Soundtrack der Woche #26

Musik in: Person of Interest (Ramin Djawadi)

Mini-Spoiler
Michael
02.11.15

poi_titel

Neue Folge unserer Serie „Soundtrack der Woche“: Hier stellen wir Euch regelmäßig Scores, Tracks und Musik-Alben zu unseren Lieblingsserien vor. Dabei gehen wir einerseits auf die Akteure hinter dem Soundtrack ein, aber natürlich auch ausführlich auf die Musik selbst – und ihre Wirkung auf die Serie. Hier gibt es außerdem eine serieslyAWESOME-Playlist bei Spotify zur Soundtrack-Reihe mit den besten Serien-Tracks. Folge 26: Person of Interest.

Die Serie – darum geht’s

Person of Interest kommt aus dem Hause Bad Robot Productions, die JJ Abrams gehört. Er ist Executive Producer der Serie, die von Jonathan Nolan entwickelt wurde. Abrams ist ja unter anderem für die Serie Lost bekannt, Jonathan Nolan für klasse Filme wie Interstellar, Memento oder Prestige. Person of Interest ist eine Art Science Fiction-Serie, die zwar in der heutigen Zeit spielt, sich aber mit der Gegebenheit beschäftigt, dass es ein streng geheimes Überwachungssystem gibt, das nach den Anschlägen vom 11. September entwickelt wurde. Das System, entwickelt von der Hauptfigur Harold Finch, soll eigentlich Terroristen auf die Spur kommen, erkennt aber auch kleinere Delikte. Fälle, die nicht mit Terror in Zusammenhang stehen, werden als irrelevant gefiltert und als bloße Nummer ausgespuckt. Finch tut sich mit dem „Mann im schwarzen Anzug“, John Reese zusammen, um auch diese Fälle zu bearbeiten und dadurch Menschenleben zu retten. Das ungleiche Paar – Finch der geniale, eher ängstliche Programmierer, Reese der knallharte Draufgängertyp – rettet fortan die Welt – mittlerweile in 5 Staffeln. In jeder Folge erscheint eine Nummer, hinter der sich ein Fall verbirgt. Reese und Finch lösen die Rätsel und damit die Fälle – manchmal mit Unterstützung von Lionel Fusco, einem Polizisten, allerdings eher unfreiwillig von dessen Seite aus.

Die Fälle sind recht spannend angelegt und weisen mitunter einige unerwartete Wendungen auf, was die Serie ganz interessant macht. Bevor es langweilig wird, dass in jeder Folge ein Fall gelöst wird, dreht sich die Story der Gesamtserie zum Ende der ersten Staffel etwas weiter. Die Maschine wird etwas mehr in den Vordergrund gerückt und damit ein recht spannende Rahmenhandlung um die eigentlichen Fälle herum.

Der Komponist

Der Deutsch-Iraner Ramin Djawadi wurde 1974 in Duisburg geboren. Er wuchs in Deutschland auf und war von amerikanischen Western sehr angetan. Die Filmmusik von Elmer Bernstein zu „Die glorreichen Sieben“ haben es ihm dann besonders angetan – von da an wusste er, dass es Filmmusik sein muss, mit der er sich tagtäglich beruflich auseinandersetzen möchte. Er zog nach Los Angeles, machte 1998 seinen Abschluss mit Summa Cum Laude am Berklee College of Music, ehe er von Hans Zimmer angeworben wurde. Er assistierte ihm in Zimmers Filmmusik-Schmiede Remote Control Productions, unter anderem bei Fluch der Karibik oder auch bei Batman Begins. Die Scores zu Deception, Pacific Rim oder Iron Man (bei den beiden letzteren jeweils mit Grammy-Nominierung) stammen allerdings aus seiner Feder, wenn auch ebenfalls für Remote Control Productions produziert. Für seine Musik zur Serie Prison Break wurde er 2006 für den Emmy in der Kategorie „Outstanding Main Title Theme Music“ nominiert; auch für seine Arbeit an FlashForward bekam er eine Emmy-Nominierung. Dann kamen mit den Serien „Person of Interest“ und „Game of Thrones“ (den Soundtrack zu Season 1 haben wir hier ja schonmal vorgestellt) DIE großen Projekte, mit denen sich Djawadi seit Jahren hauptsächlich beschäftigt – und die ihn spätestens damit bekannt gemacht haben.

Als Ramin Djawadi zu Person of Interest stieß, war der Pilotfilm bereits abgedreht, nur eben ohne Musik. Jonathan Nolans Bruder Christopher brachte Djawadi ins Gespräch, da er bei Batman Begins sehr gut mit ihm zusammengearbeitet hatte. Außerdem war da schon die erste Staffel von Game of Thrones am Start – was Jonathan Nolan sehr beeindruckte:

His work on Game of Thrones was remarkable, weaving together all of the themes of that show into one rich sonic tapestry.“

Von der klasse Arbeit bei Game of Thrones haben wir ja hier im Rahmen der Soundtrack-Serie auch schon einmal berichtet. Im laufe der ersten Besprechungen fragten sich die Produzenten, wie die Maschine, die im Mittelpunkt der Serie steht, denn wohl aussehen würde. Software kann natürlich nicht irgendwie aussehen, deswegen war man sich einig, dass Ramin Djawadi einen entsprechenden Sound zur Maschine entwickeln sollte – und so eine Identität schaffen sollte.

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