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Spoilerarme Betrachtung der Bonus-Episoden

Review: „The Sandman“ S01E11 – Der Traum der tausend Katzen / Kalliope

Mini-Spoiler
20. August 2022, 10:44 Uhr
Mini-Spoiler
Michael
20.08.22

Große Überraschung gestern früh: Netflix spendierte den Fans von „The Sandman“ zwei Wochen nach dem Start der Serie eine Bonus-Folge – die zwei Episoden enthält. Eine davon ist animiert, eine dann eine Realverfilmung. Beide Folgen sind richtig gut – wobei ich nicht verstanden habe, warum man beide Episoden in eine Folge packen musste und nicht zwei separate Bonus-Folgen daraus gemacht hat. Beide Folgen passen nicht so wirklich gut zu den beiden Haupterzählsträngen der ersten Staffel (Gefangennahme und Flucht von Morpheus, dann die Geschichte um Rose Walker), deswegen macht ein Special durchaus Sinn. Hier geht’s zum spoilerarmen Review der ersten Staffel.

Der Traum der tausend Katzen

Kommen wir direkt zur animierten Folge, die auf Band #18 der Graphic Novel-Vorlage basiert. Sie ist die erste animierte „The Sandman“-Geschichte und macht für mich auch tatsächlich nur in animierter Form Sinn. Denn in dieser Geschichte geht es hauptsächlich um – Katzen. Der holländische Animator Hisko Hulsing fungierte hier als Regisseur und Produktionsdesigner für diese Episode – und hat sie wirklich toll aufgesetzt. Er hat sich eigener Aussage nach bemüht, die animierte Version so hypnotisch wie möglich zu gestalten. Umgesetzt wird das, indem er echte Ölgemälde auf Leinwand als Ausgangspunkt nutzt. Die Gemälde wurden dann mit klassisch gezeichneten 2D-Animationen kombiniert, die auf realistischen 3D-Animationen von Katzen basieren. Die 3D-Animation der Katzen wurde von Untold Studio’s in London erstellt. Die 2D-Animation, die Ölgemälde und das Styling wurden von den Submarine Studios in Amsterdam erstellt. Klingt nach ziemlich viel Aufwand – und so ist die Episode auch nur knapp 15 Minuten lang, so dass die zweite Episode eine volle Folgenlänge erhält.

Aber bleiben wir noch bei den Katzen – die Episode überzeugt nicht nur durch die tolle optische Umsetzung, sie ist natürlich auch an sich einfach eine großartige Geschichte. Die Vorlage ist hier überzeugend umgesetzt, und man merkt an vielen Stellen, wieviel Liebe zum Detail auch in dieser Folge steckt. Einen wichtigen Teil neben der Story und der Animation tragen auch die Stimmen bei. Für die Vertonung der Katzen wurde eine sehr illustre Schauspieler:innen-Riege verpflichtet, die teilweise schon in anderen Neil Gaiman-Produktionen beteiligt waren.

Mit dabei ist natürlich Tom Sturridge als Morpheus (in dieser Folge als Katze), dann Sandra Oh in der Hauptrolle als The Prophet, dazu Rosie Day als The Tabby Kitten, David Gyasi als The Grey Cat und Joe Lycett als The Black Cat. Neil Gaiman hat es sich nicht nehmen lassen, selbst als Crow/Skull Bird seine Stimme beizusteuern. James McAvoy (war an der Audible-Version von „The Sandman“ beteiligt) kommt als Golden-Haired Man dazu, dann David Tennant als Don and seine Frau Georgia Tennant als Laura Lynn sowie schließlich Michael Sheen als Paul and Anna Lundberg als Marion. Tennant und Sheen spielen in der Gaiman-Serie „Good Omens“ mit. Wie bei der Staffel selbst hier die dringende Empfehlung, die Episode im Original zu schauen.

Insgesamt eine sehr gelungene Umsetzung der Comic-Vorlage, die Lust auf mehr animierte Erzählungen aus dem „The Sandman“-Universum macht.

Kalliope

Die zweite Bonus-Episode ist dann wieder eine Realverfilmung, und hier erleben wir auch Tom Sturridge als Morpheus. Aber er spielt nicht die Hauptrolle. Die Geschichte dreht sich um den Autor Richard Madoc, gespielt von Arthur Darvill, der schon bei „Doctor Who“ mit Neil Gaiman zusammengearbeitet hat. Madoc hat nach einem erfolgreichen ersten Roman keine Idee für einen Nachfolger und steht deswegen ziemlich unter Druck. Er lässt sich auf einen Deal mit Erasmus Fry ein, großartig gespielt von Derek Jacobi. Dieser hatte selbst früher Probleme, neue Werke zu verfassen, ließ sich dann aber von einer Muse inspirieren, die er fortan gefangen hielt. Diese Muse heißt Kalliope und wird jetzt Madoc überlassen. Auch Kalliope ist großartig besetzt, durch Melissanthi Mahut. Diese drei Schauspieler:innen tragen die Episode im Prinzip – sie lebt sehr von den starken Darbietungen der Drei. Arthur Darvill macht das einfach großartig – sowohl die Verzweiflung, dass er keine neue Zeile zustande bringt, als auch sein Hadern, wie er mit Kalliope umgehen soll, und seine Überheblichkeit, als der Erfolg zurück kommt, nimmt man ihm zu 100 Prozent ab.

Auch die Geschichte an sich ist wieder toll erzählt – sie spielt über mehrere Jahre, sowohl während Morpheus‘ Gefangenschaft (siehe Review zu Folge 1) als auch danach, als sich der Herr der Träume charakterlich deutlich verändert zeigt, was sehr gut zum ‚anderen‘ Morpheus der Serie im Vergleich zu der Graphic Novel passt.

Ebenfalls also eine tolle neue Geschichte aus dem „The Sandman“-Universum, dem hoffentlich noch weitere Folgen hinzugefügt werden. Eine zweite Staffel ist noch nicht bestätigt: Neil Gaiman selbst sagt auf Twitter, dass Netflix die Performance der Serie in den ersten vier Wochen abwarten wolle. Hoffen wir mal, dass die Serie durch diese Bonus-Episoden einen zusätzlichen Schub bekommt. Zumindest die Katzen-Episode kann man übrigens auch ohne jede „The Sandman“-Vorkenntnis schauen.

Bilder: Netflix

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