Star Trek ist zuletzt auffallend häufig in der Berichterstattung rund um Film und Fernsehen aufgetaucht – leider nur selten mit wirklich positiven Schlagzeilen.
Nach dem Ende von „Star Trek: Discovery“ und dem angekündigten Abschluss von „>„Star Trek: Strange New Worlds“ mit Staffel 5 sollte „Star Trek: Starfleet Academy“ dem Franchise neue Perspektiven eröffnen. Schon im Vorfeld wurde das Projekt jedoch von hitzigen Online-Debatten begleitet. Teile des Publikums kritisierten die Serie früh als „zu woke“, während andere darauf hinwiesen, dass sich hinter mancher Kritik weniger inhaltliche Einwände als vielmehr altbekannte Kulturkampfmuster verbergen. Jetzt ist „Star Trek: Starfleet Academy“ abgesetzt worden und Star Trek steckt in der Krise.
In diesem Artikel möchte ich auf die jüngere Vergangenheit des Franchise blicken und einordnen, welche Entwicklungen tatsächlich greifbar sind – und welche vor allem aus Gerüchten, Hoffnungen und Enttäuschungen bestehen.
Das Ende der Star-Trek-Filme
Bevor wir uns dem eigentlichen Heimterritorium von Star Trek widmen – den Serien –, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Kinofilme.
Star Trek hat sein Publikum nicht nur im Fernsehen, sondern auch auf der großen Leinwand über Jahrzehnte begleitet. Obwohl das Franchise seine Fans mit Hunderten Episoden in insgesamt 11 Serien begeistert hat (mit „Short Treks“ wären es 12), war es auch im Kino lange präsent: zunächst mit der Original-Crew rund um Kirk in sechs Filmen, später mit der Crew aus „The Next Generation“ um Picard in vier weiteren. Nach „Star Trek: Nemesis“ (2002) war jedoch zunächst Schluss, bevor 2009 ein für Hollywood typischer Reboot folgte.
Die ersten beiden Filme der neuen Zeitlinie – „Star Trek“ (2009) und „Star Trek Into Darkness“ – fanden durchaus Anklang und waren kommerziell erfolgreich. Mit „Star Trek Beyond“ (2016) verlor die Neuauflage jedoch sichtbar an Momentum. Seitdem wurden zwar immer wieder neue Kinoprojekte angekündigt, darunter auch ein möglicher vierter Film mit der Crew um Chris Pine, doch ein echter Durchbruch blieb aus. Inzwischen wirkt es zumindest fraglich, ob diese Besetzung noch einmal in einem weiteren Film zurückkehren wird.
Ganz verschwunden sind Filmpläne rund um Star Trek allerdings nicht. Parallel zu den Diskussionen um einen möglichen vierten Kelvin-Film befanden sich zeitweise weitere Projekte in Entwicklung, darunter auch ein neuer Film mit anderer Ausrichtung. Ein konkreter Starttermin oder eine klare Perspektive für die Rückkehr von Star Trek ins Kino lässt sich daraus bislang aber nicht ableiten.
Einen Sonderfall stellt „Sektion 31“ dar. Dabei handelt es sich nicht um einen klassischen Kinofilm, sondern um einen direkt für das Streaming produzierten Film. Ursprünglich war das Projekt als Serie geplant, wurde nach Verzögerungen durch die Pandemie und veränderten Produktionsbedingungen schließlich in ein Filmformat umgewandelt. Die Reaktionen fielen überwiegend negativ aus, weshalb man nicht mit einer Fortsetzung rechnen sollte.
Das Ende der Serien
Seit dem Ende der klassischen „TNG-Ära“ mit „Star Trek: The Next Generation“, „Star Trek: Deep Space Nine“ und „Star Trek: Voyager“ hat das Franchise mehrfach versucht, sich neu zu erfinden.
Zunächst geschah das mit „Star Trek: Enterprise“. Die Serie stand von Beginn an unter Druck, an frühere Erfolge anzuknüpfen, und suchte erst nach und nach zu ihrer eigenen Identität. Gerade in den späteren Staffeln gewann sie deutlich an Profil, wurde am Ende aber dennoch nach vier Staffeln eingestellt.
Danach dauerte es fast zwölf Jahre, bis mit „Star Trek: Discovery“ der große TV-Neustart erfolgte. Die Serie startete mit viel Aufmerksamkeit, großem Budget und dem Anspruch, Star Trek für ein neues Publikum zu modernisieren. Aus meiner Sicht war gerade die erste Staffel in vielerlei Hinsicht mutig und experimentierfreudig. Auch die zweite Staffel hatte noch starke Momente. Danach verlor die Serie für viele Zuschauer allerdings zunehmend an Klarheit und Richtung.
Ähnlich zwiespältig fällt der Blick auf „Star Trek: Picard“ aus. Die Serie profitierte enorm von der Rückkehr Patrick Stewarts und vom Nostalgiefaktor, konnte die hohen Erwartungen aber vor allem in den ersten beiden Staffeln nur teilweise erfüllen. Erst die dritte Staffel sorgte mit ihrer starken TNG-Rückbindung bei vielen Fans für eine versöhnlichere Gesamtwahrnehmung.
„Star Trek: Strange New Worlds“, das aus „Discovery“ hervorging, ist für viele Zuschauer die bislang gelungenste Live-Action-Serie der neuen Trek-Ära. Der episodischere Ansatz, die stärkere Nähe zum klassischen Seriengefühl und die insgesamt leichtere Tonalität kamen deutlich besser an. Umso bemerkenswerter ist es, dass auch diese Serie mit einer fünften Staffel enden soll.
Hinzu kommen die animierten Serien „Star Trek: Lower Decks“ und „Star Trek: Prodigy“. Beide haben ihr Publikum gefunden, wenn auch auf sehr unterschiedliche Weise. „Lower Decks“ funktioniert als schnelle, selbstreferenzielle Comedy innerhalb des Franchise, während „Prodigy“ eher als familienfreundliches Abenteuerformat angelegt ist. Für die Gesamtwahrnehmung der Marke spielen beide eine Rolle, stehen aber weniger im Zentrum der öffentlichen Diskussion.
Mit „Star Trek: Starfleet Academy“ wurde der bislang jüngste Versuch gestartet, dem Franchise im Live-Action-Bereich neue Energie zu geben. Gerade deshalb hingen an dieser Serie besonders hohe Erwartungen. Sie sollte nicht nur als eigenständiges Format funktionieren, sondern auch die Frage beantworten, wie Star Trek nach „Discovery“ und „Strange New Worlds“ weitergehen kann. Das ist eine enorme Last für ein einzelnes Projekt.
Mit dem Aus der Serie und ohne weitere aktuelle Projekte steht Star Trek aktuell still und steckt in einer tiefen Sinnkrise.
Die Rolle von Alex Kurtzman
Alex Kurtzman ist seit 2009 eine der prägenden Figuren des modernen Star Trek. Schon beim Kinoreboot war er kreativ beteiligt, später wurde er zur zentralen Schlüsselfigur des Franchise im Serienbereich. Auch außerhalb von Star Trek ist sein Name in Hollywood längst etabliert; Produktionen wie „Fringe“ gehören ebenfalls zu seiner Laufbahn.
Innerhalb des Franchise fällt die Bilanz allerdings gemischt aus. Einerseits hat Kurtzman maßgeblich dazu beigetragen, Star Trek nach langer Pause überhaupt wieder als laufendes Serienuniversum zu etablieren. Ohne ihn gäbe es die aktuelle Fülle an Trek-Produktionen vermutlich nicht. Andererseits wird gerade diese Ära von vielen Fans als inhaltlich sehr schwankend wahrgenommen: ambitioniert, teuer und produktiv, aber qualitativ nicht immer konstant.
Dazu kommt, dass Kurtzmans Name inzwischen für einen sehr bestimmten Stil steht: stärker serialisiert, emotionaler, oft actionbetonter und deutlich näher an modernen Franchise-Erzählweisen als viele klassische Trek-Serien. Für manche war das eine notwendige Modernisierung, für andere eine Entfremdung von dem, was Star Trek eigentlich ausmacht.
Sein aktueller großer Deal mit CBS Studios läuft nach bisherigem Stand bis 2026. Gerade deshalb wird seit Längerem spekuliert, ob das Franchise vor einer Neuordnung steht. Offiziell ist dazu wenig bekannt, doch vieles deutet darauf hin, dass Star Trek in den kommenden Jahren zumindest strategisch neu ausgerichtet werden könnte.
Gerüchte, Wunschprojekte und misslungene Ideen
Wie bei fast jedem großen Franchise existiert auch rund um Star Trek eine dauerhafte Gerüchteküche. Manche Ideen schaffen es nie über die Fan-Diskussion hinaus, andere werden intern offenbar ernsthaft erwogen, ohne jemals offiziell bestätigt zu werden.
Besonders häufig genannt wird seit dem Ende von „Star Trek: Picard“ ein mögliches Spin-off um Seven of Nine, Raffi Musiker und die neue Enterprise-Crew. Im Fandom läuft dieses Projekt meist unter dem Titel „Star Trek: Legacy“. Terry Matalas hat mehrfach deutlich gemacht, dass er an einer solchen Fortsetzung interessiert wäre. Offiziell angekündigt oder in Auftrag gegeben wurde die Serie bislang allerdings nicht.
Daneben kursieren seit geraumer Zeit Überlegungen zu einer möglichen Fortsetzung rund um James T. Kirk in der von „Strange New Worlds“ eingeführten Version mit Paul Wesley. Teilweise fällt in diesem Zusammenhang der Name „Star Trek: Year One“. Bisher handelt es sich dabei aber eher um ein öffentlich geäußertes Wunschprojekt als um eine konkret bestellte Serie.
Auch im Filmbereich zeigt sich dieses Muster immer wieder: viele Ideen, viele Schlagzeilen, aber nur wenige wirklich belastbare Fortschritte. Genau das verstärkt den Eindruck, dass Star Trek momentan zwar alles andere als tot ist, seine kreative Richtung aber noch nicht wieder klar gefunden hat.
Star Trek ist nicht am Ende – aber in einer schwierigen Phase
Trotz aller Rückschläge wäre es verfrüht, Star Trek abzuschreiben. Dafür ist die Marke zu bekannt, zu traditionsreich und wirtschaftlich zu wertvoll. Franchises dieser Größenordnung verschwinden in der Regel nicht einfach – sie pausieren, sortieren sich neu und kehren irgendwann in veränderter Form zurück.
Gleichzeitig zeigt die Vergangenheit, dass eine große Marke auch längere Übergangsphasen durchlaufen kann. Zwischen „Star Trek: Enterprise“ und „Star Trek: Discovery“ lagen fast zwölf Jahre. Diese Zeitspanne erinnert daran, dass selbst ein Franchise mit so großer Geschichte nicht automatisch und ohne Unterbrechung präsent bleibt.
Star Trek mag also nicht am Ende sein, könnte aber in eine längere Phase des Tiefschlafs übergehen. Sollte Alex Kurtzman das Franchise tatsächlich nicht weiterführen – wovon derzeit einiges ausgeht –, wird Paramount wohl nach einer neuen kreativen Leitung suchen. Gleichzeitig dürfte man sehr vorsichtig sein, bevor eine neue Serie oder ein weiterer Film beauftragt wird. Star Trek ist schließlich ein teures Franchise, und die bislang eher verhaltene Resonanz auf „Starfleet Academy“ zeigt, dass neue Projekte keineswegs Selbstläufer sind. Insofern ist Star Trek vielleicht nicht am Ende, befindet sich aber in einer Art Koma – mit der Ungewissheit, wann und in welcher Form das Franchise wieder erwacht.
Bilder: Paramount+ / CBS Studios
































Je älter Kurtzmann wird, um so schlechter werden seine Produktionen und die, an denen er beteiligt ist. Er versucht sich thematisch an jüngere Generationen anzupassen (oder eher anzubiedern) um relevant zu bleiben, doch kommt dabei immer mehr „Grütze“ raus. Star-Trek-Fans seines Alters betrachten ihn als Verräter an der Sache und jünger Zuschauer bleiben größtenteils fern, weil es der 53jährige Kurtzmann nicht schafft, sie mit seinen Storys zu den Themen, die sie wichtig finden, zu überzeugen.
Wegen der gestörten Selbstwahrnehmung eines alternden, zentralen Players, geht eine Marke unter, die Millionen von Menschen einmal viel bedeutet hat…und irgendwie könnte das zur Zeit auch als Überschrift für die gesamten USA dienen.
Haha, ich mag diese Analogie (USA).
Was ich am Niedergang bei Star Trek, ein bisschen auch bei Star Wars, immer so traurig finde. Bei dem ganzen Geld was in diese Franchises gesteckt wird, wäre es doch zumindest mal einen Versuch wert, auf die Fans zu hören und ein klassisches Abenteuer zu produzieren? Bei Star Trek bspw. ein Raumschiff, eine Crew und fremde Lebensformen entdecken + sich an die Gegebnheiten des Franchises halten.
Also ich hätte nach einem offenen Serienende von ACADEMY Staffel 2 eigentlich schon ganz gerne einen „Caleb Mir“-Spinoff-Abschlussfilm. Gerne auch als Paid Content auf OnlyFans. Wo er sich vielleicht wieder mit Piratenfrisur, aber zumindest oberkörperfrei und gegebenenfalls verschwitzt oder mit Öl einschmierend räkelt. Alles in verschiedenen Einstellungen, mit Slowmotions und/oder Lensflares. Mit den Muskelpaketen definitiv raus aus dem ansonsten gerne mal schlecht sitzenden Polyester-Strampler.
Sonst ergibt die Serie doch gar keinen Sinn!?
Bist du da vielleicht etwas auf der Spur?
Könnte „Star Trek“ in Wirklichkeit als Franchise, ohne dass es die Kunden mitbekommen hätten, an die Pornoindustrie verkauft worden sein?
Soll ACADEMY die Zuschauer nur behutsam darauf vorbereiten, dass „Star Trek“ in Zukunft eher unter der Rubrik „Erwachsenenunterhaltung“ laufen wird?
(Die Fallhöhe wäre auf jeden Fall nur noch gering…)
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