Zum Schluss noch eine deutsche Serie

sAWEntskalender 2018 – Tür 24: Die besten „Morgen hör ich auf“-Zitate

Mini-Spoiler
Michael
24.12.18

„Morgen hör ich auf“? Ja, genau, um diese Serie geht es heute. Ganz passend, schließt geht es ja auch mit unserem sAWEntskalender zu Ende. Ich habe die Serie herausgesucht, weil mir die deutschen Serien in unserem sAWEntskalender irgendwie viel zu kurz gekommen sind. Ursprünglich sollte es hier um „Boston Legal“ gehen. Naja.

Jetzt also die Pastewka-Miniserie, von der es schon seit Jahren eine 2. Staffel geben soll. Tut es aber nicht, stattdessen dreht Bastian Pastewka weiter neue Folgen von – „Pastewka“. Wie auch immer: Die 5 Folgen der ZDF-Serie hatten es wirklich in sich. Da waren einige Highlights dabei, auch sprüche-technisch.

INFO: In unserem „sAWEntskalender“ 2018 gibt es jeden Tag ein Türchen mit den tollsten Zitaten einer Serie – und tolle Preise zu gewinnen. In jedem Türchen KANN ein Buchstabe versteckt sein, den es zu finden gilt, um ein Lösungswort zu bilden. Viel Spaß beim Lesen und Buchstabensuchen!

Natürlich ist die Menge an Zitaten bei 5 Folgen etwas begrenzt, aber es kommt ja nicht auf die Quantität an. Dann würde Tobias hier schreiben.

Also: Die Geschichte ist schnell erzählt: Die Familie Lehmann steckt in finanziellen Schwierigkeiten – was vor allem an der misslichen Lage der familiengeführten Druckerei von Familienvater Jochen Lehmann liegt. Die ist hochverschuldet und steht praktisch vor der Insolvenz. Ehefrau Julia geht für einen Mindestlohn bei einer Freundin arbeiten – was weder sie noch die Freundin glücklich macht. Tochter Laura muss auf Taschengeld verzichten, Sohn Vincent beschädigt das Auto eines Rentners, Tochter Nadine kann aus Geldmangel nicht auf die Klassenfahrt. In seiner Verzweiflung fängt Jochen Lehmann an, 50-Euro-Scheine in der Druckerei zu drucken. In der benachbarten Großstadt Frankfurt bringt er die falschen Fünfziger unter die Leute – bis ihm ein Kioskbesitzer auf die Schliche kommt.

Rund um die Story werden etliche Nebenschauplätze eröffnet. So zum Beispiel bei Andreas Gerlach, einem piefigen alten Mann aus der Nachbarschaft, der Jochen zusätzlich das Leben zur Hölle macht. Dabei ist das Anlegen seiner Figur und seine Lebensumgebung eine einzige Zitatesammlung: Sein mit 80er Jahre Charme dekoriertes Heim, mit kleinem Hund dabei, im Schlabberlook unterwegs, die Bier- und Whiskey-Flaschen auf dem Tisch, und Vincent mit dem Staubwedel dazwischen – großartig. Dazu die Altherren-Weisheiten, die er zum besten gibt, und zur Krönung das Che Guevara-Bild an der Wand:

„Es gibt Männer, die lecken, und Männer, die werden geleckt. Der Mann wurde geleckt.“

Oder wenn Andreas Gerlach herrlich grotesk mit der Welt abrechnet.

„68 – das war Krieg!“

meint er zum Beispiel. Eine Pistole hätte er damals der Polizei gestohlen, und die hätte er dann bei jeder Demo dabei gehabt. Dann watscht er den weichen Joschka noch ein paar Mal ab – gemeint ist der spätere Außenminister Joschka Fischer, der damals bei den Demos nicht gerade zurückhaltend mitgemischt haben soll. Für Gerlach wohl noch zu wenig.

Dann ist da noch Damir, der Kioskbesitzer: Er nistet sich bei Lehmanns ein und mischt die Familie gehörig auf. Mit der jüngsten Tochter Nadine freundet er sich gleich an, unterschreibt den Elternbrief, in dem steht, dass Nadine eine Mitschülerin seit Wochen terrorisiert (auch eine großartige Szene, wie Nadine ihre Mitschülerin an der Leine führt und ihr Hundekommandos à la ‚Sitz‘, ‚Platz‘ und ‚Bleib‘ gibt). Natürlich meldet sich die Lehrerin später und bittet um ein Elterngespräch.

„„Die Lehrerin sagt, Du wüsstest davon.““

Als sie herausfinden, dass der Brief mit „Jockl Lehmann“ unterschrieben ist, wird ihnen klar, dass sich Damir eingemischt hat. Der sagt nämlich in seinem Wiener Charme immer Jockl zu Jochen, und behandelt ihn wie einen alten Kumpel. Jochens Kindern gegenüber gibt er sich als alter Freund von Jockl aus, und spielt dabei durchaus geschickt auf Jochens rustikale Flucht aus seinem Kiosk an:

„Weißt Du noch, Jockl, wie wir damals den alten Kiosk mit einem Feuerlöscher zerlegt haben?“

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Und dann ist da noch Bankdirektor Werner Tauchert. Ihm jubelt Jochen das Falschgeld als Schwarzgeld unter, legitimiert also quasi das eine Verbrechen mit einem anderen. Als Tauchert das Geld prüft, steigt ihm Brandgeruch in die Nase. Er habe es verbrennen wollen, weil er keinen Ausweg wusste, gibt Jochen an. Doch Tauchert ist schon angefixt, scharf auf das Schwarzgeld und spottet:

Jochen – das ist schönes echtes Geld – das wäre ja Mord.

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Auch Jochen Lehmann selbst entwickelt sich weiter: Es macht Spaß zuzuschauen, wie er eine Strategie entwickelt, sich einem dubiosen Geschäftspartner anzubieten. Von den ersten zaghaften, gestotterten Worten über ein vorsichtig geplantes Treffen in der Öffentlichkeit bis zum frechen Kommentar

„„Sagen Sie Blaschko, wie kommen ins Geschäft!““

im Vorbeigehen, als Blaschkos Partner ins Taxi einsteigt.

Blaschko selbst ist auch noch für ein paar Sprüche gut. Er geht am Ende der Staffel (oder Serie) mit Jochen per Helikopter auf die Reise, um ungestört zu sein. Herrlich, wie er über Bad Nauheim schwebend von den großen Vorzügen der Finanzkrisen sprach.

„Portugal und Italien sind toll, Griechenland ist großartig. Frankreich ist schwer im Kommen.“

So zählte Blaschko seine Absatzmärkte für Falschgeld auf. Jochen Lehmann ließ sich davon allerdings nicht groß beeindrucken und verhandelte munter drauf los, bis Blaschko ihm eingestehen musste, selbst in Geldschwierigkeiten zu sein:

„Nur weil ich von den Krisen profitiere, heißt das nicht, dass sie mir nicht auch zu schaffen machen.“

Die Staffel endet dann mit einem Knalleffekt – siehe hier. Ob das auch das Ende der Serie war, ist weiterhin offen. Eine Fortsetzung wurde vom ZDF zwar immer versprochen, aber nie eingelöst. Wäre schn, wenn’s 2019 etwas würde.

Buchstabe gefunden?

*huch* Jetzt hätte ich doch beinahe vergessen, den Buchstaben ‚R‘ hier im Text zu hinterlegen. Aber: Wie im Gewinnspiel-Beitrag zum sAWEntskalender noch behauptet, könnte jeden Tag ein gesuchter Buchstabe im Türchen-Beitrag versteckt sein – dieses Mal ist es bestimmt einer – eben der Buchstabe ‚R‘. Maximal einer pro Tag (das ‚R‘), vielleicht auch mal gar keiner (heute sicher nicht). Hast du ihn gefunden oder bist dir sicher, dass es keinen gibt (…’R’…)? Dann schreib uns die Tages-Lösung über das Kontaktformular hier und sichere dir bei richtiger Einsendung ein Gewinn-Los:

Wie ist welcher Buchstabe versteckt?

Solltest du mithilfe der bisher entdeckten Buchstaben den gesuchten Serientitel erraten haben, schick deinen Lösungsversuch über das Formular im großen Gewinnspiel-Beitrag. Dort gibt es auch alle Infos zu den Preisen und dem Ablauf des Gewinnspieles. Maik meinte auch noch, ich sollte hier noch die Glücksrad-Wand einbauen, die er vorbereitet hat, weil man dann noch besser erkennen könne, welche Serie gesucht wird – wenn’s hilft… :-)

Bilder: ZDF

Türchen #23

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