Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #48

Klassiker der Woche: Blossom

Mini-Spoiler
Michael
24.07.16

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Mayim Bialik kennen viele Serienfans vor allem durch ihre Hauptrolle in der Comedy „The Big Bang Theory„. Sie hatte aber schon zu ihrer Teenager-Zeit einen echten Serienerfolg: „Blossom“. Die Sitcom erzählt das Teenager-Leben von Blossom Russo, die mit ihren Brüdern bei ihrem Vater aufwächst, nachdem ihre Mutter die Familie zum Serienstart verlassen hatte. Blossom erzählt ihre Geschichte zunächst aus der Ich-Perspektive in eine Videokamera, ihr Videotagebuch. Dann geht’s weiter mit der regulären Geschichte, die normalerweise in Blossoms Elternhaus spielt. Entwickelt wurde die Show von Don Reo, der unter anderem auch als Showrunner von „Two and a half man„, als Autor für „M*A*S*H“ und „The Golden Girls“ bekannt wurde. Auch die „The John Larroquette Show“ hat er erschaffen.

Der Titelsong stammte von Mike Post, der in den 80er und 90er Jahren zahlreiche Serien mit einem Main Theme austattete. Für seine Arbeit an der Serie „Hill Street Blues“ bekan er einen Grammy, weitere Titelsongs von ihm sind in Serien wie „A-Team„, „CHiPs„, „Magnum“, „Riptide“ oder „Law & Order“ zu hören. Das Titelintro von „Blossom“ ändert sich im Prinzip von Staffel zu Staffel – den Song gibt’s in verschiedenen Variationen zu hören, außerdem sieht man die immer älter werdende Blossom, die in dem Vorspann in Staffel 1 zunächst noch alleine tanzt, später dann von ihrer Familie und ihrer besten Freundin Six unterstützt wird.

Apropos Six: Das besondere an „Blossom“ war aus meiner Sicht, dass sich die serie nicht allein auf die der serie den Titel gebende Figur konzentrierte, sondern auch zahlreiche Charaktere drumherum platzierte, die alle für sich wichtig für das Gesamtkonzept der Serie waren. Da ist wie gesagt Six Lemeure, gespielt von Jenny von Oÿ, die die Russo-Familie als ihre eigene Familie ansieht. Dann sind da der Vater Nick und die Brüder Tony und Joey (der im Piloten noch Donnie genannt wurde). Vor allem Joey fand ich immer so witzig, weil er viele Sachen, die in der Serie besprochen wurden, entweder nicht verstanden hat oder so wörtlich genommen hat, dass es einfach zu witzigen Situationen führte. Wenn ihn Dinge besonders überraschten, stieß er ein „Whoa!“ aus, was zu seinem Markenzeichen über die fünf Staffeln wurde. Die Serie kam in vielen Szenen auch ohne die eigentliche Hauptfigur aus, was „Blossom“ so abwechslungsreich machte.

In den Folgen geht es oft um die bekannten Probleme, die in Familien, in der Schule oder unter Freunden auftreten. Alles wurde mit einem Witz oder einem Augenzwinkern präsentiert – wie man es von anderen Alltagsserien wie „Roseanne“ kennt. Das Besondere bei „Blossom“ – manche Folgen kamen auch ganz ohne Witz oder mit ganz wenigen Späßen aus, weil die jeweilige Problematik in der Familie in ernster Manier besprochen und transportiert wurde – eher ungewöhnlich für eine Sitcom. Einen Film zur Serie gab’s übrigens auch – und zwar eine Art längere Episode, in der Blossom ihre Mutter in Paris besucht. Die Episode wurde mit deutlich höherem Produktionsaufwand hergestellt, so dass die „Folge“ ganz gut aussieht. Insgesamt ist sie aber nicht so unterhaltsam, wie ich finde. „Blossom“ funktioniert einfach im 30-Minuten-Format besser.

1995 war dann Schluss mit „Blossom“, nachdem mit Michael Stoyanov einer der Hauptdarsteller ausgestiegen war. Am 22. Mai 1995 lief die letzte Folge, an deren Ende sich Blossom dann nochmal per Videokamera verabschiedet – in der Serie von ihrem Videotagebuch, indirekt natürlich beim Publikum. Das Ende bedeutete auch für Mayim Bialik einen Einschnitt: Sie konzentrierte sich von da an auf ihr Studium an der UCLA, das sie mit dem Doktortitel in Neurowissenschaften abschloss. 2010 gab es eine Rückkehr in die Schauspielerei – mit „The Big Bang Theory“.

Seriensteckbrief

Name: Blossom
Genre: Sitcom
Laufzeit: 30 Minuten
Staffeln (Folgen): 5 (114)
Erstausstrahlung: 05.07.1990 (Pilot), 03.01.1991 (reguläre Serie) auf NBC, ab 05.12.1994 in Deutschland (ARD)
Darsteller: Mayim Bialik, Michael Stoyanov, Joey Lawrence, Ted Wass, Jenny von Oÿ

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Der Kontakt unter den Hauptdarstellern aus „Blossom“ ist übrigens nie so richtig abgebrochen. Die Schauspieler treffen sich regelmäßig, so dass auch immer wieder eine Neuauflage der Show diskutiert wurde. Die Darsteller verneinten das aber regelmäßig amüsiert. So bleibt uns nur die Erinnerung an eine wirklich unterhaltsame, oft witzige und manchmal tiefgründe Serie.

PS: Es gibt übrigens eine weitere kleine, aber feine Verbindung zwischen The Big Bang Theory und Blossom: Mayim Bialik und Johnny Galecki trafen sich in einer Blossom-Szene, also viele Jahre vor dem Dreh von TBBT, die später natürlich immer wieder thematisiert wurde:

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