Reise durch die Zeit

Review: Loki S01E01 – Glorreiches Ansinnen (Pilotfolge)

Mini-Spoiler
Fabio
08.06.21

Loki Episode 1

Loki, der vermutlich beliebteste Schurke aus dem Marvel Cinematic Universe ist zurück und bekommt es in seiner eigenen sechsteiligen Serie mit der Zeitaufsichtsbehörde namens Time Variance Authority (TVA) zu tun. Nach den Ereignissen aus “Avengers: Endgame“, in denen die mächtigsten Helden der Erde durch die Zeit reisen, um Thanos‘ zerstörerisches Handeln rückgängig zu machen, gelingt es dem jungen Loki aus dem ersten Avengers-Film mit Hilfe des Tesseracts zu verschwinden. Dadurch kreiert er einen abweichenden Zeitstrang, der die TVA auf den Plan ruft. Diese beschuldigt den trickreichen Gott der Lügen durch seine Zeitsprünge Chaos im Universum zu stiften. Der TVA-Agent Mobius nimmt sich des Halbgottes an, um ihn für seine Pläne zu gewinnen.

Eigentlich ist Loki in „Avengers: Infinity War“ im Kampf gegen Thanos gefallen. Durch die Zeitreise in „Avengers: Endgame“ bekommen die Zuschauer:innen nun aber einen Loki präsentiert, der noch nicht geläutert ist und sich demnach noch nicht mit seinem Bruder in „Thor: Tag der Entscheidung“ zusammengetan hat. Dieser Loki, der hier in Erscheinung tritt ist noch verwegen und herrschsüchtig. Wer sich nicht mehr an sämtliche Auftritte des Tricksers erinnern kann, bekommt in der ersten, knapp 50-minütigen Folge eine kurze Zusammenfassung zur Auffrischung präsentiert. In den im Retro-Look gehaltenen Behördenräumen flimmern nämlich die denkwürdigsten Augenblicke Lokis nochmals über die Bildschirme, inklusive seiner zukünftigen Taten. Zudem erläutert ein kurzer Clip im klassischen Animationsstil dem frisch inhaftierten Loki die Problematik mit den entstandenen Zeitvarianten. Die sogenannten Time-Keepers wachen über den Hauptstrang des Marvel Cinematic Universe. Eine Abweichung davon kann unzählige weitere Zeitstränge kreieren. Was sich zunächst komplex anhört, ist der Auftakt zu einer spaßigen Reise durch diverse Welten und damit auch unterschiedlichen Loki-Inkarnationen. Die erste Episode nimmt sich ausreichend Zeit die Basis für einen experimentell anmutenden Trip durch das Marvel Multiverse festzulegen, bleibt aber vorerst in dem kammerspielartigen Setting. Bis es auf Reisen geht, lernen wir die in Goldbrauntönen gehaltenen dunklen Büros inklusive althergebrachten Instrumente, wie Röhrenfernseher, Schreibmaschinen und Drucker kennen. Dieser Ort, der außerhalb der Zeit in der Null-Time Zone liegt, wirkt in seiner Erscheinung besonders zeitlos.

„I am Loki, and I am burdened with glorious purpose.“ – Loki

Tom Hiddleston mimt wieder den überheblichen Fiesling, den die Fans über die Jahre lieben gelernt haben. Mit seinem gewohnt charismatischen Schauspiel zieht er uns von Beginn an in seinen Bann – man muss ihn einfach mögen. Aber auch die neuen Figuren, die Mitarbeiter:innen der TVA, wirken vielversprechend. Allen voran der hochrangige Bürokrat Mobius M. Mobius, der in den Comics optisch an den Marvel-Autor Mark Gruenwald angelehnt ist. Der von Owen Wilson verkörperte Charakter zeigt bereits beim ersten Verhör mit Loki seinen Sinn für Humor, indem er mittels einer Zeitreiseuhr immer wieder nur wenige Sekunden zurückdreht, um sein Gegenüber zum Sitzen zu zwingen. Als Loki keinen Moment unversucht lässt, um zu fliehen, versucht Mobius ihn für eine Mission zu gewinnen. Verteilt auf zahlreichen Parallelwelten jagen nämlich Agenten der TVA verschiedene Lokis. Mit Hilfe des anwesenden Lokis verspricht sich Mobius eine Chance die Dinge wieder geradezubiegen.

Loki Episode 1 Loki and Mobius

Außerdem ist da noch Wunmi Mosakus Hunter B-15, eine taffe Soldatin, die versucht Loki Einhalt zu gebieten und eigens für die neue Serie geschaffen wurde.

Loki Episode 1 Hunter B-15

Die erstmals 1986 in einem Thor Comic auftretende Organisation namens TVA birgt eine Menge Potenzial, um unterschiedliche Versionen und Heldenfiguren einzuführen. So wurde kürzlich bestätigt, dass Loki keine festgelegte Geschlechtsidentität besitzt. Das bedeutet, dass sich das Publikum unter anderem auf eine weibliche Loki freuen kann. In den Comicvorlagen bekamen die Leser:innen sowohl Lady Loki präsentiert, als auch eine Teenie-Version des listigen Schurken. Die Regisseurin Kate Herron (“Sex Education“), die sämtliche Folgen der ersten Staffel in Szene setzt, bekundete in einem Interview gegenüber dem Empire Magazine, dass das Thema Identität und Selbstwertgefühl in der neuen Serie im Mittelpunkt steht und dabei der Frage nachgeht, was jemanden zu einer guten oder einer bösen Person macht. Ich bin gespannt, was „Loki“ sonst noch alles für uns bereithält.

Fazit

Tom Hiddleston glänzt wieder in seiner Paraderolle als Marvels Oberschurke. Die erste Episode nimmt sich Zeit, um den Grundstein für einen verheißungsvollen Trip durch die unterschiedlichen Parallelwelten des Marvel Cinematic Universe zu legen.

„Loki“ startet am 9. Juni auf Disney+. Bis zum 14. Juli erscheint wöchentlich eine neue Folge.

Bilder: Disney

Nächste Folge

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