Perlen aus der Vergangenheit – Ausgabe #5

Klassiker der Woche: Der Mann aus Atlantis

Spoilerfrei
Jonas
27.09.15

Liebe Freunde der klassischen Fernsehunterhaltung, heute stecke ich alle meine Vorgänger unserer neuen Rubrik wie beispielsweise die Gilmore Girls, Cheers oder Hör mal, wer da hämmert in die Tasche. Mein Klassiker ist so klassisch, dass kaum einer die Serie kennt, geschweige denn sie gesehen hat!

Ich möchte euch meine erste liebste Mystery (ich steck es mal in dieses Genre) Serie vorstellen: Der Mann aus Atlantis. Diese Serie war für den späteren Star aus Dallas, Patrick Duffy, die erste große Fernsehrolle. Er spielt darin – Überraschung – einen Mann, der aus Atlantis stammt. Bevor ich aber auf alle tollen Eigenschaften der Serie eingehe, zunächst der Steckbrief:

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Patrick Duffy ist der Mann aus Atlantis.

Der Serien-Steckbrief

Name: Der Mann aus Atlantis (Original: Man from Atlantis)
Genre: Fantasy / Science Fiction / Mystery
Laufzeit: 42 Minuten
Folgen: 4-teilige Miniserie, gefolgt von 13 Episoden
Ausstrahlung: 1. März 1977 (Ende: 6. Juni 1978)
Darsteller: Patrick Duffy, Belinda Montgomery, Alan Fudge, Kenneth Tigar

Der coole Superheld…

Das Alleinstellungsmerkmal der Serie waren die Fähigkeiten des Mannes aus Atlantis. Wenn ich es mir recht überlege, könnte man ihn fast auch als Superhelden bezeichnen, denn er kann schneller schwimmen als Mensch, Tier oder Technik, dann hat er die Fähigkeit, Unterwasser zu atmen und entwickelt zudem auch übermenschliche Kräfte, sobald er mit dem kühlen Nass in Berührung kommt. Dementsprechend ist sein Kryptonit recht einfach beschrieben: Setzt man ihn ins Trockene, dann geht es ihm schnell schlecht. Auch wenn er auf den ersten Blick wie ein Mensch aussieht, so hat er doch besondere Merkmale, beispielweise Schwimmhäute zwischen den Fingern und grün leuchtende Augen.
Patrick Duffy inszenierte diesen Typ Superheld in einer sehr ruhigen und teilweise naiven Art und Weise. Dazu sollte man anmerken, dass sich der Mann aus Atlantis nicht an seine Herkunft erinnern kann, er wird eines Tages am Strand angespült und von der Meeresbiologin Dr. Elizabeth Merrill aufgepeppelt. Er bekommt den Namen Mark Harris.

…der in einer Art Enterprise durch die Meere cruised

Richtig genial wurde die Serie aber auch dadurch, dass man sich kräftig bei Star Trek bediente, denn der Mann aus Atlantis sowie Meeresbiologin Elizabeth hatten ein fortschrittliches Uboot zur Verfügung. Es diente als Basis für die Abenteuer, die sie bestehen mussten. Das Aussehen der Brücke war frappierend an Star Trek angelehnt, auch wenn das Uboot keine besonderen Fähigkeiten hatte. Das Unterwasserschiff diente als Ausgangsbasis, von dem Mark seine Tauchänge absolviert. Ganz klassisch kämpfte man mehrfach gegen den Superschurken Millionär Mr. Schubert, der in James-Bond-Manier unter anderem eine Unterwasserbasis baute, ein Heer an Minions beschäftigte und den dritten Weltkrieg auszulösen plante.

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Dr. Elizabeth Merrill (Belinda Montgomery), Mark Harris (Patrick Duffy) und C.W. Crawford (Alan Fudge)

Einfache, aber großartige Unterhaltung

Zugegeben, die Serie Mann aus Atlantis war teilweise unfreiwillig komisch und geht sicher nicht wegen ihrer Qualität in die Fernsehgeschichte ein, obwohl sie (stimmt tatsächlich) die erste US-amerikanische Serie war, die in China ausgestrahlt wurde. Kritik an der Serie kann man fast an allen Punkten fest machen: Patrick Duffy spielt ohne Elan, Schubert taucht als Bösewicht viel zu oft auf und die Geschichte wird mit vielen Längen erzählt. Aber trotz dieser Unzulänglichkeiten machte die Serie viel Spaß, denn die mysteriösen Abenteuer hatten es in sich. In einer Folge schwimmt der Mann aus Atlantis in eine Spalte und findet sich in einer anderen Dimension wieder, eine Wüste mit einem großen bösen Mann, der kein Wort redet, ihn aber jagt. In einer anderen Folge trifft er auf andere abnorme Menschen – wahrscheinlich ebenfalls aus Atlantis – die eine Bombe im Meer platzieren und Mark diese nur um Haaresbreite entschärfen kann.

In gewisser Weise ist der Mann aus Atlantis eine Prototyp-Serie, welche die später erschienenen Serien wie beispielsweise Seaquest und Lost, durch eine Star Trek-, James Bond- und Superhelden-Melanche einleitete. Letzter großer Pluspunkt der Serie war die extrem coole Intro-Musik, die mir als Kind gar nicht mehr aus den Ohren gehen wollte.

Zu den Fakten der Serie gehört leider auch, dass die Serie es nicht über die erste Staffel hinaus schaffte – auch wenn die Serie eine nicht unbedeutende Fanbase hat, auf deren Wunsch der Mann aus Atlantis vor einigen Jahren auf DVD erneut veröffentlicht wurde.

5 Kommentare

  • Also ich habe sie gesehen. Lief um 1989 herum auf RTL (Oder RTL Plus, wie der Sender damals hieß.). Ich fand es sehr cool, wie er sich unter Wasser fortbewegt hat, aber leider hat es bei mir nie wirklich funktioniert. :D

  • Habe die Serie damals mit 6 Jahren gesehen und war hin und weg und kann mich noch daran erinnern wie ich zu weinen begann als man ihn gefangen hatte und es ihm immer schlechter ging :)

  • Haha wir geil, es gibt also doch Menschen die es ausser mir gesehen haben :-)

    Funfact: Der böse Schubert in der Serie war erst 39 als die Serie gedreht wurde. http://i.simplecd.me/ONmTd3sH.jpg

  • Andreas

    Der Hammer. Im Moment bin ich dabei, meine Kindheit und Jugend filmtechnisch aufzuarbeiten. Ich versuche mir möglichst viele Filme und Serien, die mich damals fasziniert und geprägt haben, wieder anzuschauen. Und da gehört ganz sicher „Der Mann aus Atlantis“ dazu.

    Und in diesem Zusammenhang suche ich verzweifelt einen bestimmten Film, dessen Titel ich nicht mehr weiß. Es ist ein Science-Fiction-Streifen, in welchem es um ein U-Boot geht und zur Mannschaft gehörte ein genetisch veränderter Mann, der unter Wasser atmen konnte und den gleichen Schwimmstil hatte wie Mark Harris und ich glaube mich zu erinnern, die Figur nannte sich „Agila“. Ich denke Mal der Film war irgendwann aus den späten 60ern oder spätestens aus den 70ern.

    Klingelt’s da bei jemandem? Ihr würdet mir riesig helfen.

  • Andreas

    Es hat sich erledigt. Ich habe meinen Film gefunden. Er heißt „Um 9 Uhr geht die Erde unter“ (City Beneath the Sea) aus dem Jahre 1971. Regie führte Irvin Allen. Burr DeBanning spielt Dr. Raymond Aguila, der ein amphibisch-menschlicher Hybride ist.

    Der Film an sich stellt sicher keinen cineastischen Meilenstein dar, aber ich bin ziemlich sicher, dass die Figur des Dr. Aguila als Vorlage für Mark Harris anzusehen ist, zumal der Schwimmstil und sogar die gelbe Badehose übernommen wurde. :-)



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