Mr. Robot, BoJack Horseman, Gilmore Girls ...

In weiteren Rollen: Rami Malek

Spoilerfrei
Maik
08.12.19

Viele auf der Welt kennen Rami Malek vor allem seit letztem Jahr und seiner wahrlich beachtlichen Darstellung von Queen-Sänger Freddie Mercury im Blockbuster „Bohemian Rhapsody“, viele fiebern (wie ich) seiner Bösewicht-Rolle im neuen James-Bond-007-Streifen „No Time To Die“ entgegen, aber seinen richtigen Durchbruch hatte der amerikanische Schauspieler natürlich 2015 mit seiner Rolle in „Mr. Robot“. Und weil diese Serie sich gerade anschickt, eines der besten Finals der TV-Geschichte hinzulegen, dachte ich mir, ich bohre mal in seiner Vita etwas herum. Denn wusstet ihr, dass Maleks erster TV-Credit aus „Gilmore Girls“ stammt?!

Der als Sohn ägyptischer Immigranten in erster US-Generation der Familie aufgewachsene Malek ging übrigens damals zur „Notre Dame High School“ – in einer Klasse mit Schauspiel-Kollegin Rachel Bilson und nur ein Jahrgang über Kirsten Dunst. Seine Eltern wollten eigentlich, dass ihr Sohn Anwalt wird und brachten ihn dazu, beim Debattierclub mitzumachen. Maleks damaliger Lehrer notierte, dass das Formen von Argumenten eher mau war, die dramatische Darbietung jedoch vielversprechend. Also überredete er Malek zur Darbietung eines Ein-Mann-Theaterstückes. Der Anfang einer großen Karriere?

Andy in „Gilmore Girls“

Ob man die „Gilmore Girls“ nun mag oder nicht, man kann wohl kaum bestreiten, dass der Cast von damals etliche Stars hervorgebracht hat. Unter anderem halt auch Rami Malek, der 2004 in der Folge „In the Clamor and the Clangor“ (S04E11) den schüchternen Stuhlkreis-Sitzer Andy verkörpert hat. Hier im Video bekommen wir den damaligen Moment und eine neuere Reaktion des mittlerweile gestandenen Darstellers darauf zu sehen. Lustig finde ich ja, dass er wie ich die Dialoge einfach für utopisch schnell dargeboten erachtet:

Damals war der Kurzauftritt übrigens auch mit einigen Kosten für Malek verbunden, der damals noch nicht Mitlied der „Screen Actors Guild“ war und entsprechend Gebühren zahlen musste:

„I think Warner Bros. had to pay the fine for me. I [then had to] pay a fee, which took me a very long time to do. I think it was $2,000, and it took me forever to pay that off. […] It was an opportunity that gave me a stepping stone to get that next job. [Booking Gilmore Girls] let me feel like this career was not insurmountable.“

Kleine Rollen in „Medium“ und „Over There“

Die Investition sollte sich auszahlen. Kurz nach dem „Gilmore Girls“-Gig kam es zu kleineren Gastrollen in weiteren Formaten, wie zum Beispiel zwei Auftritten in der mir unbekannten Serie „Over There“ als Hassan.

2005 hat er dann Sträfling Timothy Kercher in der „Medium“-Episode „Time Out of Mind“ (S02E03) gemimt.

Erste wiederkehrende Rollen

Im hier nicht weiter zu vertiefenden Filmbereich hat Rami Malek die Figur des „Ahkmenrah“ bei den „Nachts im Museum“-Teilen verkörpert. Im Serienbereich war der erste längere Auftritt in einem Hauptcast in „Familienstreit de luxe“ (im Original „The War at Home“, unter anderem mit Michael Rapaport) zu sehen. Zwischen 2005 und 2007 trat Malek dort in insgesamt 21 Episoden als Kenny auf. Hier ein kleiner Zusammenschnitt:

Immerhin drei Episoden lang verlief sein Mitwirken in der 2010er „24: Twenty Four“-Staffel als Marcos Al-Zacar. Im gleichen Jahr hat er immerhin in sechs von zehn Episoden der HBO-Miniserie „The Pacific“ als PFC Merriell ‚Snafu‘ Shelton mitgespielt:

Hacker Elliot Alderson in „Mr. Robot“

Danach wurde es seriell zunächst deutlich ruhiger, konzentrierte sich Malek doch vor allem auf das Film-Schauspiel. Neben Rollen in „The Twilight Saga: Breaking Dawn – Part 2“ (2012), „Oldboy“ (2013) oder auch „Need for Speed“ (2014) gab es nur sehr kleine bzw. kurze Auftritte im Fernsehen zu begutachten („Believe“, „Alcatraz“ und „Die Legende von Korra“). Doch dann folgte der große Durchbruch.

Seit 2015 und mittlerweile in der vierten Staffel spielt Rami Malek seine absolute Paraderolle. Die Rolle, die „Bohemian Rhapsody“ und „007“ erst für ihn ermöglicht haben dürfte. Die des Hackers Elliot Alderson in „Mr. Robot“. Passend für „Langsamsprecher“ Malek spielt er den eher zurückhaltenden, in sich gekehrten Einzelgänger im Nico Semsrott-Gedächtnis-Hoodie, der das große System aushebeln möchte. Mit einigen Episoden der laufenden finalen Staffel der bei uns über Amazon Prime Video zu sehenden Serie dürfte sich Malek einen Platz auf der Nominierten-Liste der Emmys und Golden Globes gesichert haben, wer weiß, vielleicht gar den Gewinn.

Regisseur in „BoJack Horseman“

Mittlerweile zeigt die Karriere Rami Maleks stark in Richtung Hollywood-Produktionen, weshalb die letzte größere Rolle auch schon die in „BoJack Horseman“ ist. Dort hat Malek von 2017 bis 2018 in insgesamt zehn Episoden der Staffeln 4 und 5 Regisseur Flip McVicke seine Stimme geliehen. Ausnahmsweise mal keine Tierfigur im sonst so animalischen Setting (wie bereits Alison Brie und Aaron Paul in unserer „In weiteren Rollen“-Reihe).

Ich bin sehr gespannt, wohin der Weg von Rami Malek noch führen wird. Aktuell scheint seine Aktie einen Höchstwert erreicht zu haben. Vor allem die Darbietung im Bond-Film dürfte wegweisend werden, aber auch, ob Malek noch andere Fassetten in größeren Rollen darstellen kann, um nicht auf einen bestimmten Typus festgelegt zu werden (wobei „Bohemian Rhapsody“ da ja schon ordentlich geholfen haben dürfte). Ich hoffe jedenfalls, dass er nicht nur noch Blaockbuster nach Blockbuster machen, sondern nach „Mr. Robot“ auch weiterhin uns Serien-Liebhabern treu bleiben wird. Ich mag seine besondere Ausstrahlung, die verkörperte Zerbrechlichkeit und Tiefe seiner Figuren, gepaart mit dem klar-kantigen Äußeren und dieser leicht soziophoben Art. Hammer Schauspieler!

Steckbrief: Rami Malek

Geboren: 12.05.1981 in Los Angeles, Kalifornien (USA)
Filmografie: IMDb-Seite
Social Media: Instagram | Twitter
Deutsche Synchronstimme: Hauptsächlich Bastian Sierich, aber auch andere
Awards (u.a.):
2018: Oscar, BAFTA, Golden Globe, Screen Actors Guild Award, AACTA International Awards (Bester Hauptdarsteller 2018 – „Bohemian Rhapsody“)
2016: Online Film & Television Association (Bester Darsteller Drama-Serie – „Mr. Robot“)

Bilder: The WB, NBC, HBO, usa Network, Netflix

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