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Jason und Nikki möchte jeder als beste Freunde haben

Review: Trying (Apple TV+) – Staffel 2

Mini-Spoiler
Michael
03.07.21

Oh, es ist so schön, Nikki und Jason nach einem Jahr wieder zu sehen. Die beiden leben in der Nähe des Londoner Stadtteils Camden Town und bemühen sich nicht nur, das eigene Leben in geordneten Bahnen zu halten, sondern auch eine Familie zu gründen. Da das nicht so richtig klappt, entscheiden sie sich zu einer Adoption. Und dass auch das nicht so einfach ist, zeigt „Trying“ in der 2. Staffel des Apple Originals.

Aber „Trying“ leistet ehrlicherweise so viel mehr als die bloße Erzählung eines Paares, dass sich um eine Adoption bemüht. Es geht um ehrliche Gefühle, um Warmherzigkeit, Aufrichtigkeit, Mitmenschlichkeit. Und von alldem haben Nikki und Jason eine ganze Menge, so dass man sich nicht nur auf das Wiedersehen jetzt in der 2. Staffel freut, sondern am liebsten auch direkt die beiden aus dem Fernseher herausholen und auf die eigene Coach setzen würde. Bessere Freunde als Jason und Nikki gibt es vermutlich fast nicht.

So wie Jason und Nikki ein Glücksfall für ihre Freunde und für einander sind, so sind Rafe Spall und Esther Smith als Darsteller der beiden ein echter Glücksfall für die Serie. Vor allem jetzt in der 2. Staffel scheinen sie sich perfekt aufeinander eingespielt zu haben. es ist einfach toll zu beobachten, wie sehr Jason von Nikki begeistert ist und welche großen – und ehrlichen – Gefühle er für sie hegt. Und da ist diese Unbekümmertheit von Nikki, die einfach mal so in ein Bewerbungsgespräch geht und irgendwie die richtigen Wörter findet, um ans Ziel zu kommen. Oder wenn sie das Werkzeug herausholt, um das Gartenhäuschen bei Jasons Oma gemeinsam mit Jasons Mutter zu Kleinholz zu zerlegen, um dabei nicht nur Frust abzulassen, sondern Jasons Muter auch gleichzeitig aus dem Tal der schlechten Gefühle herauszuholen.

Was mich in dieser Staffel besonders begeistert hat, sind die vielen kleinen Besonderheiten, die sich Autor Andy Wolton hat einfallen lassen und die Jim O’Hanlon perfekt inszeniert. Wenn sich zum Beispiel herausstellt, dass Jason seit Jahren Briefe an Nikki im Namen einer imaginären Brieffreundin schreibt, damit Nikki sich einfach gut fühlt. Oder das Nikki ebenfalls seit Jahren viele kleine Dinge tut, damit sich Jason besser fühlt. Oder dieser erst unklare Moment, wenn Jasons Vater bei Nikki und Jason anfängt, irgendwas zu bauen, ehe sich herausstellt, dass er versucht hat, kleine Zimmer für ein Geschwisterpaar zu bauen, das als Adoptionspaar für Nikki und Jason in Frage kommt. Das ist alles sehr rührend und sehr berührend, so dass man nach jeder Folge bewegt und beseelt zurück bleibt.

Auch bei den Nebenfiguren hat sich Andy Wolton allergrößte Mühe gegeben, jede Figur einen besonderen Charakter zu geben. Auch diese Figuren sind mit viel Liebe gestaltet: Scott zum Beispiel, der sich selbst für einen viel größeren Autor hält, als er es tatsächlich ist, aber das ist einfach so wunderbar gestaltet und erzählt, dass man es Scott einfach wünschen möchte, dass er erfolgreich wird. Oder die etwas sonderbare Adoptionsberaterin Penny (wunderbar gespielt von Imelda Staunton), die man einfach gerne haben muss und die erkennt, was für besondere Menschen Nikki und Jason sind.

Die Staffel endet mit einem Zwischenschritt auf dem Weg zur Familie für Nikki und Jason. Und als eines der Kinder in der Nacht nach Nikki ruft und sagt, es habe Angst, sagt Jason nur ‚Ich auch‘ – geht aber zu den Kindern und damit den Schritt in die Zukunft. Nächstes Jahr sehen wir in Staffel 3 davon dann sicher mehr.

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