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Fehlerbehaftetes Finale

Review: „Haus des Geldes: Korea“ – Teil 2

Mini-Spoiler
16. Dezember 2022, 19:09 Uhr
Mini-Spoiler
Maik
16.12.22

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Vor einer Woche ging der zweite Teil (Trailer) der koreanischen Adaption von „Haus des Geldes“ bei Netflix online. Ich habe mir die letzten sechs Folgen der ersten Staffel angeschaut und möchte ich spoilerarm schildern, wie der Abschluss des Raubüberfalles qualitativ vonstatten gegangen ist. Soviel vorweg: Das Niveau des ersten Teiles konnte teilweise übertroffen, teilweise aber auch untertroffen worden, allgemein bleibt man auf ähnlichem Niveau. Dabei wirkt die Handlung aber deutlich eigenständiger im Vergleich zur spanischen Originalproduktion „La Casa de Papel“.

Gelungener Wiederauftakt, fehlerhaftes Finale

Keine Ahnung, ob das an der längeren Pause und der einhergehend verblassten Erinnerung an die Einführung von Plan und Charakteren lag, aber die ersten Folgen des zweiten Teiles haben sich deutlich autarker angefühlt als zuvor. Es gibt einige nette Wendungen zu sehen, neue Charaktere (mit der starken Figur Seoul) sowie einige Handlungssegmente, die deutlich von der Original-Handlung abweichen. So konnte es sich zwischenzeitlich tatsächlich mal für ein paar Momente wie eine eigene Serie anfühlen. Das war jetzt kein gigantischer Wurf, hat aber eine emotionale Bindung zu Figuren ermöglicht und Spannung entfacht.

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Doch selbst wenn ein paar nette Wirrungen auf kleinem Niveau zu sehen waren, wurden erneut grobe Fehler im Versuch auf, komplex wirken zu wollen. Was bei „Haus des Geldes“ zumindest beim ersten Raubzug noch so wunderbar durchdacht ineinander gegriffen hatte, wirkt bei „Haus des Geldes: Korea“ teilweise, als hätte man in der großen Pause die Hausaufgaben notdürftig abgeschrieben. Und das möglichst schnell, damit man noch eine Runde Tischtennis mitspielen kann.

Als kleiner technischer Fehler sei angebracht, dass sich die Räubertruppe gleich zwei Mal binnen kurzer Zeit darüber freut, den Tunneldurchbruch geschafft zu haben. Noch schlimmer wird es dann jedoch am Ende, wo zwanghaft versucht wird, ein Katz-und-Maus-Spiel aufzuziehen, in dem gleich mehrfach alles aussichtslos erscheinen soll, was nicht nur extrem zurechtgeboten erscheint (Figuren handeln komplett unglaubwürdig, die Polizei inkompetent), sondern auch voller dämlicher Fehler war. Ich meine, alleine die Sache mit dem Sprengsatz: Die wurden eingangs doch mit einem riesigen Waffenarsenal gezeigt – sollen sie halt Granaten für den Einsturz verwenden. Oder einen der weiteren Sprengsätze, die kurze Zeit später funktionierend gezeigt werden, um die (physikalisch zumindest mal fragwürdigen) Geldballontiere durch die Gullideckel zu pressen. Oder einfach früher darauf kommen, dass man da aus einer Entfernung draufschießen könnte. Oder, oder, oder…!).

Ne, nachdem man eingangs noch Hoffnung geschöpft hat und mit Interesse dem großen Finale der Staffel entgegenblickte, wurde alles mit den letzten zwei Folgen wieder eingerissen und man landete im Durchschnitt wieder im Mittelmaß.

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So bleibt es leider bei einer mittelmäßigen Adaption, die einige kleine Aspekte im Ansatz wieder aufflackern lassen kann, die das Original zu einem so großen Erfolg haben werden lassen, insgesamt aber vor allem eine Frage in den Raum stellt: warum? Warum hat man überhaupt eine derartige kulturelle Adaption des gleichen Stoffes unternommen, um es dann auch noch zeitlich derart nah nach dem Finale der spanischen Serie zu bringen? Warum hat man einige Aspekte vor allem zu Beginn der Show derart kopiert, statt komplett sein eigenes Ding zu drehen? Warum hat da nicht nochmal jemand drüber geschaut, um all die Fehler zu entdecken?

Wie so oft stellt sich bei Remakes dieser Art auch die Frage, wie sie angekommen wären, würde man nicht das Original kennen. Visuell schaut „Haus des Geldes: Korea“ deutlich besser als die ersten Teile des Originales aus, die Story ist an sich auch reizvoll, die Charaktere charmant und die Chemie zwischen den Cast-Mitgliedern passt auch. Und doch kommt man nicht umher, dieses solide Drama mit einigen starken aber eben auch einigen schwachen Momenten mit dem zu vergleichen, was 2017 über Netflix die Welt erobert hat.

2. Staffel von „Haus des Geldes: Korea“?

Das Ende hat inhaltlich ja durchaus eine konkrete Andeutung auf ein weiteres „Ding“ geliefert, so dass man sich die Tür offen gelassen hat. Noch hat Netflix aber nicht öffentlich bekanntgegeben, ob wir einen weiteren Teil zu sehen bekommen werden. Ganz ausschließen würde ich es nicht. Sinn machen könnte es tatsächlich, wenn man sich jetzt komplett loseist und nicht diese bescheuerte Rückhol-Geschichte des Originales auftaut, sondern komplett neues Terrain betritt. Dann wäre ich vielleicht wieder dabei, Professor.

Bilder: Netflix / Jung Jaegu

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