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Beziehungsprobleme im modernen London

Review: Feel Good – Staffel 1 (Netflix)

Mini-Spoiler
Michael
06.02.21

Ich mag ja diese vielen eher kleinen britischen Serien, die eine gewisse Zeit unter dem Radar der Masse laufen – sie haben diesen gewissen britischen Charme, für den es sich allein schon lohnt, mal reinzuschauen. „Fleabag“ war so ein Beispiel, oder „Skins“ (wobei das natürlich zumindest auf der Insel relativ schnell Kult wurde). Beides sind für mich definitive Serien-Highlights, so dass ich mir jetzt auch mal ein weiteres Channel 4-Drama vorgenommen habe, in der Hoffnung, nochmal Glück zu haben. „Feel Good“, 6 kurze Folgen in einer Staffel, verbreitet von Netflix.

Es geht um die kanadische Komikerin Mae, die in London angekommen ist und dort in Clubs mit Stand-up-Comedy erfolgreich werden will. Gespielt wird sie von Mae Martin, die diese Serie auch erdacht hat und gewisse autobiographische Züge mit einzufließen lassen scheint. Sie beginnt eine Romanze mit der Erzieherin George, und nach dem anfänglichen Beziehungsglück treten dann die ersten Probleme auf – sowohl in der Beziehung als leider auch mit der Serie. Denn es wird dann leider recht schnell sehr klischeebeladen und in gewisser Weise auch vorhersehbar. Mae hat eine Drogenvergangenheit, Probleme mit ihrer verbitterten Mutter, findet etwas Unterstützung bei ihrem Vater. George wiederum begibt sich mit der Beziehung auf neues Terrain, sieht sich Vorurteilen und rücksichtslosen Menschen in ihrem Freundeskreis ausgesetzt, und es gelingt ihr nicht so richtig, zu dieser Beziehung zu stehen. Dann haben wir da noch Georges Mitbewohner, der in gewisser Weise Moderator der ganzen Situation wird.

Leider kommt die Serie nicht so richtig in Fahrt. Man merkt der Story an, dass Mae Martin einen Plan von der Geschichte hat und dann vor dem Problem stand, die Geschichte in 6 mal 25 Minuten zu pressen. Es bleibt alles ziemlich an der Oberfläche, einzelne Themen werden schnell durchgedrückt, ohne weiter auf die Hintergründe zu schauen, was sich vermutlich wirklich gelohnt hätte. Alles entwickelt sich im Schnelldurchlauf – man wartet auf den Bruch der Beziehung, auf den Drogenrückfall, auf die Versöhnung. Es kommt alles so, wie man es erwartet und ist versucht, selbst nochmal auf die Schnelldurchlauf-Taste zu drücken, um durch die sechs Folgen durchzukommen.

Netflix und Channel 4 haben sich noch eine zweite Staffel vorgenommen die dann das Kapitel „Feel Good“ auch schon wieder schließen wird. Richtig traurig muss man deswegen leider nicht sein.

Bilder: Netflix

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