Perlen aus der Vergangenheit #91

Klassiker der Woche: Knight Rider

Spoilerfrei
Maik
21.05.17

Schon seltsam: Wir schreiben die 91. Ausgabe unserer kleinen Sonntagsreihe und trotz der rund anderthalb Jahre, in denen wir das bereits teamübergreifend machen, gab es zwar drei RubrikAusgaben, in denen „Knight Rider“ vorkam und im Rahmen unseres sAWEntskalenders 2014 hat auch Michael Knight seine Honorierung erhalten – aber „Klassiker der Woche“ war die Serie noch nicht. Das hole ich jetzt nach!

Seriensteckbrief

Knight Rider
Genre: Crime-Action
Laufzeit: 45 Minuten
Staffeln (Folgen): 4 (90)
Erstausstrahlung: 26.09.1982 (NBC) / 28.08.1985 (RTL plus)

Darum ging es

Bei der Auswahl der Kategorien kam mir folgende Frage: Ist Knight Rider eigentlich Drama oder SciFantasy? Klar, eigentlich spielte es im „Hier und Jetzt“, aber mit K.I.T.T. war ja durchaus ein Stück Zukunft nicht unwesentlicher Bestandteil der Serie. Quasi ein Alexa auf vier Rädern – heute beinahe normal, damals undenkbar smart.

Aber zunächst zum nicht ganz so smarten Counterpart: David Hasselhoff. Einer der beiden Stars und definitiv eine Kultfigur. Damaliger Frauenschwarm, aufkommender Superstar und auf ewig mit der Rolle des Michael Knight verbunden. In dieser kämpft er für die „Foundation For Law And Government“ gegen Bösewichte, lässte Einzeiler am fließenden Laufband fallen und mach haarsträubende Stunts (gesellschaftspolitisch wie physisch). Da ich mich nicht entscheiden konnte, welches repräsentative Bild ich euch zu ihm zeige, gibt es einfach beide aus der engeren (Stichwort: Hose!) Auswahl:

Aber es heißt doch „Ein Auto, ein Computer, ein Mann.“? Teil Zwei des Protagonisten-Duos war natürlich K.I.T.T., das „sprechende Auto“. Das war nicht nur mit allerlei High-Tech sondern auch mit einer gehörigen Portion Ironie ausgestattet, was mir immer sehr gefallen hat. Der Pontiac Firebird Trans Am (der bis Produktion noch ein Datsun 280ZX war…) mit LED-Streifen vorne drauf hieß ent-akronymisiert übrigens „Knight Industries Two Thousand“ – was etwas skurril wirkte, sobald die Serie die 2000er Jahre verlassen hat, weshalb man das erste „T“ kurzerhand in „Three“ umgewandelt hat.

K.I.T.T. war ehrlich gesagt mein Grund, einzuschalten und quasi der beste Freund des Polizisten. Natürlich war der Episodenverlauf der damaligen Fernsehzeit geschuldet sehr redundant und eintönig, aber der doch etwas tollpatschige Knight konnte stets von seiner Maschine gerettet werden – yay!

Trivia

David Hasselhoff und die Stimme von K.I.T.T., William Daniels, haben sich erst sechs Monate nach Aufzeichnung der ersten Staffel zum ersten Mal gesehen – auf der Weihnachtsfeier der Produktionsfirma.

K.I.T.T. hieß ursprünglich „T.A.T.T.“ (Trans Am Two Thousand).

Falls ihr euch wundert, weshalb bei den Sprungszenen so oft kurz vor der Landung weggeschnitten wurde – leider haben etliche Frontpartien der eingesetzten Fahrzeuge die rabiate Fahrweise nicht überstanden… Vier bis neun Fahrzeuge wurden pro Season „verbraucht“, die für die symbolische Summe von einem Dollar von General Motors an die Produktionsfirma verkauft wurden (Wert inkl. Umwandlung in K.I.T.T.: 18.000 Dollar).

Das LED-Licht stammt 1:1 vom Zylonen aus „Battlestar Galactica“.

Rebecca Holden hat in Staffel 2 Patricia McPherson ersetzt, damit es „mehr Sex Appeal“ in der Sendung gibt. Hasselhoff fand das doof, so dass McPherson ab Staffel 3 wieder dabei war.

NBC-Programmchef Brandon Tartikoff hat den eigentlich Witz verlauten lassen, der als Inspiration für das Format gedient hat:

„Tartikoff and his assistant came up with a concept for a TV show called, „The Man of Six Words“. Each show would begin with the leading man getting out of a woman’s bed and saying, „Thank you.“ Occasionally, throughout the show, the leading man would say, „Okay,“ when receiving orders from his boss. Then he would chase down some villains and say „Freeze!“ Finally, when the people he had saved from death would thank him, he would say, „You’re welcome.“ For the rest of the show, the car would do all the talking. „

Der später eingeführte „Super Pursuit Mode“ hat derart viel Raum für Hydraulikteile verbraucht, dass der Wagen für die Aufnahmen keinen Motor mehr hatte und somit nur sehr kurz in Aufnahmen zu sehen war.

Eigentlich wollte man den Zuschauern den sehr beliebten Charakter Garthe Knight öfter zeigen, aber für Hasselhoff war die Doppelrolle dann doch zu anstrengend. Schade.

Fortsetzungs-/Reboot-Wahn

Häufig wurde bereits versucht, dem Kultformat neues Leben einzuhauchen – aber nahezu sämtliche Umsetzungen floppten. 1991 der erste Film mit „Knight Rider 2000“, drei Jahre später „Knight Rider 2010“, 1997 die Serie „Team Knight Rider“ und 2008 der erneute TV-Versuch, ohne lästigen Zahlenzusatz im Titel.

Bei Knight Rider Heroes Movie dürfte es sich eher um einen PR-Gag denn um einen tatsächlichen Film handeln. Dafür plant Machinima ein Reboot der Serie (die haben bereits „Mortal Kombat“, „Battlestar Galactica“ und „Street Fighter“ zu neuen Folgen verholfen und wollen mit „Star Trek“-Regisseur Justin Lin gemeinsame Sache machen. Passend zu meiner Drama-SciFantasy-Einordnung zu Beginn sagt Machinima Chief Executive Chad Gutstein dazu:

„‘Knight Rider’ is an iconic franchise whose concepts of AI and autonomous vehicles were science fiction in the 1980s and are now science fact. Justin is one of the leading storytellers of his generation and we couldn’t be more excited to work with him on re-invigorating ‘Knight Rider’ for a new generation of fans.“

Wo und wie schauen?

Noch ist jedoch unklar, ob es nun tatsächlich dazu kommen wird und wenn ja, wann. Bis dahin noch mal das Original anschauen? Wirklich streamen kann man den Klassiker eigentlich nicht. Lediglich bei Amazon, iTunes und Sony sind zwei Staffeln gegen Zahlung erhältlich. Für denke ich faire 33 Euro gibt es aber die komplette Box (26 DVDs) zu kaufen (Partnerlink). So steht einem leicht trashigen Retro-Wochenende nichts im Wege! „K.I.T.T., bestell mir die Box!“.

Bonus: Die Pilotfolge.

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