Die Streamingwelt bietet derzeit eine Vielzahl interessanter Formate, die nur darauf warten, von mir geschaut zu werden. Ob die deutsche Thrillerserie „Unfamiliar“ über zwei Ex-Spione oder Guy Ritchies neues Abenteuer um den jungen Detektiv „Young Sherlock“ – an Seriennachschub mangelt es aktuell nicht. Und schon nächste Woche geht es mit der vierten Staffel der Comicadaption „Invincible“ weiter. Trotzdem war diese Woche bei mir serienmäßig eher mau. Stattdessen habe ich mich auf die in der Nacht von Sonntag auf Montag stattfindende Oscarverleihung vorbereitet. Die Preisverleihung gehört seit Jahrzehnten zu meinen persönlichen TV-Highlights. Abends mit einer Tasse Kaffee auf der Couch zu sitzen und den glamourösen Reigen aus Los Angeles zu verfolgen, fühlt sich ein bisschen wie der Super Bowl für Filmfans an. In der Kategorie „Bester Film“ sind dieses Jahr einige spannende Kandidaten dabei, darunter auch der Genrebeitrag „Blood & Sinners“. Tatsächlich habe ich es diesmal geschafft, alle zehn nominierten Filme zu sehen. Den letzten Titel auf meiner Liste habe ich diese Woche on Demand nachgeholt: den brasilianischen Spionagefilm „The Secret Agent“, der zusätzlich als bester internationaler Film nominiert ist. Der in den 1970er-Jahren angesiedelte Film erzählt die Geschichte eines Forschers, der vor einem repressiven Militärregime flieht. In der Rolle des Forschers ist Wagner Moura („Narcos“) zu sehen, der dafür ebenfalls eine Oscar-Nominierung als bester Schauspieler erhielt. In satten Bildern zeichnet das Drama nach, wie die Gewalt der Diktatur das Leben der Menschen prägt und bis in die Gegenwart nachwirkt.
Die YouTube-Crew von Screen Junkies hat sich übrigens ebenfalls alle nominierten Werke der Kategorie „Bester Film“ vorgenommen und sie in einer ihrer typischen Trailer-Parodien aufs Korn genommen – einfach großartig.
Wenn möglich, schaue ich mir auch gerne die nominierten Kurzfilme an. Meiner Meinung nach bekommen sie viel zu wenig Aufmerksamkeit. Drei davon konnte ich diese Woche sehen. „Papillon“ und „Two People Exchanging Saliva“ sind auf YouTube kostenlos verfügbar. Ersterer ist ein malerischer Animationsfilm über einen jüdischen Schwimmer aus Frankreich. Letzterer erzählt in Schwarz-Weiß von einer verbotenen Liebschaft. Außerdem hat Netflix mit „The Singers“ einen Oscar-Kurzfilm im Programm, in dem sich mehrere Männer in einer Bar gegenseitig mit Gesang herausfordern. Was lief diese Woche bei euch über den Bildschirm? Und: Wer schaut sich die Oscars 2026 ebenfalls live an?
Bilder: Tommao Wang, Neon

































Ich persönlich bezweifel die Angaben über die Zuschauerzahlen in Deutschland und damit auch die Relevanz dieser Preisverleihung für das heimische Publikum ja sehr. Fast 20 Millionen Deutsche sollen sich die Show anschauen? Das entspricht dem Interesse an einem Champions-League-Finale mit deutscher Beteiligung. Und das in der Nacht von einem Sonntag auf einen Montag. In meinen Augen wird die Bedeutung der Oscar-Verleihung durch Medienschaffende künstlich aufgeblasen und ist für den Normalkonsumenten gerade mal so wichtig, wie irgendein Boulevardbericht über das niederländische Königshaus.
Das sind ja auch die Zuschauerzahlen für die USA. In Deutschland haben letzte Nacht im Schnitt nur 340.000 Menschen zugeschaut. Mit knapp 19% Marktanteil ist das hierzulande also wirklich kein besonders wichtiges Event.
Trackbacks
Affiliate-Partner
Neueste Beiträge
TV-Thema der Woche: Bringt DFB.TV mehr Sichtbarkeit für den Fußball – oder Konkurrenz für die eigenen Partner?
Der Prozess gegen die Menschheit – Wie Shakespeare, Recht und Star Trek zusammenfinden
Freunde mit einem Fake-Netflix reinlegen
Zufalls-Serientipp
Serientipp: Haus des Geldes
TV-Thema der Woche
TV-Thema der Woche: Wie Stephen Colbert seine „Late Show“ in eine Schneekugel verwandelte
Partner
WERBUNG