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Geschliffene Überlebenskunst

Review: Final Space – Staffel 3

15.06.21 16:48
Final SpaceReview
Mini-Spoiler
Maik
15.06.21

Gerade ist die dritte Staffel von „Final Space“ (Trailer) in Deutschland auf TNT Comedy gestartet, Richtung Jahreswechsel dürften die neuen Folgen dann vermutlich auch auf Netflix erscheinen. In den USA ist man bereits weiter – in der Nacht zu heute lief auf Adult Swim (und danach über HBO Max) bereits die finale 13. Folge. Hier meine spoilerarme Einschätzung zur Staffel.

Gestrandet im Final Space

Der Start der Staffel setzt nahtlos am Ende von Season 2 an. Dabei bekommen wir das trostlose Überleben der gestrandeten Crew zu sehen. Geniale Alien-Snack-Schlangen inklusive! Da fällt mir ein – bis auf Kekse wird ansonsten auch so gut wie nie irgendwas gegessen oder getrunken…?! Aber egal, für sowas hat auch keiner Zeit, weder die Figuren, die stets eine neue Mission zu erfüllen haben, noch das Publikum, das so auf Achse gehalten wird. Allgemein merkt man „Final Space“ an, wie gut die Fokussierung auf eine zentrale Handlung und das Zuspitzen der Erzählung tut. Alles wirkt konsequenter und durchdachter umgesetzt. Noch immer mit noch so einigen Tempo-Schwierigkeiten und Logik-Lücken, aber deutlich besser als die mir oftmals zu zerfahrene zweite Staffel (Review).

Immer wieder verfällt die Serie aber leider in wiederkehrende Muster zurück. Der Oberbösewicht Invictus sagt, wie oberböse er ist und was sein großer Zerstörungsplan ist, alle plagen, wie aussichtslos die Lage doch ist, Titan Bolo kommt zur Rettung, irgendwas geht gewaltig schief, alle klagen, dass jetzt aber wirklich alles aussichtslos ist, hach, doch noch ein Wunder! Neben der Tatsache, dass viele dieser Wendungen mittlerweile ihre Wirkung verloren und zu vorhersehbar sind, nervt mich vor allem gegen Ende der Staffel, wie wenig Zeit man der Sache gibt. Natürlich soll zum Final alles möglichst episch und zerfahren wirken, dass da aber im Realminutentakt zwischen Aufgeben und Hoffnung gewechselt wird, wirkt unnatürlich, vor allem vor den bereits bestandenen Abenteuern. Dann sollen sie halt einen kleinen Zeitsprung einbauen oder anderweitig für Realismus sorgen. Aber gut, Realismus und eine animierte Serie über das Final Space – ja, ich weiß, das muss nicht Hand in Hand gehen. Aber konsequent darf es dann doch bitte sein und in den selbstgesteckten Regeln kann man dann doch noch die ein oder andere Schraube nachjustieren.

Das hat man immerhin auch mit einigen anderen Aspekten geschafft, die zuletzt geschwächelt hatten. Die Dosierung aus Action, Drama und Humor hat sich sehr ausgewogen angefühlt. Allgemein ist das Timing größtenteils gelungen, auch wenn einige Gags bereits erwartbar daher kommen. Andere treffen einen dann um so mehr. Erfreulich finde ich, dass einige Rückbezüge eingebunden worden sind, die auch bis ganz zum Beginn der Serie zurück reichen. Außerdem werden weiterhin gelungen positive Eigenschaften und die Wichtigkeit von Freundschaft und Familie vorgelebt. Und ein paar neue Figuren wurden eingeführt, die nochmal Salz in die Suppe bringen, ohne allzu aufdringlich zu wirken. Dafür kommt aber auch die ein oder andere alte Figur etwas zu kurz (Spoiler: FOX!).

„War isn‘t about who‘s right. It‘s about who‘s left.“ (Avocado)

Insgesamt hat mir die Staffel durchaus gefallen. Durch die kurze Laufzeit von meist etwa 21 Minuten blieben die Folgen immer recht kurzweilig. Insgesamt sind die 13 Folgen ja gerademal knapp viereinhalb Stunden lang. Interessiert hätte mich, wie die Struktur der Folgen ohne klassische TV-Ausstrahlung ausgesehen hätte, denn so hat man doch etwas mehr mit klassischen Cliffhangern gearbeitet, als es hätte sein müssen. Einige Irrungen und Wirrungen hätte man durchaus sein lassen können, allgemein fühlt es sich am Ende auch irgendwie wie ein Serienfinale an – bis dann doch die Tür weit aufgerissen wird, was eine Weiterführung der Serie anbelangt. Aber wieso auch nicht, wenn „Final Space“ weiter an den Schwächen schraubt und dabei aufpasst, dass es nicht zu repetitiv wird, von mir aus gerne!

Vielleicht war das die bisher beste Staffel von „Final Space“. Mit Sicherheit war es die aufpolierteste und durchdachteste, weshalb ich sogar kurz davor war, vier Kronen zu geben. Die Handlung fühlte sich stringent erzählt und die Dramaturgie gelungen an, dazu gibt es jede Menge gut dosierten Humor und liebenswerte Charaktere. Die leicht cringy-gen Duckface-Momente wurden auch auf eine akzeptable Fülle heruntergefahren. Nur die Frische und vor allem der Kontrast im Erzähltempo, den die erste Staffel (Review) mit sich gebracht hatte, vermisse ich ein bisschen. Hier könnten Exkurs-Folgen Abhilfe schaffen. Und bei einigen Figur-Entwicklungen muss man auch nochmal Hand anlegen, dass sich das Ganze nicht zu willkürlich anfühlt. Insgesamt war das aber sehr unterhaltsam!

Staffel 4 von „Final Space“?

Handlungsseitig ist nach dem offen gehaltenen Finale natürlich Raum für eine Fortsetzung. Nicht nur das, Creator Olan Rogers hat angegeben, für rund sechs Staffeln Material und auch bereits ein Ende für „Final Space“ vor Augen zu haben. Wie viel davon wir zu sehen bekommen, liegt letztlich natürlich in der Hand der Sender (und indirekt uns Zuschauer:innen). Die Quoten im linearen US-TV sind deutlich niedriger als bei Staffel Zwei, dafür kam aber HBO Max hinzu und über Netflix erfährt die Serie auch international viel Gegenliebe. Notfalls würde Netflix das Format mit Sicherheit aufnehmen, um zumindest noch einen gebührenden Abschluss, wenn nicht mehr zu liefern. Daher dürfte es im nächsten Jahr sicherlich weiter gehen mit Gary Goodspeed und seiner Crew!

Bilder: Adult Swim / HBO Max

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