Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing!

Serientipp: Prisoners´ Wives

Mini-Spoiler
Tobias
30.09.16

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In den letzten Tagen hatte ich in dem ein oder anderen Beitrag bereits auf die UK Serie des Monats verwiesen – Polly Walker und Ian Glen waren der Aufhänger – heute komme ich dann auch mal dazu, ein paar mehr Worte zu verlieren, als die Tatsache, dass ich „Prisoners´ Wives“ für mehr als binge worthy halte. Das BBC Drama dürfte zu den ältesten Serien in meinem Serienschrank gehören und muss daher natürlich eine kleine Erwähnung in meiner ebenso kleinen Reihe über die unbekannteren UK Serien erhalten, die man sich echt mal gönnen sollte.

Seriensteckbrief

Name: Prisoners´ Wives
Genre: Drama
Laufzeit: 60 Min.
Staffeln (Folgen): 2 (10)
Ausstrahlung: 31.01.2012 – 04.04.2013
Darsteller: Emma Rigby, Polly Walker, Pippa Haywood, Ian Glen, David Bradley u.v.w.

Handlung

Wie der Titel der Serie schon vermuten lässt, stehen hier die Frauen von Männern im Mittelpunkt, die mal mehr, mal weniger schuldig im Gefängnis sitzen. Oder eben der Sohn. Dabei setzt die Handlung einen großen Schwerpunkt auf die psychologischen Auswirkungen einer solchen Trennung und die Probleme, mit denen sich die Frauen ab sofort auseinandersetzen müssen.

In der ersten Staffel haben wir vier Pärchen, deren Geschichte wir verfolgen, in der zweiten Staffel sind auch derer Vier, wobei nur bei zwei Pärchen die Geschichte aus der ersten Staffel weitergeschrieben wird. Zudem verlagert sich die Handlung in der zweiten Staffel ein wenig mehr außerhalb der Gefängnismauern und es werden auch mehr Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten eingebaut.

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Insbesondere Francesca und Paul Miller (Polly Walker und Ian Glen) prägen die Dramaserie von Beginn an, sie sind auch eines der Pärchen, dessen Geschichte in der zweiten Staffel weitererzählt wird. Und Paul Miller ist auch so etwas wie die negative Ausnahme, da Paul durch und durch ein knallharter Krimineller ist, der nahezu patemäßig sein Imperium weiterhin auch aus dem Gefängnis heraus leitet und führt. Francesca ist auch deutlich abgebrühter als die anderen Frauen, da es für sie schon zum Alltag gehört, ihren Mann im Gefängnis zu besuchen. Aber auch die Geschichte zwischen Francesca und Paul nimmt nach und nach dramatischere Züge an, insbesondere in der zweiten Staffel muss Francesca einige Entscheidungen treffen, nicht nur ihre Ehe betreffend. Denn das kriminelle Leben ihres Mannes hat immer mehr Auswirkungen auch auf Francesca und ihre beiden Kinder.

Das zweite Pärchen, welches wir über beide Staffeln verfolgen, ist Harriet und ihr Sohn Gavin. Harriet ist seit Jahren Witwe und hat schwer mit ihrem mehr als unsympathischen und herrischen Sohn zu kämpfen, umsorgt ihn aber weiterhin treu und vollumfassend. Und Gavin weiß dies auszunutzen. Wobei Harriet im Laufe der Serie mit die größte Entwicklung erfährt und nach und nach selbstbewusster wird während sich Gavin einer moslemischen Gruppe innerhalb des Gefängnisses anschließt.

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Neben diesen beiden Pärchen liegt der Fokus der ersten Staffel aber auf Gemma (Emma Rigby) und Steve Roscoe. Emma ist schwanger und mehr als überrascht, als eines Abends die Polizei vor der Tür steht um ihren Mann Steve abzuholen. Und es geht bei Steve nicht um einen einfachen Ladendiebstahl, Drogenmissbrauch oder dergleichen sondern um Mord. Kann ihr Mann, den sie so liebt und vertraut, wirklich ein Mörder sein? Nach und nach bricht für Emma ihre vorher so heile Welt in sich zusammen.

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Im Fokus der zweiten Staffel stehen zudem Kim und Mick Haines und diese Geschichte entwickelt sich zu einem ebenbürtigen „Nachfolger“ der Gemma/Steve Geschichte. Mick, treusorgender Vater, Ehemann und nebenbei auch noch ehrenamtlicher Fußballtrainer der Kiddimannschaft, muss sich einer Anschuldigung der Nachbarfamilie stellen, eines ihrer Kinder sexuell belästigt zu haben. Diese Familie ist der „Schandfleck“ der kleinen Nachbarschaft, die Kinder toben durch fremde Gärten, sind laut und terrorisieren die Nachbarkinder. Aber eine derartige Anschuldigung wird natürlich ernst genommen. Auch Kims Leben verändert sich sofort und es scheint, als würde auch ihr Leben im Chaos versinken. Als dann aber auch Mick immer größere Probleme im Gefängnis bekommt und unter dem Druck zu zerbrechen scheint, versucht Kim eigene Recherchen anzustellen, zudem versucht sie, näheren Kontakt zur Nachbarfamilie herzustellen.

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Meinung

Ich muss zugeben, dass ich „Prisoners´ Wives“ nicht sofort als kleine Serienperle erkannt habe. Nach der ersten Folge, die ich damals noch recht zeitnah zur Originalausstrahlung angeschaut habe, bis zur zweiten Folge, war bestimmt ein halbes Jahr vergangen, einfach, weil ich wohl nicht ausreichend gehooked vom Piloten war. Wobei ich das im nachhinein gar nicht nachvollziehen kann, denn schon in der Auftaktfolge zeigt die Serie, was sie über zehn Folgen zu bieten hat.

Vorrangig nämlich tolle Charakterdarsteller, interessante Figuren und unterhaltsame, dramatische Geschichten. Insbesondere bei Emma Rigby werden der Schmerz und die Verlustängste greifbar und man hat als Zuschauer mehr als einmal einen Kloß im Hals und kann kaum hinschauen. Daneben beherrscht Polly Walker die Szenerie, wobei dies in der ersten Staffel noch völlig andersartig gelagert ist, da sie da eher die taffe Gangsterbraut spielt und sich sehr wohl bewusst ist, was ihr Mann so für Geschäfte dreht. Sie lebt ja auch ganz gut damit. Aber in der zweiten Staffel muss auch Walkers Francesca kämpfen und dabei kommt die Schauspielkunst von Polly Walker wirklich gut zur Geltung. In der Geschichte von Francesca und Paul hat zudem David Bradley als Francescas Vater eine nette Nebenrolle.

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Man muss aber schon sagen, dass die vierteilige zweite Staffel etwas anders (schwächer) ausfällt als die Premierenstaffel, auch da die Handlung etwas mehr außerhalb der Gefängnismauern stattfindet. Das ist nicht immer zum Vorteil der Grundprämisse, ließ den Drehbuchautoren aber weitere kreative Möglichkeiten für die einzelnen Handlungsstränge, die am Ende der zweiten Staffel auch alle abgeschlossen werden.

Starke Frauenfiguren, dramatische Geschichten und die erwartungsgerechte, qualitative Kamera- und Dialogarbeit der BBC – all das in nur zehn Folgen. Kann man mal machen!

Die Serie ist als DVD/Blu Ray zu haben und man munkelt, dass zumindest die Auftaktfolge in einer ansprechenden Qualität bei YouTube zu sehen ist, um sich einen näheren Einblick verschaffen zu können.

Bilder: BBC

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