Perlen aus der Vergangenheit #6

Klassiker der Woche: Parker Lewis – der Coole von der Schule

Mini-Spoiler
Michael
04.10.15

uhrenvergleich

Uhrenvergleich! Wer die Serie „Parker Lewis“ – im Original „Parker Lewis can’t lose“, im Deutschen mit dem eher scheußlichen Zusatz „Parker Lewis – der Coole von der Schule“ – schonmal gesehen hat, der weiß, was jetzt angesagt ist: Armbanduhren vorzeigen. Das haben zumindest Parker Lewis und seine freunde Mikey Randall und Jerry Steiner immer getan, wenn wieder ein neues Abenteuer auf dem Plan stand. Die drei Jungs müssen den High School Alltag über sich ergehen lassen, und versuchen das mit möglich viel Rafinesse, Coolness und Witz über die Bühne zu bringen. Dabei geraten die Drei immer in total verfahrene und mitunter auch abstruse Situationen, aus denen sie sich nur mit gefälschten Fernsehberichten auf dem Fernseher der diktatorischen Schulleiterin Grace Musso und ihrem hörigen Helfer Frank Lemmer befreien können. Oftmals hat auch Parkers Schwester Shelly ihre Finger im Spiel, die ihren in der High School total beliebten Bruder einfach hasst. Sie war schon mit Jerry zusammen und ist eigentlich in Mikey verliebt, der sie aber eher weniger beachtet. Hilft Diplomatie nicht weiter, werden Tricks angewendet.

Das Intro wurde immer mal wieder variiert:

Drei echt beste Freunde

parker

Dafür ist zum Beispiel Jerry zuständig, der nickelbebrillte Freund von Parker, der in seinem Mantel unzählige Gegenstände versteckt hält und der in der Schule ein eigenes Basislager hat. Hier werden auch die Filme auf VHS geschnitten, die Parker braucht, um der Schulleiterin immer wieder aufs Neue zu erklären, warum er denn zur ersten Stunde nicht erscheinen konnte. Jerry ist der Typ Nerd, der eigentlich nie mit so coolen Typen wie Parker und Mikey unterwegs sein würde. Wird es gefährlich, stößt er schonmal ein verwzeifeltes „Eeek!“ aus und verschwidnet blitzartig. Schön schräg ist auch, dass er seine Freunde grundsätzlich siezt, also „Mister Lewis, Sir!“, zum beispiel, oder „Mister Randall“.

Apropos: Mikey ist so ein Typ bester freund, wie man ihn sich eigentlich wünscht: Hilfsbereit, loyal, clever – und natürlich cool. Wenn seinem Freund Parker mal wieder etwas schier Unmögliches gelungen ist, quittiert er das mit einem „Coole Sache, Parker!“. Parker selbst läuft eben so rum, wie man das Anfang der 90er Jahre gemacht hat, mit weiten Hemden – bei ihm oft Hawaii-Hemden -, weiße Turnschuhe, Stoffhosen. OK, optisch ist Mikey mit seiner ausgewaschenen Jeans und lässigen Hemden sicher der coolere. Parker arbeitet in der Videothek (da konnte man früher Filme ausleihen, um sie zu Hause auf einem Abspielgerät zu sehen) seiner Eltern, handelt mit Konzertkarten und Tonträgern.

Für eine im Prinzip recht simple High School-Serie haben sich bemerkenswert viele Gaststars einen Auftritt gesichert, unter anderem Roseanne Barr, Milla Jovovich, Ozzy Osbourne, Weird Al Yankovic oder auch Ziggy Marley.

Comicartige Optik

Was mir an der Serie immer besonders gut gefiel, war die comicartige Optik: Alles ist total schrill und bunt, in dramtischen Szenen gibt’s auch schonmal schnelle Schnitte und Zooms, viele Aktionen sind mit Geräuschen aus dem Off belegt – zum Beispiel Miss Mussos typische Handbewegung, wenn sie wieder jemanden in ihr Büro bittet, oder Larry Kubiacs stampfender Schritt. Er ist der Mitschüler der drei Freunde, ist risengroß und besitzt übermenschliche Kräfte, hat aber nicht allzu viel in der Birne.

Ich mag die Serie auch, weil so viele kleine Andeutungen überall in den 22 Minuten kurzen Folgen versteckt sind, weil mitunter sehr witzige Dialoge zu hören sind und die Produktion einfach mal anders ist – zumindest als man es in den 90er Jahren kannte. Vom Humor und von der Machart her ist sie in etwa vergleichbar mit Scrubs.

Der Serien-Steckbrief

Name: Parker Lewis (Original: Parker lewis Can’t lose)
Genre: Comedy
Laufzeit: 22 Minuten
Folgen: 73 Folgen in 3 Staffeln
Ausstrahlung: 2. September 1990 in den USA, 15. Februar 1993 auf ProSieben
Darsteller: Crin Nemec, Billy Jayne, Troy W. Slaten, Maia Brewton, Melanie Chartoff, Abraham Benrubi

2 Kommentare

  • Sehr interessant ist es, wie sehr man in der Pilotfolge versucht hatte, Ferris Bueller zu kopieren. Sogar die Musik erinnert gewollt an Yellos „Oh Yeah“. Das wurde zum Glück ab Folge 2 ignoriert, weil ein anderer Sender eine „offizielle“ Ferris Bueller Serie an den Start brachte. Mit Charlie Schlatter (Spielte später in „Diagnose: Mord“ mit) als Ferris. Parker war erfolgreicher und am Ende von Staffel 1, gab es noch mal einen herrlich fiesen Seitenhiebauf Ferris.

    Ebenfalls interessant ist, wie derbe die Serie in Staffel 3 auf die Fresse flog. Nach zwei Staffeln unbekümmertem Live Action Cartoon, gab es plötzlich überraschend viele „very special episodes“, die mit ihrer unangebrachten Ernsthaftigkeit wohl genug Zuschauer vergraulten, um zu einer Absetzung zu führen. Keine Ahnung, was die Zuständigen sich dabei gedacht hatten.

    Trotzdem, zumindest die ersten beiden Staffeln sind in ihrer Kreativität und Überdrehtheit noch heute sehr empfehlenswert.

  • Oh, Parker Lewis!! <3
    Erstaunlich auch, dass eine so simple Serie so in Erinnerung blieb. Ob Kubiak, der obligatorische Uhrenvergleich oder das legendäre Eeeeek! Das war so richtig schön abgedreht und schräg und würd ich echt gern noch mal gucken, schon allein für das 90s-Nostalgie-Feeling :D



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