Siebenteilige Show mit Jeannine Michaelsen und Annie Hoffmann

Heute ist mal Ponyhof

29.11.15 10:15
ReviewTV
Mini-Spoiler
Michael
29.11.15

ponyhof_beitrag

Gestern Abend war ich auf dem Ponyhof. Nein, nicht der mit Pferden und so, sondern bei der gleichnamigen Sendung auf TNT Glitz. Das wiederum ist ein Fernsehsender des Turner Broadcasting System, das sich mit seinem Programm vor allem an Frauen richtet. Auf dem Ponyhof von TNT Glitz, als siebenteilige Show zur Samstagsprimetime konzipiert, dürfen sich Jeannine Michaelsen und Annie Hoffmann austoben. „Das wird super! Das wird großartig! Das wird … … beschissen!“ lautet der Werbeslogan der Sendung – selten hat eine Bewerbung eines Formates so recht behalten.

Ich bin auch nur auf dem Ponyhof gelandet, weil die Reihe zum Bergfest eine eigene Band geschenkt bekommen hat – die Kapelle Petra (kennt man vielleicht aus dem Schrank von Circus Halli Galli, ganz sicher aber von vielen großartigen Songs und Konzerten). Die Kapelle als Begleitband auf dem Ponyhof beschreibt sich selbst als Helmut Zerlett Band, nur in Kacke. OK, ich finde sie wirklich richtig gut, und es ist jetzt natürlich noch besser, dass die Band auch einen Frauensender unsicher machen darf. Geht auch gleich stilecht los mit dem Titelsong zur Sendung, „Heute ist mal Ponyhof“. Ansonsten gibt’s immer mal ein bisschen musikalische Begleitung der Moderatorinnenspiele hier, ein paar Sprüche zum Geschehen da – insgesamt super.

Das Konzept der Show ist schnell erklärt: Zwei Moderatorinnen moderieren sich gegenseitig ärgernd durch die halbe Stunde Sendung, dazu gibt’s ein Einspielfilmchen, wo die eine der anderen das Leben schwer macht mit einer Aufgabe (ein Blind Date), und ein weiteres Einspielfilmchen, in dem die beiden gemeinsam versuchen, etwas Lustiges mit Dritten zu machen. Dazu gibt’s dann noch eine Oma, die einen Witz erzählt, und einen Studiogast, der den ganzen restlichen Quatsch mitmachen muss. Vom Konzept her eigentlich großartig.

Kommt einem bekannt vor? Klar, ist natürlich deckungsgleich mit dem Konzept von NeoParadise oder später Circus Halli Galli mit Joko und Klass. Im Prinzip IST das Circus Halli Galli, nur in weiblich, dazu kleiner, kürzer und weniger witzig.

Ich weiß nicht genau, woran es liegt. Die Ideen in den Einspielern sind eigentlich ganz gut, aber animieren irgendwie nicht zum Lachen oder wenigstens zum Schmunzeln. Die Atmosphäre im Studio, pardon, auf dem Ponyhof, ist eher lahm, was vielleicht auch am fehlenden Publikum liegt. Ein ähnliches Problem hatte Circus Halli Galli ja zu Beginn auch, als das Studio so riesig wirkte und das Publikum so weit weg war. Man hat das gelöst, indem man das Studio weiter auffüllte. Beim Ponyhof sitzt genau ein Zuschauer, „der Publikum“, wie es in der Sendung – wenigstens – so schön heißt. Die Idee ist natürlich wieder witzig, und der Typ an sich – Heinz – ist es auch, aber, naja, irgendwie reicht das dann auch nicht. Auch bei der Interaktion zwischen den beiden Moderatorinnen kommt irgendwie kaum Witz auf – es ist irgendwie alles so überdreht und gewollt lustig. Und wenn nichts mehr hilft, wird eben ein Schnäpschen ausgeschenkt.

Bevor es jetzt heißt: „Klar, der ist ja auch ein Mann, das ist ja eher was für Frauen.“ – ich hab’s zusammen mit meiner Frau geschaut, die nach ca. 10 Minuten fragte: „Wie lange geht das noch?“ – Also: Wie heißt es so schön? „Lieber gut geklaut, als schlecht selbst gemacht.“ Funktioniert hier aber leider nicht.

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