Schnell, bevor der Sommer kommt!

AWESOME 5: Düstere Mini-Serien

Mini-Spoiler
Leonie
08.03.19

Frühling ist definitiv meine Lieblings-Jahreszeit! Es ist länger hell, morgens und tagsüber ist es oft schon richtig schön warm, am Abend ist es aber meist noch zu kalt, als dass man rausgehen muss möchte. Aber seien wir ehrlich: Bald ist Sommer, und damit auch weniger Zeit für unsere Lieblings-Serien. Gut, dass der Frühling bestimmt noch den ein oder anderen verregneten Wochenend-Tag in petto hat. Den muss man aber auch weise nutzen! Jetzt noch eine Serie anfangen, deren fünfte Staffel man dann bei 35 Grad in der Wohnung zu Ende bingen muss? Bitte nicht. Meine Empfehlung: Eine Mini-Serie, maximal 6 Stunden, das schafft man gut an einem Tag. Und da es so viele gute Mini-Serien gibt, habe ich mich auf die tollsten düsteren konzentriert.

The Sinner

Ich kenne Jessica Biel noch aus guten alten „Eine himmlische Familie“-Zeiten, und holy s***, das sind natürlich Welten zu ihrer Rolle als Cora Tannetti in der ersten Staffel von „The Sinner“. Cora ersticht aus im wahrsten Sinne des Wortes heiterem Himmel einen Mann am Strand, und auch wenn das wie ein Spoiler sonders gleichen scheint, lasst euch gesagt sein – ihr werdet trotzdem überrascht sein, wie und wenn es tatsächlich passiert. Die Auflösung zieht sich dann über acht Folgen, was sich unglaublich öde und langwierig anhört, die circa 340 Minuten sind aber erstaunlich packend.

Ja, richtig – es gibt bereits zwei Staffeln, allerdings sind die beiden Geschichten voneinander unabhängig, man kann sich also gut nur eine Staffel am Stück einverleiben – einzig der nicht aufgebende Detective Harry Ambrose, gespielt von Bill Pullmann, ist in beiden Staffeln tätig. Eine dritte Staffel ist bereits bestätigt, die Hauptrolle wird von Matthew Bomer gespielt, der nicht nur unter anderem aus „White Collar“ bekannt ist, sondern auch aus „American Horror Story“. Das wird auf jeden Fall spannend! „The Sinner“ läuft auf Netflix.

Patrick Melrose

Die liebe Kira hat in euch die Serie mit Benedict Cumberbatch kürzlich in ihrer Wochenvorschau ans Herz gelegt, ich möchte diese Empfehlung unterstreichen. Die Serie ist nichts für schwache Nerven, kann für einen verregneten Sonntag aber genau das richtige sein.

Wir gehen mit Patrick Melrose auf eine Reise, die mit der telefonischen Nachricht über den Tod seines Vaters beginnt. Seit „Fear and Loathing in Las Vegas“ wurde kein Hotelzimmer mehr schöner im Drogenrausch zerstört, und selten wurde durch Nicht-Zeigen mehr Horror transportiert als in dieser einen Szene, in der Patricks Vater die Zimmertür schließt und die Kamera eine gefühlte Ewigkeit die geschlossene Tür filmt. Düster auf jeden Fall, aber am Ende doch hoffnungsvoll und durch Benedict Cumberbatch mit einer verstörten und verstörenden Leichtigkeit erfüllt. Großes Kino in 300 Minuten, zu sehen mit einem Sky Entertainment Ticket, was es aber Wert ist.

Braunschlag

Nicholas Ofczarek ist gerade auch in “Der Pass” zu sehen, was ich aber noch nicht durch und deswegen nicht in die “Awesome 5” gepackt habe. „Braunschlag“ ist sicher nicht auf die gleiche Weise düster wie die beiden vorgenannten Mini-Serien, neben allerhand, ich möchte sagen göttlich skurriler Szenen lässt sie einen aber auch mit einem beklemmenden Gefühl zurück.

Braunschlag ist ein österreichisches Dorf nahe der tschechischen Grenze, der Bürgermeister hat sich verzockt und muss nun auf ein Wunder hoffen – oder selbst eines schaffen. Die Meerschweinchen! Der Vatikan-Kommissar Banyardi! Die unbefleckte Empfängnis! Und am Ende Sodom und Gomorrha. „Braunschlag“ läuft auf Netflix, 350 Minuten, von der ersten bis zur letzten ein Fest.

Das verschwundene Zimmer

13 Jahre ist diese Mini-Serie schon alt, gesehen habe ich sie vor ungefähr acht Jahren (und ungezählten anderen Serien), im Gedächtnis geblieben ist sie mir trotzdem – Grund genug für eine Nennung in diesen „Awesome 5“. Die Story: In „Das verschwundene Zimmer“ gibt es einen Schlüssel, mit dessen Hilfe man durch jede Tür in ein bestimmtes Motelzimmer aus den 60er Jahren kommt. Verlässt man das Motelzimmer wieder, gelangt man entweder an den Ort (und die Zeit), die man sich bei Verlassen vorstellt – oder, wenn man das nicht tut, an einen zufälligen Ort zu einer zufälligen Zeit. Gut, vergisst man schon nicht. Leider wird aber die Tochter des Detectives, der rund um das Zimmer ermittelt, in die Geschichte hineingezogen und landet im wahrsten Sinne im (N)irgendwo und (N)irgendwann.

Verschwundene Kinder! Ganz allein! Da geht mein Puls schon per se hoch. Dass die Gegenstände im Motelzimmer alle besondere „Fähigkeiten“ haben und auch kombiniert werden können, triggert zusätzlich meine Rätsel-Leidenschaft, bis nach 270 Minuten alles vorbei ist. An das Ende erinnere ich mich nicht mehr, also keine Sorge vor Spoilern. „Das verschwundene Zimmer“, im Original „The Lost Room“, kann man für 9 Euro bei Amazon leihen.

The end of the f***ing world

“D´oh!”, würde Homer Simpson sagen. Wäre dieser Artikel drei Tage eher erschienen, hätte „The end of the f***ing world“ hier noch einwandfrei ´reingepasst – acht Folgen, jede maximal 25 Minuten, das ist mehr als perfekt für einen Sofa-Samstag und das Label „Mini-Serie“. Freuen wir uns trotzdem, dass Netflix gerade die zweite Staffel bestätigt hat? ABER SOWAS VON. Und nicht nur, weil man bei ähnlicher Länge der zweiten Staffel BEIDE Staffeln an einem Tag sehen kann.

Der selbstdiagnostizierte Teenie-Psychopath James, der als Kind seine Hand in eine Fritteuse gesteckt hat, um endlich mal etwas zu fühlen, plant seinen ersten Mord, und Alyssa, die auch ihre Probleme hat, scheint das passende Opfer. Es fließt Blut, aber anders als gedacht, die Stimme aus dem Off hat lange nicht mehr soviel Berechtigung gehabt, es passiert eigentlich viel zu viel für nicht einmal drei Stunden, aber man will trotzdem mehr.

Ich merke gerade, ich habe dieses Goldstück so lange nicht gesehen – vielleicht ist am Wochenende ja noch einmal schlechtes Wetter ;)

Welche AWESOME Mini-Serie gönnt ihr euch noch, bevor der Sommer kommt? Ich freue mich auf eure Kommentare!

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