"Total waste of snakes."

Review: Rick and Morty S04E03 – One Crew over the Crewcoo’s Morty

25.11.19 06:28
ReviewRick and Morty
SPOILER !!
Maik
25.11.19

Puh… Seitdem ich die neuen „Rick and Morty“-Folgen quasi live bei Erstausstrahlung mitverfolge und parallel das Review dazu schreibe, bin ich ja bereits gehetzt, aber in dieser Episode hat sich so viel überschlagen und ergeben, dass ich sie vermutlich noch zwei bis drei Mal (in Ruhe) anschauen muss, um wirklich alles mitzubekommen. Aber für einen vernünftigen Ersteindruck soll es reichen.

Bereits vor dem Abspann wird im Grunde genommen ein komplettes „Indiana Jones“-Abenteuer durchgespielt, „Inside Booby Suits“ sei Dank, geht das recht fix. Aber nein, Miles Knightley hat den Tempel zuerst beraubt und eine Visitenkarte in Form eines Origami-Figürchens da gelassen (Anspielung auf den Origami-Killer oder auf „Haus des Geldes“?). Also müssen Rick und Morty zur „Heist Con“ – nur der Anfang einer sehr wirren Entwicklung.

„Stealing stuff is about the stuff, not the stealing.“ (Rick)

Rick muss eine Gruppe zusammenstellen, der Job besteht jedoch lediglich im Erreichen des „Profi“-Status. Zunächst. Denn in Wirklichkeit wird mehr hintergangen als Flügelspieler im Fußball es tun. Mir hat in der Szene vor allem der sprachgesteuerte Kittel Ricks sehr gefallen. Und auch, dass es im Heist-Off um einen Crystal Skull ging, den Rick letztlich achtlos in den Müll wirft (take that, Indiana Jones 4!).

Das war soweit der „normale“ Handlungsstrang. Rick erstellt – binnen einer der vielen, vielen in Split-Screen-Optik präsentierten Montagen – einen Roboter, der auf Raubzüge programmiert ist – „Heist-o-Tron“. Inklusive netter Referenz an den guten alten Butter-Diener:

„Heist-o-Tron, name your prime subjective!“ – „To heist.“ (Rick & Roboter)

Durch ihn bringt er alle Besucher der Raub-Messe unter seine Kontrolle und befielt, die Messe zu zerstören. Doch der Plan läuft schief, da Heist-o-Tron selbst die Kontrolle übernimmt und gar ganze Planeten stiehlt. Dass unser Himmel nur eine Endlos-Schleife ist, hat mir ebenso sehr gut gefallen. Nur eine von vielen, vielen Heist-Film-Klischees, die diese Folge recht smart angegangen und eingefügt worden sind.

„I’m in. I’M IN! Whatever it is, I’m in. I’m out! Who’s kidney’s are these?!“ (Morty)

Letztlich muss Rick also erneut eine Crew zusammenstellen. Eine Montage später haben wir endlich unser richtiges Wiedersehen mit Mr. Poopybutthole! Oooweeee! Und ein alter Bekannter ist auch dabei, nur mit etwas größeren Beißerchen: Elon Tusk von „Tuskla“.

Der mit dem Wissen dreier David-Linch-Filme gefütterte „Rand-o-Tron“ soll also mit Randomness gegen die ultimative Planbarkeit des Heist-o-Trons antreten. Schöner Gedanke, hier hätte ich mir aber noch mehr Randomness gewünscht. Aber die Zeit ließ wohl kaum noch mehr zu, rasten die rund 20 Minuten doch eh wie sonst was über den Bildschirm. Sehr gefallen hat mir dennoch der Moment, in dem es eigentlich nicht passte, die Mission zu starten und sie genau deshalb gestartet worden ist.

„Initiating clap sequence.“ (Roboter)

Twist nach Twist nach Twist… Als gerade das größte Chaos beseitigt ist, wird Morty zu Netflix teleportiert, um dort seinen Heist-Film zu pitchen. Nette Situation, dazu ein, zwei kleine Seitenhiebe, wie, dass der Streaming-Anbieter mittlerweile so ziemlich an allem interessiert ist. Letztlich stellt sich aber im letzten Twist raus, dass die gesamte Sache nur ein ganz großer Plan Ricks dafür war, Mortys Interesse an den eigentlich dämlichen und nur auf smart getrimmten Filmen zu verlieren, damit die beiden auf ewig ihre Abenteuer haben können. Und die Akzeptanz Beths dafür.

Das war wirklich ein verdammter Ritt. Mir kam das wie fünf Minuten vor, als der Abspann bereits erfolgt. 50 Prozent der Folge waren doch gefühlt Montagen, Flashbacks oder einfach nur schnelle und coole Sprüche. Vor allem aber war das erneut eine gekonnte Abrechnung mit einem Popkulturgut. Ein Genre wurde auf seine Einzelteile hin untersucht und aufs Korn genommen, so dass wir Zuschauer in gewisser Weise die Rolle Mortys eingenommen haben, um zu sehen, dass Heist-Filme auch nur viel Rauch um Nichts sind. Aber gerade durch die ganzen Klischee-Stilmittel ist diese Folge halt auch zu dem geworden, was sie ist.

Die ganz großen Gags waren zwar nicht dabei, aber an Enthüllungen und Anspielungen mangelte es nicht. Und so lande ich erneut bei den 4,5 Kronen, die sich bislang irgendwie als Standard für die neue Staffel eingespielt haben. Nicht das Schlechteste, wie ich finde. Schaue ich die Folge jetzt direkt nochmal? Hm…

Inside the Episode: One Crew Over The Crewcoo’s Morty

Und hier noch das kleine Behind-the-Scenes-Video zur aktuellen Episode:

Bilder: Adult Swim / TNT Comedy

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