzuwarten, ob die Serie die Erwartungen, die eine Adaption mit sich bringt, erfüllen wird und ob es ihr gelingt auch Zuschauer abzuholen, die weder den Comic gelesen, noch die Verfilmung von Zack Snyder gesehen haben.

Fazit

Interessante Neuausrichtung des „Watchmen“-Mythos, der zum Start viele Fragen aufwirft, aber Potential hat ein bedeutender Polit-Thriller zu werden.

„Watchmen“ ist derzeit auf HBO zu sehen. Ab dem 4. November ist die Serie auf Sky Ticket verfügbar.

Bilder: HBO

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2 Kommentare

  • Was für eine Review, die eigentlich gar keine ist. Bisschen oberflächlich den Inhalt nacherzählt (rasante Verfolgungsjagd mit Electrosounds really?), irgendwie noch versucht zu erklären (und nicht geschafft), was es mit der Comicvorlage auf sich hat und dann 3 von 5 Sternen (ohne Begründung) drunter geklatscht…
    Wo ist der Mehrwert für den Leser? Für wen schreibt ihr sowas?

    • Hallo Mob. Schade, dass dir der kostenlos zur Verfügung gestellte Content nicht zusagt. Meine Intension war es, den Lesern einen ersten Eindruck der Serie zu vermitteln. Die Begründung für die Bewertung findet sich auch im Fazit – es werden viele Fragen in den Raum geworfen, aber die Serie hat Potential. Der Comic ist sehr vielschichtig, daher habe ich nur die essentiellen Punkte aufgegriffen. Was habe ich denn deiner Meinung nach nicht geschafft? Ich bin offen für Anregungen. Gegebenenfalls folgen ja noch weitere Reviews zur Serie.



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