Düsteres Horrordrama im viktorianischen London

Serientipp: Penny Dreadful

Mini-Spoiler
Nicky
24.09.14

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Würde man in Deutschland von einer Serienadaption sogenannter Groschenromane hören, gäbe es vermutlich Reihenweise Serienfans, die sich wie Lemminge von Klippen stürzen. Ähnlich verhält es sich aber mit der Horrorserie Penny Dreadful, dessen Name sich von den britischen Pendants dieser kleinen Heftromane ableiten lässt. Die beliebten günstigen Schmöker mit selbigem Namen behandelten fiktionale Themen, die im Volk stets für Aufruhr sorgten. In der für den TV Sender Showtime produzierten Serie Penny Dreadful treffen diverse Charaktere der englischen Literatur aufeinander. Ob Oscar Wildes Dorian Gray, Mary Shelleys Dr. Frankenstein oder Mina Harker aus Bram Stokers Dracula – jede halbwegs schaurig kuriose Romanfigur findet in Penny Dreadful ihre Daseins-Berechtigung.

Dass es beim Aufeinandertreffen der Figuren in regelmäßigem Abständen zu WTF-Momenten kommt und man nach jeder Episode imaginäre Fragezeichen über’m Kopf schweben hat, macht den Reiz der Serie aus. Dasselbe gilt für den grandiosen Cast des Horrordramas: Timothy Dalton, Eva Green, Josh Hartnett und Billie Piper wissen, wie sie den Zuschauer überzeugen, tatsächlich im viktorianischen London zu sein. Besonders Eva Green hat mich spätestens ab der zweiten Episode während der Séance-Szene, in der sie von Dämonen besessen ist, vom Hocker gerissen. Grotesk abartig und gleichzeitig großartig! Doch worum geht es eigentlich in Penny Dreadful?

Der größte Teil des Penny Dreadful Cast (Zur Vergrößerung klicken)

Der größte Teil des Penny Dreadful Cast (Zur Vergrößerung klicken)

Die Serie setzt 1891 in London ein und beginnt mit seltsamen Begebenheiten. Man sieht die brutale Entführung einer Frau und ihrer Tochter. Später findet man zerstückelte Körperteile… Jack the Ripper kommt sowohl beim Zuschauer ins Gedächtnis als auch in der Serie ins Gespräch. Unterdessen erfährt man, dass Timothy Daltons Figur Sir Malcolm Murray seine Tochter Mina sucht, die kürzlich entführt wurde. Mit Hilfe von Vanessa Ives (Eva Green) und Ethan Chandler (Josh Hartnett), der scheinbar selbst ein dunkles Geheimnis hat, sucht der Afrikaforscher seine Tochter. Gleich in der ersten Folge wird klar, dass es sich um keine normale Entführung handelt, denn das Trio infiltriert auf der Suche nach Mina ein Vampirnest. Zwar wird die Tochter nicht gefunden, aber nach der Autopsie einer dieser Vampire wird klar, dass die Entführung und diese Vampire irgendwas mit Afrika zu tun haben müssen, denn unter der Haut der dunklen Gestalten stehen Hieroglyphen. Seltsam. Im Verlauf der Serie erfährt der Zuschauer immer mehr Details zur Vater-Tochter-Beziehung sowie zur Freundschaft zwischen Vanessa und Mina.

Während ein weiterer Handlungsstrang den Frauen- und teilweise auch Männerschwarm Dorian Gray (der meiner persönlichen Meinung nach etwas fehlbesetzt wurde) und sein Geheimnis scheinbar ewiger Jugend zeigt, sehen wir im nächsten, wie Dr. Frankenstein eine Begleiterin für sein Monster sucht. Der kleine fühlt sich nämlich einsam. Immer wieder tauchen bekannte Figuren wie beispielsweise Professor van Helsing auf.

Fazit: Ich habe eine Weile gebraucht, um das ganze Ausmaß der Serie zu fassen, ließ sie mich doch zunächst etwas Wirr zurück. Das Ziel einer gruseligen Horrorserie, die einen mitreißt und das Potential hat, Albträume zu schaffen, hat Penny Dreadful erreicht. Sie ist jedenfalls nichts für schwache Nerven und vor allem Fans von American Horror Story kann ich Penny Dreadful ans Herz legen. Bereits im Juni bestellte Showtime eine neue Staffel mit weiteren 10 Folgen, die 2015 ausgestrahlt werden sollen. Wir dürfen gespannt sein.

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